Die neuesten Entwicklungen

Die neuesten Entwicklungen

Salon u. Pantry im Bau

Der Ausbau nimmt an Geschwindigkeit zu In der letzten Woche ist sichtbar viel passiert. Alle Ebenen sind eingebaut. Das heißt: die Salon-Ebene, die Pantry-Ebene und

Weiterlesen »

Abschluss der Kiel-Legung

Die Kiel-Legung ist abgeschlossen Nun kann nicht mehr allzuviel „schief“ gehen. Die beiden Kiele wurden montiert. Dafür kam das Schiff zur Montage aus der Halle.

Weiterlesen »

Der Ausbau geht weiter

Die ersten Einbaulement sind erkennbar Im Vergleich zur letzten Woche sind deutliche Fortschritte erkennbar. Teilweise sieht man den eingebauten Fußboden mit den Öffnungen für die

Weiterlesen »

Endlich im Trockenen

Endlich ist der Rumpf in der Halle Obwohl schon fleissig für das Schiff produziert wurde, stand es noch lange außerhalb der Halle. Nun ist es

Weiterlesen »
Nächtliche Ankunft des Rumpfes in Plön

Ankunft in Plön

Von Polen nach Plön Nach der Fertigstellung des Rumpfes in Polen ging es per LKW nach Plön. Das Bild zeigt die nächtliche Ankunft. Am nächsten

Weiterlesen »
Backboardseite des Rumpfes

Der Rumpf ist fertig

Der Rumpf ist fertig Der Rumpf der Sirius 35 DS wird in Polen gefertigt. Nachdem im Dezember die Entscheidung für die Farbe „weiß“ gefällt worden

Weiterlesen »
Auswahlmöglichkeiten des Flexidecks

Die Qual der Wahl

Die Qual der Wahl Bei unserem dritten Besuch in Plön, also bei der Sirius-Werft wurde die Materialien und die Farben ausgesucht. Außerdem hat Herr Schmidt

Weiterlesen »

Blog abonnieren

Trag dich ein, um eine E-Mail zu erhalten, sobald ein neuer Beitrag online ist.

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Zu Viert Richtung Süden

Von Fredrikstad nach Björholmen mit Lili, Paula und Fitz.

Von Fredrikstad geht es solo erst einmal weiter südlich. Ich suche mir eine schöne Ankerbucht raus und bleibe dort zwei Nächte. In der Bucht liegen mehrere Motorboote an den Schären im Päckchen. Die Bucht ist weit ausladend und am Rand bewaldet. Mehrere Segelboote ankern bereits dort, als ich nachmittags nach einem sehr schönen Segel Tag dort meinen Anker fallen lasse. Die Ruhe dauert bis ca. 18 Uhr an, dann steigt auf dem ersten Päckchen die Abendparty mit ordentlich Wums aus den Boxen. Diese sind durchaus geeignet, um größere Räumlichkeiten zu beschallen. Der Musikgeschmack ist allerdings nicht so meiner. Aus diesem Grund gibt es meinen Lautsprechern als eigenes Kontrastprogramm französische Chansons, vor allem, um die andere Beschallung etwas auszublenden. Als an der Westfront Ruhe einkehrt, startet die andere Gruppe ihre Party mit annehmbarer 80er Jahre Musik. Um zwei Uhr beschließe ich dann in der Koje es mit der Nachtruhe zu versuchen, was auch gut klappt. Am nächsten Tag verhole ich mich etwas weiter in die Bucht hinein, was auf Grund des geringen Tiefganges ja kein Problem darstellt. Somit kann ich den zweiten Partyabend mit etwas mehr Abstand verfolgen. Am Sonntag breche ich spät auf und es wird ein schöner Segel Tag durch die Schären bei Skjaerhalden mit vielen Kreuzschlägen. Ich hatte einen Platz reserviert und kann bei wenig Wind problemlos rückwärts in die Box (Schwimmsteg) einlaufen. Abends gibt es die Reste vom Vortag. Den Montag nutze ich zum Arbeiten, Einkaufen und Aufräumen. Ich quatsche mit dem jungen Student, der hier im Hafen einen Ferienjob hat und 19 EUR/Std. bekommt. Sein Studium finanziert Norwegen mit rund 1.100 EUR / Monat, unabhängig vom finanziellen Status seiner Eltern. Abends gibt es im Restaurant eine große Portion Langustinos. Fritz, Lili und Paula kommen am Dienstagabend um 18 Uhr mit dem Bus aus Oslo an. Nach einer Roomtour gehen wir einkaufen und essen wieder im Restaurant. Fritz und ich bestellen die leckeren Schalentiere. Lili hat einen Veggie-Burger und Paula bestellt einen Fish-Taco. Anschließend blasen wir das Schlauchboot auf. Das geht mit der großen Handpumpe tatsächlich viel schneller und vor allem leiser als mit der Elektro-Pumpe. Wir nehmen noch einen Absacker, bauen Lilis Bett im Salon auf und dann geht’s für alle in die Kojen.

