

Das Jahr 2023 ist zu Ende, aber das Jahr 2024 wird bestimmt ein ebenso tolles Segeljahr.

Am Samstag, als die Sonne am höchsten stand, gingen 86 Schiffe an den Start. Ursprünglich waren einmal 100 Boote gemeldet.
Die Wetterprognose, vorgetragen vom Metreologen Dr. XY war alles ander als vielversprechend. Am Starttag sollte der Wind schwach wehen und ab Montag Abend würde das erste Sturmtief über die westliche Ostsee ziehen. Wir aßen im Fischrestaurant und lauschten anschließend noch ein wenig der Live-Band und bestaunten um 22.30 Uhr das Feuerwerk. Mit einer gewissen Anspannung ging es in die Kojen.
Um 0730 hieß es: Reise, Reise aufstehen! Nach einem ordentlichen Frühstück legten wir bei strahlendem Sonnenschein und guten Winden in Richtung Startline. Die 8 Seemeilen vergingen schnell und vorbei ging es an der Pier kurz vor den Schwedenköpfen. Dort wartete Frau Reinke und Ralph mit einem großen Transparent auf uns (voll nett). Wir starteten in der zweiten Startgruppe um 13.15 Uhr reihten uns aber ungewollt „defensiv“ ein, der nachlassende Wind brachte und nach 10 Minuten über die Startlinie. Mit Kreuzkurs ging es auf Kurs nach Nordwesten zum Ausgang der Bucht. Es war schon ein beeindruckendes Feld, das sich überwiegend vor uns befand. Am nördilchen Ausgang ging es dann in östlicher Richtung und wir hatten tatsächlich einige Schiffe hinter uns gelassen. Der Wind schläft ein. Wir entscheiden uns etwas gegen den laufenden Kurs zurück zu kreuzen, um in ein Windfeld zu kommen, was uns tatsächlich auch gelingt. Andere „verhungern“ dicht unter Land, so dass wir einige Plätze gutmachen können. Das Regattafieber hat uns gepackt. Kurzfristig setzen wir den Genacker, den wir 20 Minuten später wieder gegen die Genua tauschen.
Unser Wachsystem ist nun in Kraft getreten, d.h. in den ersten Tagen gehen wir jeweils 4 Stunden Wache.
Die Nacht kommt und der Wind schläft nahezu komplett ein. Die glatte See, die Lichter der anderen Schiffe, sowie die der Leuchtfeuer versprühen eine tolle Atmosphäre. Wir treiben anfangs in einem kleinen Feld von ca. 5 Boten durch die Nacht, bevor der Morgen anbricht. Drei Boote haben sich im Schutze der Dunkelheit unerlaubter Weise von uns entfernt und wir versuchen, das bisschen Wind mit den Segeln einzufangen. Gegen 0900 kommt Wind auf und wir laufen mit 4, später mit 6 Knoten in Richtung Warnemünde.
Wir lassen für 30 Minuten die Maschine mitlaufen, um unsere Batterien zu füllen und hangeln uns an der Kadettrinne weiter in Richung 060 Grad. Zwischendurch stetzen wir wieder den Genacker.
Der Wind nimmt, wie angesagt weiter zu und plötzlich hören wir einen Ruf von Bremen Rescue. Sie haben einen nicht weiter bezeichneten Notruf von der Avanza erhalten, bekomme aber keinen Funkkontakt. Über ein anderes Berufsschiff wird versucht Kontakt aufzunehmen aber erfolglos. Es erfolgt die Koordination der Rettungsaktion. Schließlich gibt es gute Nachrichten. Der Einhandsegler wir auf dem gekenterten Katamaran gesichtet und später abgeborgen und mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht. In der internen Signalgruppe gibt es erleichternde Kommentare.
Fortsetzung folgt.
