Wir laufen erst gegen 14 Uhr aus. Der Wind hat, auf SW gedreht, logisch da das die Richtung ist die wir nun einschlagen werden. Dennoch setzen wir Vollzeug und können tatsächlich einen Kurs von ca 152 Grad, später von 125 Grad segeln. Das Wetter meint es gut mit uns, es ist ein entspanntes Segeln. Um 18 Uhr folgen wir dem Tonnenstrich nach Westen. Der Wind flaut ab und wir starten die Maschine in Richtung Brandöskaret. Es geht in eine schmale Einfahrt. Eine Fähre nimmt gerade Gäste auf und wir laufen vorbei an roten kleinen Häusern mit Stegen und Booten davor. Bullabü! Der kleine, sehr süße Hafen ist voll. Man legt mit Heck oder Buganker an. Als wir uns nähern, winkt einer, wir sollen uns schräg an den Kopfsteg legen. Gesagt getan. Wir lassen den Buganker fallen und fahren rückwärts an den Steg. Leinen gehen über und die Ankerleine wird durchgesetzt. Maschine aus und willkommen in Brandoskaret. Bezahlt wird mit Bargeld 120 SEK und der neben uns liegende Motorbootfahrer erklärt und wo die Saunen sind. Wir sollten uns in ein Buch eintragen, wenn wir diese nutzen wollen. Klar wollen wir. Der letzte freie Slot ist um 23 Uhr. Also essen wir vorher. Michael darf endlich seine Oncel Bence Reis Variationen servieren. Wie sagte meine langjährige Freundin Annette immer: „Naja …, bleibt drin …“ Dann geht’s in die Sauna. Es ist eine kleine Sauna, die natürlich mit Holz befeuert wird und, so wie es hier üblich ist, gar nicht so heiß ist. Deshalb schaufelt man reichlich und regelmäßig Wasser auf die Steine und genießt den heißen Wasserdampf. Dann geht’s ins Wasser zum Abkühlen bevor es wieder in die Sauna geht. Unnötig zu erwähnen, dass hier alles gepflegt und sauber ist. Jeder weiß, dass er hier im Paradies ist und sorgt dafür, dass es so bleibt. Gegen halb eins morgens sitzen wir bei einem Glas Wein noch im Cockpit. Es ist hell, und das wird auch so bleiben. Die Sonne geht hier zwar irgendwann unter aber quasi wird es sofort wieder hell.
Am nächsten Morgen unternehmen wir einen kleinen Spaziergang
Am nächsten Morgen unternehmen wir einen kleinen Spaziergang. Viele Ferienhäuser sind von Familien belegt, Kinder spielen auf den Felsen, man sitzt in der Sonne auf der Terrasse oder auf den Booten und freut sich des Lebens. Es gibt eine kleine Kapelle mit Holzbohlen als Sitzbänke. Was für eine schöne entspannte Atmosphäre.
Um kurz nach 13 Uhr verlassen wir diesen schönen Hafen und segeln bei S-Wind mit einem Kurs von 300 Grad in Richtung Lulea. Wir lassen die Insel Smälson an BB und Degerö an Steuerbord und manövrieren die Moyenne durch enge Tonnenstriche. Auf der linken Seite erstreckt sich ein Strand. Jugendliche genießen, wie wir das schöne Wetter. Plötzlich ertönt vom Ufer die Deutsche Nationalhymne und alle winken. Sehr witzig. Ich suche die Schwedische auf You Tube, dann wenden wir und drehen die Außenlautsprecher auf. Kurze Zeit später gehen wir wieder auf Kurs. Es ist ein schönes und entspanntes Segeln und wir denken: „so hätte es zumindest mal zwei Tage auf dem Weg nach Töre sein können“. Um 16.00 Uhr schwenken wir in den Sund von Lulea ein. Es geht vorbei an einigen Industrie-Hafenanlagen bevor wir die Segel bergen und in den Yachthafen einlaufen. Wir wollen vor dem eigentlichen Festmachen noch Tanken. Vor uns hat sich ein Motorboot geschoben und als dieses ausläuft und wir Kurs auf die Tankstelle nehmen überholt uns ein Motorboot in Richtung Tankstelle. Ich pfeife etwas energisch um auf uns aufmerksam zu machen, was ich mir hätte sparen können, denn er will nur seine Freunde von einem Parallelsteg aufnehmen. Christian fährt rückwärts an die Tankstelle. Das ist gar nicht so einfach, wie gedacht aber letztendlich passt alles. Als wir den Schlauch schon in der Hand haben, frage ich eine Schwedin, ob das auch Diesel ist. Nein, Diesel ist der mit dem schwarzen Griff. Gut, dass wir gefragt haben. Rund 50 Liter laufen in den Tank, danach fahre ich uns rückwärts in eine Box. Festgemacht und ich bin froh, dass ich die beiden nun auch sicher an ihr Endziel gebracht habe. Christian kocht eine vorzügliche Spaghetti Carbonara, während Michael und ich klar Schiff machen. Am nächsten Tag werden die beiden nach Berlin zurückfliegen. Vorher zieht mich Christian noch mit dem Bootsmannstuhl für die Mastkontrolle auf eine Höhe von rund 16 Metern. Alles in Ordnung.
PS: Ich bitte die Rechtschreibfehler zu entschuldigen, da ich auf der Reise wenig Zeit und Ruhe zum Schreiben habe …
Irgendwie habe ich zurzeit Problem akuelle Bilder zu laden. Diese folgen also später. Dann kommt auch der Beitrag: Solo weiter nach Süden.