Am nächsten Tag starten wir nach der Sicherheitseinweisung bei schönem Wetter und fahren zunächst unter Maschine den Herfölsund raus. Wir haben einen vollen Wasser- und einen fast vollen Dieseltank, sowie Lebensmittel für die nächsten zwei bis drei Tage. Da Lili sich vegan ernährt, werden vegane Gerichte eine Abwechslung bieten. Wir lassen die rote Tonne bei Holengrunden an Backbord, nehmen das erste Reff ins Groß und rollen die Genua aus. Dann geht es mit Kurs 225° und 5-6 Knoten gut voran. Der Wind bläst mit ca. 12-15 Knoten aus Süd und wir fahren ein paar Wenden mit Kurs auf den Kostensund. Hier nehmen wir die Segel weg und fahren mit Maschine durch den Sund. Danach geht’s mit Segeln weiter in Richtung Killingsund, hier fällt um halb sechs und nach 24 Seemeilen der Anker. Wir liegen in einer schönen Bucht. Ein Reh mit seinem Kietz sind am Ufer zu sehen. Außerdem beobachtete uns eine Robbe beim Einlaufen neugierig. Das Schlauchboot wird klargemacht und wir starten zu einer Tour au die Felsen. Abends gibt es Gemüsecurry. Anschließend wird das Siedlerspiel das erste Mal dieses Jahr zu Einsatz gebracht.

Am Donnerstag, den 8.8. wollen wir nachmittags im Hamburgsund sein, da für die beiden kommenden Tage reichlich Wind (6-7) angesagt sind. Um 11 Uhr fahren wir mit Maschine aus dem HAvstensund und setzen dann die gleiche Segelgarderobe, wie am Vortag bei ähnlichen Windbedingungen. Wir liefern uns eine kleine Regatta mit einem Schiff, das Nany`s Schiff ähnelt. Zunächst geht es mit 170 Grad recht gut, aber da wir recht viel Welle gegenan haben, fallen wir ab und laufen in Richtung Grebbensund. Wir nehmen die Segel weg und fahren mit südlichem Kurs durch den Sund. Der Weg , innen durch die Schären war auf Grund der doch recht hohen Wellen eine gute Entscheidung. Gegen 15 Uhr kommen wir im Hamburgsund an. Es ist überraschend voll, da viele hier Schutz vor dem kommenden Starkwind suchen. Eine größere Yacht macht sich dennoch klar zum Auslaufen. Eigentlich hätte ich gewartet aber einer am Steg deutet an, dass es eine Lücke vor einer Motoryacht uns seinem Schiff gibt. Wir besprechen das Manöver und ich fahre rückwärts in die enge Lücke. Fritz übergibt die Achterleine und ich bitte den Helfer, dies weiter achter festzumachen. Er verneint das und will eine Achterspring haben. Ein Unding! Er meint, dass ich sonst an sein Boot fahren würde. Ist mir in dem Moment egal. Wir geben ihm auch die Spring und machen fest. Vorne und hinten sind noch 1 Meter. Ich ärgere mich maßlos über diese unangebrachte „Hilfeleistung“. Man macht sich einen Plan und diesen sollte keiner an Land stehende durchkreuzen, indem er einen Leine nicht wie gewünscht festmacht. Das kann böse ins Auge gehen. Die gleichen „Hinweise“ sollten sich beim Ablegen wiederholen, die ich aber ignorierte. Die beiden alten Segler, meinten wohl die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und andere belehren zu können. Braucht kein Mensch.