Um 17 Uhr erreicht der Wind dann bis zu 22 Knoten und rauschen mit viel Speed die Wellen hinuter. Plötzlich sind da 28 Knoten Wind und wir rollen die Genua weg, Bergen das Groß und setzen danach die Fock und das Groß. Ein Blick auf den Maximunspeed zeigt uns: 10,3!! Die Rumpfgeschwindigkeit liegt bei ca. 7,6 Knoten, der Rest ist also dem Surfen auf der Welle geschuldet und stellt einen neuen Rekord dar.
Es geht in die zweite Nacht auf See und wir arbeiten uns auf den 61. Platz vor. Aber die Schaukelei läßt uns in der Freiwache kaum zur Ruhe kommen. Dafür haben wir ein Etmal von 96 Seemeilen (also 96 Seemeilen von Mitternacht bis Mitternacht). Kurz vor Ystad funke ich einen Tanker an, der unsere Linie ausweichpflichtig kreuzt. Er sagt, dass wir Kurs und Speed beibehalten sollten und er uns an Backbord passieren würde. Einige Fragezeichen tauchten in meinem Kopf auf, aber gut. Kurze Zeit meldet er sich wieder über Kanal 16 und ich biete an, ihm Raum zum Passieren zu geben, was er dankend annimmt. Es zeigt sich wieder, wie wichtig ein UKW Gerät an Bord und der Umgang damit ist.
Dann arbeiten wir uns bei abnehmenden Wind bis nach Ystad vor. Hier machen wir um 09.00 Uhr fest.
Am nächsten Tag, gehen Michael und ich Joggen, dann reparieren Christian und ich noch die Stopper von der Fockschine. Der Rest des Tages vergeht. Wir füllen Wasser auf, kochen und gehen früh in die Koje.
Um 0400 Uhr laufen wir aus Ystad mit Kurs 050 Grad und ca, 6 Knoten aus. Die Genua und das Groß im 1. Reff bringen uns gut voran. Um 0800 liegen wir auf Platz 55 um später auf Platz 53 zu klettern. Der Grund dafür war, dass neben uns noch 7 weiter Regattateilnehmer Zuflucht gesucht haben und zwei weitere Schiffe aufgegeben haben. Weitere werden noch folgen.
Wieder läuft das Schiff in Böen ca. 8,4 Knoten. Die Welle kommt wieder von achtern, was für uns nicht so angenehm ist. Scopoderm Plaster helfen und der Aufwand lohnt sich, wir arbeiten uns auf Platz 52 vor.
Um Mitternacht kommen wir in den Kalmarsund. Es wird ein traumhafte Nacht, wenig Welle mehr Wind als angesagt. Kurz vor Kalmar überholen wir die Moana Blue, die allerdings einen Crewwechsel in Kalmar hat. Sie wird uns später wieder einholen.
Zum Frühstück gibt es perfekte Rühreier von Christian und später Ochsenfetzen mit Gemüse. Wir segeln nun überwiegend Butterfly und setzen einen Bullenstander um das Herüberkommen des Großbaums zu verhindern. Später bergen wir bei zunehmendem Wind die Genua und segeln nun noch mit dem Groß im ersten Reff. Die Seekrankheit muss bekämpft werden. Es wird eine unruhige Nacht, ich finde kaum Schlaf. Der Low-Batterie Alarm weckt mich eine Stunde vor Wachwechsel also gegen 03.00 Uhr. Wir nehmen wieder die Genua dazu. Regen setzt ein und gegen 0800 nehmen wir die Segel weg und fahren unter Maschine in den Hafen im Arkösund. Später merke ich, dass ich hier schon im Jahr 2023 gewesen bin.
Morgen wollen wir ein Wetterfenster vor dem nächsten Sturmtief nutzen, um nach Sandhamn zu segeln. Daher ist um 0400 wieder Auslaufen angesagt.
Unter dem folgenden Link kann man sich eine App herunterladen, um das Rennen (Midsummersail 2025) live zu verfolgen:
https://www.midsummersail.com/gps/ de
PS: Ich bitte die Rechtschreibfehler zu entschuldigen, da ich auf der Reise wenig Zeit und Ruhe zum Schreiben habe …
Am Samstag, als die Sonne am höchsten stand, gingen 86 Schiffe an den Start. Ursprünglich waren einmal 100 Boote gemeldet.
Die Wetterprognose, vorgetragen vom Metreologen Dr. XY war alles ander als vielversprechend. Am Starttag sollte der Wind schwach wehen und ab Montag Abend würde das erste Sturmtief über die westliche Ostsee ziehen. Wir aßen im Fischrestaurant und lauschten anschließend noch ein wenig der Live-Band und bestaunten um 22.30 Uhr das Feuerwerk. Mit einer gewissen Anspannung ging es in die Kojen.
Um 0730 hieß es: Reise, Reise aufstehen! Nach einem ordentlichen Frühstück legten wir bei strahlendem Sonnenschein und guten Winden in Richtung Startline. Die 8 Seemeilen vergingen schnell und vorbei ging es an der Pier kurz vor den Schwedenköpfen. Dort wartete Frau Reinke und Ralph mit einem großen Transparent auf uns (voll nett). Wir starteten in der zweiten Startgruppe um 13.15 Uhr reihten uns aber ungewollt „defensiv“ ein, der nachlassende Wind brachte und nach 10 Minuten über die Startlinie. Mit Kreuzkurs ging es auf Kurs nach Nordwesten zum Ausgang der Bucht. Es war schon ein beeindruckendes Feld, das sich überwiegend vor uns befand. Am nördilchen Ausgang ging es dann in östlicher Richtung und wir hatten tatsächlich einige Schiffe hinter uns gelassen. Der Wind schläft ein. Wir entscheiden uns etwas gegen den laufenden Kurs zurück zu kreuzen, um in ein Windfeld zu kommen, was uns tatsächlich auch gelingt. Andere „verhungern“ dicht unter Land, so dass wir einige Plätze gutmachen können. Das Regattafieber hat uns gepackt. Kurzfristig setzen wir den Genacker, den wir 20 Minuten später wieder gegen die Genua tauschen.
Unser Wachsystem ist nun in Kraft getreten, d.h. in den ersten Tagen gehen wir jeweils 4 Stunden Wache.
Die Nacht kommt und der Wind schläft nahezu komplett ein. Die glatte See, die Lichter der anderen Schiffe, sowie die der Leuchtfeuer versprühen eine tolle Atmosphäre. Wir treiben anfangs in einem kleinen Feld von ca. 5 Boten durch die Nacht, bevor der Morgen anbricht. Drei Boote haben sich im Schutze der Dunkelheit unerlaubter Weise von uns entfernt und wir versuchen, das bisschen Wind mit den Segeln einzufangen. Gegen 0900 kommt Wind auf und wir laufen mit 4, später mit 6 Knoten in Richtung Warnemünde.
Wir lassen für 30 Minuten die Maschine mitlaufen, um unsere Batterien zu füllen und hangeln uns an der Kadettrinne weiter in Richung 060 Grad. Zwischendurch stetzen wir wieder den Genacker.
Der Wind nimmt, wie angesagt weiter zu und plötzlich hören wir einen Ruf von Bremen Rescue. Sie haben einen nicht weiter bezeichneten Notruf von der Avanza erhalten, bekomme aber keinen Funkkontakt. Über ein anderes Berufsschiff wird versucht Kontakt aufzunehmen aber erfolglos. Es erfolgt die Koordination der Rettungsaktion. Schließlich gibt es gute Nachrichten. Der Einhandsegler wir auf dem gekenterten Katamaran gesichtet und später abgeborgen und mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht. In der internen Signalgruppe gibt es erleichternde Kommentare.
Fortsetzung folgt.
Um 17 Uhr erreicht der Wind dann bis zu 22 Knoten und rauschen mit viel Speed die Wellen hinuter. Plötzlich sind da 28 Knoten Wind und wir rollen die Genua weg, Bergen das Groß und setzen danach die Fock und das Groß. Ein Blick auf den Maximunspeed zeigt uns: 10,3!! Die Rumpfgeschwindigkeit liegt bei ca. 7,6 Knoten, der Rest ist also dem Surfen auf der Welle geschuldet und stellt einen neuen Rekord dar.