Nachdem wir klar Schiff gemacht haben, fahre ich mit Lili mit der Fähre zum gegenüberliegenden Restaurant und bestellen schon einmal zwei Aperol Spritz. Paula und Fritz kommen etwas später mit dem Schlauchboot rüber gepaddelt. Es gibt eine weitere Runde Getränke bevor es wieder auf die Moyenne zurück geht. Lili und ich verpassen die Fähre, die hier alle 20 Minuten fährt und somit sind die anderen Beiden deutlich vor uns am Schiff. Wir beschließen noch einen Spaziergang auf „unserer“ Seite zu unternehmen und krakseln einen engen Weg nach oben, der aber an einem sehr schönen Privatgrundstück endet. Wie hier das Material für den Hausbau und auch Dinge für den täglichen Gebrauch hochkommen (außer per Fuß) bleibt ein Rätsel. Von der sehr schönen Kirche hat man einen schönen Ausblick über den Sund und ich zünde ein paar Kerzen an. Abends geht es per Fähre ins Restaurant. Auf der Fähre kommen wir mit dem Inhaber einer Halberg Rassy 57 ins Gespräch. Er ist Deutsch-Kanadier, seine Frau Brasilianerin und beide leben in der Schweiz. Sein Vater hat, wir Paula und Fritz herausfanden eine Firma für medizinische Geräte, die er (Helmut) weiter ausbaute und die nun vom Sohn geführt wird. Es ist schon erstaunlich, wie schnell man über einen Schiffsnamen zu detaillierten Informationen über den Eigner kommt. Das Abendessen im Restaurant ist erneut sehr lecker. Auch Lili findet etwas veganes auf der Karte. Paula erfreut sich an Fish-Tacos, Fritz am Burger und ich am Steak. So sind alle mit dem Tag sehr zufrieden. Gleiches gilt auch für den nächsten Tag im Hafen. Chillen, Spaziergang zu einer Badebucht, Siedler und Cambio, Einkaufen und Kochen sehen auf dem Tagesprogramm. Am nächsten Morgen wollen wir weiter.

Das Ablegen aus der engen Lücke bei Wind von achtern machen wir mittels Eindampfen in die Achterspring. Vorher müssen wir noch auf das Verholen unseres Nachbarliegers warten, der gestern längsseits gekommen ist. Seine Maschine will nicht anspringen, also will er sich nach hinten zu „Segelfreunden“ mit den schlauen Tipps verholen. Wir bieten an, die Bugleine zu führen, damit er auf das andere Schiff die Heckleine nehmen kann. Aber die alten Segler meinen wieder alles besser zu wissen und zerren schon eigenmächtig am Schiff, bevor der Eigner das selbst machen kann. Ich bitte sie, dass Schiff dann weiter nach achtern zu verholen, da ich mit dem Heck ausschwenken will. Daraufhin versucht er mich zu belehren, dass ich über die Vorspring rausfahren soll. Da der Wind von achtern kommt wäre das natürlich eine unsinnige Idee. Wir dampfen also in die Vorspring ein und legen sehr kontrolliert ab. Lili passt auf, dass wir nicht zu weit nach vorne kommen. Alles geht gut und wir fahren mit Maschine aus dem Sund. Ich habe wieder eine Tour im Schutz der Schären rausgesucht, da es draußen bei zwei Tagen kräftigen Westwind sicherlich ordentlich Wellen hat. So segeln wir durch die engen kleinen Sunde. Fritz sorgt für den richtigen Segeltrimm, Lili steuert, Paule hilft beim Segeltrimm und ich schaue dass wir nirgendwo gegenfahre und auflaufen. Es ist eine herrliche Strecke. Aus dem Hornesund kommende sehen wir an Steuerbord, wie sich die Wellen über die zahlreichen Untiefen brechen. Das Ganze erinnert an ein Wildwasser. Überall Schaumkronen, an den Felsen und über den Untiefen brechende Wellen. Wir sind immer noch im geschützte. Bei der Einfahrt nördlich von Smögen (Kanalen) nehmen wir die Segel vorerst weg und fahren mit Maschine bis wir bei Smögen wieder herauskommen. Eigentlich wollte ich weiter nach Osten um möglichst mit viel Landabdeckung dann nach Süden zu fahren, aber Fritz fände es gut, ein bisschen im offenen Meer zu fahren. Also gut. Und – Action. Wir haben das zweite Reff im Groß und die Fock und nun geht es raumschots die Wellenberge herunter. Zusätzlich zu den sowieso obligatorischen Schwimmwesten, sind alle durch Lifebelts gesichert. Bereich. Es wird eine äußerst wilde Fahrt. Das Heck wird von jeder Welle angehoben, weiter angehoben, bis wir die Welle runterlaufen. Der Maximum Speed wird 8.4 Knoten betragen und somit als neuer Speedrekord seinen Eintrag ins Logbuch finden. Ich suche einen Weg durch das Felsen- und Untiefengebiet und Paula wird langsam aber sicher seekrank. Ich kann es zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ändern, wir werden noch ca. 1 Stunde auf dem Kurs bleiben müssen, bevor wir vom Ostkurs hinter einer Insel auf Süd Kurs in Deckung gehen können. Paula hält aber durch, Fritz steuert die Moyenne sicher und Lili „genießt“ das Ganze mit wechselnden Gefühlen. Dann können wir anlufen und hinter der Insel Stora Kornö in einen Hafen einlaufen. An die Heckbojen möchte ich nicht, da hier durch zwischen den Inseln immer noch ordentlich Wind und Welle stehen. Im Hafen ist nur Platz hinter eine Hallberg Rassy und einem kleinen Motorboot. Es ist wieder einmal sehr eng und ich versuche die Moyenne schön langsam parallel zum Steg in die Lück zu bringen. Fast wären wir da, da ruft ein Mann vom gegenüberliegenden Steg, dass wir dort nicht festmachen können. Also Abbruch und wieder raus. Wahrscheinlich sieht er uns die Enttäuschung an und meint, wir könnten längsseits an einen anderen Steg. Also neuer Anlauf, Fender und Leinen neun ausrichten und schließlich sind wir um halb vier nach 21 teilweise sehr heftigen Meilen fest und vor allem Paula kann aufatmen. Die freundlichen Helfer an Land heißen uns herzlich willkommen und wir halten noch einen kleinen Schwatz. Der Landstromkasten ist etwas weiter entfernt als unser 25 Meter Kabel, aber wir gewinnen noch zwei Meter durch einen Adapter. Schließlich bedanken wir uns bei der Land Crew mit zwei Dosen Bier.