Es geht in die zweite Nacht auf See und wir arbeiten uns auf den 61. Platz vor. Aber die Schaukelei läßt uns in der Freiwache kaum zur Ruhe kommen. Dafür haben wir ein Etmal von 96 Seemeilen (also 96 Seemeilen von Mitternacht bis Mitternacht). Kurz vor Ystad funke ich einen Tanker an, der unsere Linie ausweichpflichtig kreuzt. Er sagt, dass wir Kurs und Speed beibehalten sollten und er uns an Backbord passieren würde. Einige Fragezeichen tauchten in meinem Kopf auf, aber gut. Kurze Zeit meldet er sich wieder über Kanal 16 und ich biete an, ihm Raum zum Passieren zu geben, was er dankend annimmt. Es zeigt sich wieder, wie wichtig ein UKW Gerät an Bord und der Umgang damit ist.
Dann arbeiten wir uns bei abnehmenden Wind bis nach Ystad vor. Hier machen wir um 09.00 Uhr fest.
Am nächsten Tag, gehen Michael und ich Joggen, dann reparieren Christian und ich noch die Stopper von der Fockschine. Der Rest des Tages vergeht. Wir füllen Wasser auf, kochen und gehen früh in die Koje.
Um 0400 Uhr laufen wir aus Ystad mit Kurs 050 Grad und ca, 6 Knoten aus. Die Genua und das Groß im 1. Reff bringen uns gut voran. Um 0800 liegen wir auf Platz 55 um später auf Platz 53 zu klettern. Der Grund dafür war, dass neben uns noch 7 weiter Regattateilnehmer Zuflucht gesucht haben und zwei weitere Schiffe aufgegeben haben. Weitere werden noch folgen.
Unter dem folgenden Link kann man sich eine App herunterladen, um das Rennen (Midsummersail 2025) live zu verfolgen:
https://www.midsummersail.com/gps/

Am Montag habe ich mich mit Michael abends auf der Moyenne in Warnemünde getroffen. Herr Klepsch konnte zwar die Heizungspumpe erfolgreich tauschen, aber Sirius hatte einen falschen Dichtring im Dieseltank verbaut (Wasser- aber nicht Dieselgeeignet), so dass ein neuer Dichtring hermusste. Das ging dann mit vielen Umständen, die den Rahmen hier sprengen würden. In jedem Fall hat Herr Klepsch den Ring am Dienstagmittag eingebaut und wir konnten um 14 Uhr die Leinen losmachen. Bei leichten Winden ging es in Richtung Kühlungsborn. Kurz vor der Ankunft ließ sich die Genua nicht mehr komplett einrollen, da wir Überläufer in der Trommel hatten. Also schlugen wir sie ab und banden sie an der Reling fest. In Kühlungsborn bauten wir den Furler auseinander (man braucht eine dünne Verlängerung, um mit dem Tork an die beiden seitlichen Schrauben zu kommen), entfernten die Einholleinen komplett und rollten alles fein säuberlich wieder auf, aber mit ein paar Umdrehungen weniger auf der Rolle.
Am Abend gab es auf Grund der fortgeschrittenen Zeit Brot und Aufschnitt an Bord.
Mittwoch ging es dann bei anfangs sehr gutem Wind auf der Kreuz in Richtung der Insel Pöl. Nach zwei Stunden drehte der Wind und wurde schwächer, so dass wir die Genua gegen die Fock tauschten und gut vorankamen. Die Sonne wärmte die Luft und schwächte den Wind, so dass wir noch den Genacker hochzogen. Gut so, denn hier hatten sich die Schoten vertörnt. Als das klariert war ging es mit Maschine nach Boltenhagen. Ich hatte uns einen Platz am Schwimmsteg reserviert, um nicht im Päckchen liegen zu müssen. Wir holten die Startunterlagen ab und aßen im Bistro zu Abend. Im Hafen lagen schon ein paar Schiffe, die an der Regatta teilnehmen würden. Alles große und schnelle Yachten …
Die nächsten zwei Hafentage nutzen wir, um klar Schiff zu machen, Seekarten und Leuchtfeuer zu studieren. Donnerstag gingen wir morgens 10 Kilometer Joggen, um noch etwas Bewegung zu bekommen. Die eine oder andere Sache, die wir vergessen hatten wurde noch nach Berlin auf die „Bring-Liste“ geschrieben. Der Hafen füllte sich. Wir brachten den Tracker und die Regattaflagge an und ich räumte ein paar Sachen von A nach B.