Nach einer kurzen Erholungspause, brechen die drei zu einer Insel-Erkundungstour auf. Ich muss mich auch erstmal erholen. Der Tag war insgesamt recht anspruchsvoll, was die Navigation und dann auch die Schiffsführung anging. Außerdem muss ich bei diesen Verhältnissen noch mehr als sonst auf die Crew achten, da ja alle noch nicht so viel Erfahrung auf Yachten haben. Aus meiner Ausruh-Phase wird nichts, da der Plotter plötzlich keinen Wind mehr anzeigt. Ich starte ihn mehrmals neu aber ohne Erfolg. Das Internet ist keine Hilfe und so warte ich erstmal unzufrieden ab. Nach einer Stunde ist die Anzeige plötzlich wieder da.

Mit leuchtenden Augen kommen die drei von der Erkundungstour zurück. Die Insel und vor allem das kleine Dorf ist eine wahres Bullerbü. Kleine alte Fischerhäuser am Hafen, enge Gassen, dahinter ein kleines Dorf das durchgehend nur mit ca. 10 Personen bewohnt ist. Während der Saison und über Weihnachten und Silvester sind es ca. 150 plus 25 Gastliegeplätze. Es gibt keine Autos, dafür aber Schafe und einen der drei Höhlen in Schweden, wie uns der sehr nette alte Mann von Hafen erzählte. Vor dem Abendessen fahren wir mit dem Schlauchboot zum Felsen. Fritz ist vom Angelfieber gepackt. Leider ist meine Ausrüstung auf Grund von fehlendem Teilen nicht gerade optimal aber wir versuchen es trotzdem. Blinker und Posen werden ausgebracht. Zweimal muss ich zurück zum Schiff und weiter Teile und Köder zu holen. Es wird mit altem Brot, Käse und der Käse-Bacon Paste aus der Tube versucht. Paule wirft nun auch fleißig die Angel aus. Da ein Teil der Kurbel verlustig gegangen ist, muss der Auswurf ohne erfolgen, um dann die Kurbel zügig einzusetzen und den Blinker langsam einzuholen – natürlich immer mit der Hoffnung auf einen Fisch als Beute. Aber das Glück ist mit den Fischen, wir haben trotzdem unseren Spaß. Ich laufe zum Schiff zurück, um mich um das Abendessen zu kümmern, denn Fisch wird es wohl heute nicht mehr geben. Den Abend lassen wir mit Bordspielen entspannt ausklingen. Am nächsten Morgen zeigt mir Lili noch die Insel. Wir treffen wieder den netten Mann vom Vortag. Er lädt uns ein, sein Haus auf dem Felsen zu besichtigen und schwärmt von der Insel in den höchsten Tönen. Ich erwähne, dass wir heute nach Björholmen fahren, wo es eine so schöne Sauna hat. Eine sehr schöne Saune haben sie hier auch, antwortet er sofort. Lili und ich müssen schmunzeln. Sicherlich wären wir noch zum Abendessen eingeladen worden aber wir müssen ja noch ein bisschen weiter nach Süden.

Am nächsten Morgen hat sich der Wind beruhigt und auch die Wellenbewegungen sind nicht mehr so stark, wie am Vortag. Paula nimmt trotzdem vorsichtshalber mal eine Reisetablette, die schnell wirkt, aber natürlich etwas müde macht. Sie macht es sich auf einem der hinteren Cockpitsitze gemütlich, während wir bei schönstem Wetter den Genacker setzen und bei beschaulichem Westwind in Richtung Süden segeln. Fritz versucht wieder sein Angelglück. Die bereits ohne Gegenstück wackelige Kurbel entschwindet in den Fluten, gerade als gefühlt 200 Meter Leine abgerollt waren. Die Idee mittels Imbusschlüssel die Rolle zum Einholen zu bewegen scheitert. Dann eben mit einem Torkaufsatz und der Akkubohrmaschine. Das klappt und die ausgebrachte Leine wird mit High-Speed eingeholt. Dann beendet Fritz zunächst das Angeln. Am späten Abend wird er am Steg von Björnholmen tatsächlich noch einen kleinen Fisch angeln. Vorerst gibt es anstatt Fisch eben chillige Musik aus den Außenlautsprechern und wir freuen uns, über den schönen Segeltag. Die durchkommende Sonne sorgt für entsprechend angenehmen Temperaturen und der Genacker für guten Speed um die 5 Knoten. Gegen 17 Uhr bergen wir nach 22 Seemeilen die Segel und laufen in den Hafen von Björholmen ein. Fritz fährt die Moyenne mit dem Heck gut an den Steg, die Heckleinen werden festgemacht, die Mooringleine geangelt und das Schiff so auch vorne festgemacht. Nach dem obligatorischen Prozedere (Stromanschluss legen, Logbuch ergänzen, Hafengebühr bezahlen, Klar-Schiff Machen) holen wir das Schlauchboot auf den Steg und spülen das Salzwasser gründlich ab. Ich werde es dieses Jahr leider nicht mehr benötigen. Dann wird das ganze ordentlich verstaut. Gleiches gilt für den Genacker, der ebenso in der Backskiste verschwindet. Er hat sich dieses Jahr „bezahlt“ gemacht und uns doch einige Motorstunden erspart und für viel Segelspaß gesorgt. Wir reservieren einen Platz im Restaurant und speisen dort gemeinsam sehr lecker zum Abend und sind uns einig, dass es eine sehr schöne gemeinsame Woche war. Wind und wettertechnisch war alles dabei und auch Paula hat es gefallen. Sie war das erste Mal auf einer Yacht segeln. Ich habe mich gefreut, dass Fritz auch mit war. Letztes Jahr hat es ja beim ihm nicht geklappt. Dafür war ja Lili eine Woche an Bord.

Als alles gepackt ist, beobachten wir zwei Jungs (ca. 8 Jahre alt), die am Steg einen Fisch nach dem anderen herausziehen. Fritz kramt die eine Angel wieder aus der Backskiste und mit allen vorhandenen Ködern versuchen die drei ihr Glück aber nichts scheint den Fischen zu schmecken. Als die Jungs gegen 22.30 Uhr abziehen, lassen sie eine Stück Krabbenfleisch zurück. Dieses wird nun über den Haken gestülpt und nach kurzer Zeit hat Fritz tatsächlich seinen ersten Fisch hier geangelt. Es ist eher ein Fischchen, aber egal, zählt trotzdem. Nun sind wirklich alle Erwartungen an diese Woche erfüllt und wir können zufrieden in die Kojen gehen.

Morgen werden die drei um 07.18 Uhr von hier mit dem Bus nach Göteborg fahren. Ich werde noch einen Tag bleiben, in die Sauna gehen. Das Schiff saubermachen, Wäsche waschen und arbeiten. Dann geht es für mich wieder solo weiter in Richtung Süden. Ende August / Anfang September muss ich wieder in Berlin sein.