Heute, am Freitag kommen dann Karin und Christian mit einem voll beladenen Auto in Boltenhagen an. Ca. 2 Stunden werden wir wohl für das Stauen der ganzen Sachen benötigen. Frau Reinke wird wohl noch kurz vorbeikomemn und um halb sechs habe ich einen Tisch im Restaurant bestellt, anschließend ist dann um 19 Uhr die Steuermannsbesprechung.
Die Wettervorhersage sagt am Samstag schwache Winde voraus, die im Verlauf am Sonntag besser werden. Ab Montagnachmittag bzw. Abend nimmt der Wind auf ca. 6 Bft. zu, kommt dann allerdings wenigstens von achtern. Böen sollen bis zu 30 Knoten betragen, da würde ich gerne schon im Schutz der schwedischen Süd-Ostküste sein, um nicht so viel Welle zu haben. Das ganz wird dann noch bis Dienstag gehen, bevor es wieder ruhiger werden soll.
Wir werden das Beste daraus machen. Jetzt freuen wir uns erst einmal, dass es nun morgen endlich losgeht.
Unter dem folgenden Link kann man sich eine App herunterladen, um das Rennen (Midsummersail 2025) live zu verfolgen:
https://www.midsummersail.com/gps/
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Dann liegen rund 900 Seemeilen zwischen uns und dem weit entfernten Ziel Töre in Schweden.
Die Vorbereitungen sind nahezu abgeschlossen. Nur eine Baustelle gilt es noch zu beheben: Bei einem kurzen Probeschlag mit zwei guten Freunden über Pfingsten lief die Webasto Heizung nicht an. Nach einigem Hin und Her bekam ich über einen anderen Sirius Eigner den Kontakt zu Reinhold Klepsch, der seit vielen Jahren einen Yachtservice mit Spezialisierung u.a. auf Bootsheizungen betreibt. Auf meine WhatsApp Nachricht, meldet er sich auf gleichem Weg und versprach am Montag (Pfingstmontag!) zurückzurufen. Das tat er netterweise auch und nachdem ich ihm auf seine Fragen geantwortet hatte, stand die Ursache wohl fest. Die Pumpe wird defekt sein, wahrscheinlich durch einen zugesetzten Dieselfilter. Nun will er diesen bestellen und noch vor meiner Abfahrt am kommenden Dienstag nach Wismar vor Ort einbauen. Das nenne ich mal einen Service!!
Den Genacker mit dem gekürzten Torsionskabel konnten wir auch ausprobieren, das sollte nun funktionieren. Ansonsten hatten wir am Samstag auf dem kurzen Weg nach Kühlungsborn sehr wenig Wind, dafür am Sonntag zu viel Wind (bis 32 Knoten), so dass wir im Hafen blieben. Ich hatte Zeit, die restliche mitgebrachte Ausrüstung zu verstauen, eine Lösung für das Heizungsproblem zu suchen und die an Bord vorhandenen Vorräte mit unseren Einkaufslisten abzugleichen.
Außerdem fuhren wir mit der Dampflokomotive nach Heiligendamm und kochten abends fein an Bord.
Am Montag ging es dann bei schönem Wind aber noch ordentlich Restwelle zurück nach Warnemünde.
Heute (Mittwoch) sind auch die bestellten „Fanartikel“ der Midsummersail in Form eines Sweatshirts, eines T-Shirts und einer Kappe angekommen.