Das Solo Segeln hat auch seinen Reiz. Klar ist, dass das es natürlich viel länger dauert, dass Schiff zum An- und Ablegen klar zu machen. Auch das Bergen des Großsegels ist, je nach Wind und Wellengang natürlich etwas aufwändiger, als wenn man zu zweit ist. Aber mit dem Autopilot und dem Windprogramm geht das auch ganz gut. Ich habe inzwischen mein System gefunden. Gleiches gilt für die An- und Ablegemanöver. Wichtig ist eine gute Vorbereitung und das Vermeiden von Schnellschüssen. Ein weiterer, sicherlich oft etwas unterschätzter, Aspekt ist, das ich nur auf mich achten muss, wenn ich alleine segle. Sind andere dabei, muss ich natürlich auch auf die Crewmitglieder achten, aber das mache ich gerne und freue mich, wenn sich alle wohl und sicher an Bord fühlen.

 

Strömstad – Fredrikstad

Von Strömstad nach Fredrikstad

Das Wochenende in Strömstad ist heiß und dementsprechend ist im Hafen viel los. Kinder baden im Wasser, Erwachsene fahren SUP oder liegen faul in der Sonne. Ich baue das Sonnensegel mit Hilfe eines schwedischen Nachbarlieger auf. Am Vortag war ich bei der Massage, die hervorragende war.

Am 22. hole ich Leonie mit dem Schlauchboot vom Busbahnhof in Strömstad ab. Eigentlich hatte ich vor noch Fisch und Lebensmittel einzukaufen, aber der Fischladen hat montags nur bis um 17 Uhr geöffnet, ich war also eine knappe halbe Stunde zu spät. Immerhin konnte ich schon einiges von der Lebensmittelliste einkaufen. Mit Leonie ging es zur Moyenne und nachdem das Nötigste verstaut war, gingen wir ins Restaurant und bestellten Pizza. An Bord gab es noch viel zu erzählen, bevor es in die Koje ging.

Am sonnigen Dienstag fuhren wir erneut mit dem Schlauchboot nach Strömstad, kauften lecker und reichlich Langostinos und Fisch ein, sowie fehlende Lebensmittel. Leonie hatte bei der Einfahrt nach Strömstad einen Juwelier gesehen und wollte für Lara noch eine Kette kaufen. Es wurde ein zeitlich längeres Unterfangen und so kamen wir erst gegen 13 Uhr los. Die Logge klemmte wieder, kam aber nach einigen Kringeln wieder frei. Bei schönstem Wetter setzten wir Segel und fuhren den Sackensund nach Norden. Der Wind frischte auf. Wir lassen die Insel Östra Rödskar an Steuerbord und umrunden Norden Sandry nördlich. Um 16 Uhr setzen wir gerade noch rechtzeitig die norwegische Gastlandflagge bevor wir in die Bucht von Holtekillnaturhavn eindrehen. Der Weg hinein führt durch einen kleinen Sund, links und rechts schöne Häuser mit großen Wiesengrundstücken. Kühe grasen am Ufer. Wir suchen einen Platz mit einer entsprechenden Wassertiefe und der Anker fällt bei knapp 5 Meter Wassertiefe. Abends gibt es die großen Langostinos mit Aioli und frischem Weißburgunder.

Die Bucht ist weitläufig und nicht gerade typisch norwegisch, da es Schilf und Wiesen am Ufer hat. Da das Wasser nicht gerade zum Baden einlädt, fahren wir am nächsten Morgen auf einen Felsen. Leonies Versuch, von hier aus ins Wasser zu gehen, scheitert an den glitschigen Felsen. Wir sonnen uns auf den warmen Felsen, bevor es aufs Schiff zurückgeht. Um kurz nach 13 Uhr holen wir den Anker auf. Der erste Versuch scheitert, da auf einmal die Ankerwisch mächtig Mühe hat. Der Grund ist schnell ausfindig gemacht, als ich mich über die Reling beuge. Wir haben ein Leitungsrohr mit angehoben. Also Anker wieder runter. Rückwärtsfahrt, zweiter Versuch, immer noch hängt das Ding über dem Anker, also nochmal vor und zurück. Anker ganz runter, dann lässt er sich endlich ohne Anhängsel bergen.

Wir laufen aus dem Sund wieder heraus und drehen nach Steuerbord. Die Norwegenflagge soll gegen die schwedische Gastlandflagge getauscht werden. Allerdings weht diese kurze Zeit nur mit einer Leine oben an der Saling. Also kommt der Bootsmannsstuhl das zweite Mal auf der Reise zum Einsatz. Da kein Wind ist, machen wir das auf dem offenen Wasser. Leonie zieht mich mit der Winsch hoch, dort kann ich alles klarieren und im Anschluss die schwedische Flagge hissen. Da wir uns im „Grenzgebiet“ befinden, werden wir noch einige Male die Flaggen tauschen. Wir lassen den Leuchtturm Sauholmen an Backbord und die Insel Herfo an Steuerbord und fahren mit dem Großsegel in Richtung Süden. Es ist sonnig und auf dem Wasser ist recht viel los. Um 15 Uhr laufen wir in den Kostersund ein. Hier bin ich bereits mit Michael gewesen, allerdings kamen wir von der anderen Seite. Wir bergen das Großsegel. Die Kosterfähre und alle möglichen Bootsarten kommen uns entgegen. Der Kosterhafen ist proppe voll. Man liegt bereits im 4er Päckchen. Wir wollen aber sowieso in die Ankerbucht westlich, die ich bereits kenne. Hier finden wir einen Platz. Mit dem Dinghi geht es auf die einen Felseninsel. Von oben aus haben wir beste Sicht auf zwei Motorboote, wie sie am Felsen vor Heckanker anlegen. Abends gibt es lecker Dorsch mit Bratkartoffeln. Von einem weiteren Felsen schauen wir den Sonnenuntergang an. Leider verschwindet die Sonne zu schnell hinter den Wolken, dennoch färbt sich der Himmel noch blutrot. Am Ufer machen Jugendliche noch den Abend/Nacht zum Tag und feiern, was auch immer, lautstark. Egal, wir schlafen trotzdem.

Am Donnerstag geht es wieder durch den Kostersund zurück aufs offene Wasser. Der Wind ist passend für den Genacker. Dieser bringt uns bei rund 4 – 6 Knoten scheinbarem Wind mit ebenfalls 4 Knoten in nördliche Richtung zum Singlefjorden. Diesen wollen wir bis zum Ende folgen, um dort im Hafen uns vor den anstehenden kräftigen Winden „Schutz“ zu finden. Das ganze segeln wir dann nur mit dem Großsegel und kommen gegen 17 Uhr im Hafen an. Wir finden einen Platz zum längsseits gehen. Der Hafen von Kjeringholmen erweist sich als reiner Hafen für Einheimische. Es gibt einen Italiener (sprich Türken) aber ansonsten nichts. Keine Einkaufsmöglichkeiten, kein Bus, keine „Gar Nichts“. Die im Hafenhandbucht beschriebenen Attraktionen „Klang-Installationen“ im Kulturzentrum kennt hier niemand. Wenn man kein Auto hat, ist man aufgeschmissen. Egal, wir haben noch genügend zu Essen an Bord. Vorsichtshalber füllen wir mal Wasser auf. Am nächsten Tag soll es durchregnen.  

Morgens stellen wir fest, dass ein großer Kat hinter uns angelegt hat. Wir liegen wohl auf seinem Platz, nun gut konnten wir nicht wissen, da wir extra jemand gefragt hatten, ob wir dort liegen könnten. Wir beschließen trotz Regen wieder etwas weiter südlich zu fahren, wenn hier sowieso umlegen müssten. Also Ablegen und im Regen wieder eine Stunde nach Süden. Leonie ist guter Laune, denn morgens hat sich die Infos bzgl. der Gasteltern für Lara in England bekommen. Also steht sie bei kräftigem Regen am Steuer. Nach einer guten Stunde laufen wir in eine kleine, aber schöne Bucht von Svarerodkillen (59° 06 N und 011° 13 E) ein. Hier gibt es zwar auch nichts, aber es ist immerhin viel schöner – auch bei Dauerregen – als in dem Hafen. Wir vertreiben uns die Zeit mit Arbeiten, Logbuchschreiben und Kartenspielen. Leonie übt ein bisschen Klavier und ich bereit die Pasta für heute Abend vor. Morgens ist beim Spiegeleibraten die zweite Gasflasche leer, also schließe ich Nr. 3 an. Eine volle ist noch als Reserve an Bord.