Nun hoffe ich auf positive Nachrichten von der Werft bzgl. der Heizung und dann geht´s am Montag wieder nach Warnemünde. Mit Michael segle ich in zwei Etappen nach Boltenhagen. Hier kommen am Freitag Karin und Christian und die Lebensmittel an Bord. Bis alles gestaut ist wird ein bisschen dauern, danach habe ich einen Tisch in einem Restaurant reserviert, bevor es zur Steuermannsbesprechung geht. Mit einem letzten Blick auf die Wettervorhersage und die Seekarte werden wir bestimmt zeitig die vorerst letzte ruhige Nacht mit 8 Stunden Schlaf verbringen. Am 21. Juni werden wir gegen halb elf in Richtung Startlinie (von Boltenhagen ca. 8 Seemeilen) aufbrechen.
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Am Montag, den 31. März komme ich abends mit der Bahn in Neustadt an. Die Moyenne liegt friedlich in der Abendsonne an ihrem Liegeplatz.
Das Unterwasserschiff ist gemacht, die Anoden gewechselt, die Motorwartung abgeschlossen und die Logge zeigt nun auch wieder die Geschwindigkeit und den Scheinbaren Wind an. Ich fülle Wasser auf und verstaue ein paar mitgebrachte Dinge. Was fehlt ist die Seekarte der Serie 2. Diese habe ich zu Hause vergessen, da ich sie zum Verkaufen mit nach Berlin genommen habe. Ich werde morgens beim hiesigen Yachtausstatter eine neue kaufen. Nach einem kurzen Abendbrot gehts in die Koje, ich will morgen um 10 Uhr in Richtung Kühlungsborn aufbrechen. Die Nacht war ruhig und der Morgen erwachte mit Sonnenschein und blauen Himmel. Duschen, Frühstücken, Seekarte kaufen, dann alles fertig machen zum Auslaufen. Vorher lasse ich noch die Motorinspektion ins Wartungsheft eintragen und bedanke mich bei den Mitarbeitern der Ancora-Werft für die sehr solide Arbeit und gute Kommunikation – mit einem entsprechenden Trinkgeld. Windvorhersage Ost 2-3, ca. 8 Grad es wird ein entspannter Tag. Bei spiegelglattem Wasser laufe ich aus dem Hafen, in den ich erst Ende September zurückkehren werden. Dazwischen werden ca. 2.200 Seemeilen liegen. Ich werde mit dem Schiff am südlichsten und nördlichsten Punkt der Ostsee sein, vielleicht sogar am westlichsten. Es wird wieder eine spannende Saison.
Neue Seekarten sind gekauft, der Genacker sollte nach Kürzung des Furlers nun hoffentlich besser zu setzen und zu bergen sein. Die Segel und das Rigg sind geprüft, das Plotter- und das Duschabwasserproblem sind behoben, das Schiff ist fertig für die „große Fahrt“.
Zunächst geht es die ca. 35 Seemeilen bei leichten Winden und etwas Maschinenkraft nach Kühlungsborn. Teilweise begleiten mich wieder Tümmler auf dem Weg. Schönes Segeln und Fahrt mit der Maschine wechseln sich ab. Feine Chill-Out-Musik ertönt aus den Lautsprechern. Es ist ein schöner Saisonauftakt. Nach ca. 8 Stunden laufe ich in den Hafen ein. Das Anlegen bei wenig Wind ist easy – in Warnemünde wird es hingegen anspruchsvoll werden. Ich gehe was essen, mache etwas klar Schiff und bin nach einem Film früh in der Koje.
Morgens ist es trüb und neblig. Also kann ich in Ruhe in mein Boat-Office gehen und erstmal ein paar Stunden arbeiten. Erst kurz vor 12 Uhr lege ich ab. Der Wind hat zugenommen und die Sonne vertreibt langsam den Nebel. Ich setze Segel und den Kurs nach Warnemünde ab. Es sind nur ca. 12 Seemeilen. Nach ca. 1 Stunde schläft der Wind ein. Ich berge die Segel und – wie immer – kurz danach frischt der Wind deutlich auf. Das wäre segelbar, aber nun bin ich eine Stunde vor der Einfahrt, also muss die Maschine ran. In der Ein- und Ausfahrt nach Rostock ist, wie immer viel Verkehr und ich muss erst eine Fähre auslaufen lassen, um dann die Hebel auf den Tisch zu legen, um vor der nächsten Fähre über die Schifffahrtrinne zu fahren. Selbstverständlich nimmt der NO-Wind weiter zu und in Hafen sind es nur bis zu 18 Knoten. Ich hatte mit dem Hafenmeister einen neuen Liegeplatz vereinbart, da mir der alte zu groß bzw. zu lang (15 Meter) war und ich Probleme hatte an die Pfähle zu kommen. Nun sollte ich einen anlaufen, der 4,50 breit und 12 Meter lang sein sollte. C 99 sollte es werden, aber den musste ich erst einmal suchen. In weiser Voraussicht hatte ich schon vorher alles Leinen und Fender klar gemacht. Im Hafen weht es es nun mit den besagten 18 Knoten genau in die Boxengassen und somit quer zu Box. Kein Mensch in Sicht zum Leinen annehmen. Dann muss es so gehen. Ich brauche mehrere Anläufe, um das Schiff erst einmal zur Rückwärtsfahrt in die Gasse zu bekommen, um nach meinem Liegeplatz zu suchen. Diesen finden ich schließlich und befinde ihn als „OK“. Ob die Pfähle wirklich 4,50 Meter auseinander stehen wage ich zu bezweifeln, aber dann kann ich mich dort etwas „anlehnen“, was bei dem Wind sinnvoll und zwingend sein wird. Nach der kurzen Besichtigung fahre ich nochmal raus, um mir die Luv-Bugleine mit dem großen Pahlsteg weiter nach hinten zu legen. Ich will ihn beim Einfahren, nach Möglichkeit über den Luvpoller bekommen. Ich entschließe mich für die Bugstrahlvariante. Das heißt ich fahre rückwärts in die Gasse, stelle das Ruder fest auf Mitschiffsposition und steuere das Schiff nur mit dem Bugstrahler. Man braucht entsprechend Fahrt im Schiff aber dank des starken Bugstrahlruders (ein fehlendes Propellerblatt wurde ersetzt) komme ich gut in die Box rein, kann das Auge um den Poller legen und erst als ich Fahrt rausnehmen muss, legt sich der Bug an den Leepoller, was i.O. ist, dafür habe ich die starke Scheuerleiste. Ich komme gut hinten an den Steg, steige aus und mache die Achter-Luvleine schnell am Poller fest, zwei Kugelfender sichern das Heck ab. Dann Luvruder und Maschine voraus und Luv-Bugleine dicht. Das geht es schwer, da der starke Seitenwind nun den Bug weiter gegen den Poller drückt, aber 50 PS sind auch ein Argument und so klappt es, ich kann den Bug mittig ausrichten und vorher noch den Leepoller belegen. Dann die Lee-Achterleine ausbringen und anschließend zwei Springleinen. Durchatmen, Motor aus, nochmal durchatmen. Wenn ich daran denke, wie aufgeregt und angespannt ich früher war, wenn wir zu dritt unterwegs waren und angelegt haben … Nun klappt es auch – notgedrungen – auch allein, nicht immer traumhaft aber bis jetzt ohne größere Probleme oder Havarien. Bei dieser Situation hätte ich das Manöver eigentlich rückwärts gegen den Wind anfahren sollen, dann wäre der Bug durch den Schwung erstmal in Richtung Luvpoller gedreht und wäre nicht gleich am Leepoller gelandet. Das muss ich mir für das nächst Mal merken.
Die nächsten zwei Stunden vergehen im Fluge. Ich mache das Klar-Schiff, so dass es die nächsten Wochen hier sicher liegen kann. Um 17.54 nehme ich den IC nach Berlin.
In ca. 2 Wochen werde ich mit dem Auto hochfahren und die restlichen Sachen an Bord bringen (Motor, Dinghy, Genacker, Wein, Seekarten, Klamotten etc.), dann kann die Saison so richtig losgehen.
Hier noch der aktuelle Törnplan:
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