Ungewohnt früh (08.45) gehen wir Anker auf und Motoren aus der Bucht. Der Wind bläst mit 4-5 Bft. frisch aus S – SW, also in unsere Richtung. So kreuzen wir durch die enge Schärenlandschaft. Der Kartenmaßstab ist aus meiner Sicht zu groß, so schaue ich regelmäßig auch auf den Plotter. Bei der Insel Ribba wenden wir erneut und kreuzen durch die Enge von „Alteren“. Jeder Schlag dauert nur ca. 1 Minute. Nach 5 Minuten sind wir durch die Enge durch. Wir lassen die Insel Nordre Sandoy an Steuerbord und nehmen Kurs auf den Hafen von Skjärhalden. Das Wetter wird besser und der Hafen wird sich im Tagesverlauf füllen. Wir sind aber rechtzeitig da und werden von dem jungen Hafenmeister an einen Platz geleitet. Und so machen wir längs von zwei Motorbooten am Schwimmsteg D 2 fest. Hier war ich bereits einmal vor ein paar Wochen mit Michael und Karin. Nun ist es deutlich voller. Viele junge Leute auf teuren und großen Motoryachten. Alkohol fließt reichlich und auf jeder zweiten Yacht wird schon gefeiert. Neben uns legt ein neuer Nachbar an. Ebenfalls ein schnelles Motorboot mit 4 Jungs an Bord. Gut angezogen sind hier nahezu alle, aber die Manieren …, naja vielleicht gehört das Pinkeln ins Hafenbecken hier zum guten Stil.

Im Supermarkt füllten wir dringend benötigte Lebensmittel auf und machen einen Spaziergang über die Felsen.

Wir buchen eine Stunde in einer kleinen Sauna an einem Meeresschwimmbad, nur 10 Minuten von unserem Liegeplatz entfern. Durch die großen Scheiben schaut man aufs Meer, in das man nach dem Saunagang eintauchen kann. Wir haben unsere Badesachen vergessen und gehen unbekleidet ins Wasser. Das ist hier unüblich, aber wenigstens pinkeln wir nicht vom Steg ins Wasser. Nach einer Stunde warten bereits die nächsten Saunagäste auf diesen schönen Ort und wir machen uns auf den Rückweg. Später gehen wir noch einmal zur Sauna, um dort den Saunabetrag in Form von SEK zu hinterlegen. Bei der Buchung hat es mit der Online-Bezahlung nicht geklappt. Aber die „Managerin“ der Sauna sagte uns, dass es kein Problem ist und wir auch schwedische Kronen hinterlegen könnten.

Gegen 19 Uhr wir es im Hafen ruhiger und wir wundern uns, wo alle sind. Am nächsten Tag berichten unsere Nachbar-Jungs, dass es ein Open-Air-Konzert von einer namhaften norwegischen Band gab. Es waren wohl einige extra deswegen in diesen Hafen gekommen.

Am Sonntag (28.07.) geht es um 11 Uhr weiter. Heutiges Ziel ist die Ankerbucht Fedagsholet, in der ich bereits zweimal war. Aber Leonie möchte ich sie nicht vorenthalten, weil sie so schön ist. Mit Großsegel und Genua geht’s es zuerst in westliche, dann in nördliche Richtung. Schließlich müssen wir noch das erste Reff einziehen und die Genua gegen die Fock wechseln. Wir kommen gut voran. Nach einigen Schlägen nehmen wir gegen halb drei die Segel weg und laufen in das schmale Fahrwasser zur Ankerbucht ein. Da die meisten Motorboote am Felsen festmachen, finden wir einen guten Ankergrund. Die Sonne scheint, wir baden und fahren mit dem Schlauchboot zu den von der Sonne aufgewärmten Felsen und genießen die Zeit zu zweit. Wieder am Schiff gibt es ein Wiedersehen mit den zwei Jungs, die mit ihrem Boot in der Bucht rumfahren und Eis, Getränke und Teilchen zum Verkauf anbieten. Wir nehmen das Angebot dankend an. Besonders die selbstgemachten Karamell-Taler sind sehr lecker. Auf dem hochgelegenen Felsen erleben wir erneut einen schönen Sonnenuntergang.

Am nächsten Morgen versuchen wir noch ein paar schöne Fotos zu schießen aber der Himmel ist etwas diesig. Um kurz vor 13 Uhr Motoren wir aus der Bucht auf dem Weg zum nächsten Naturhafen (Hankonaurhavn). Das ursprüngliche, von Leonie ausgesuchte Ziel auf den Missigen Inseln lässt sich nicht realisieren. Wir kommen zwar nach eine paar schönen Segelstunden dort an. Es sind schon drei andere Schiffe dort vor Anker. Wir fragen bei einer Segelyacht nach, ob sie über Nacht bleiben, was sie verneinen. Daher entschließen wir uns, den Anker zu werfen. Leider hält dieser auch beim zweiten Anlauf nicht. Da der Platz sehr eingeschränkt ist und ein anderer Yacht-Eigner und kritisch beäugt, brechen ich den Versuch nun ab, da wir keine Chance haben unsere Position so zu verändern, dass der Anker auf einen besseren Grund fällt. Also verlassen wir, insbesondere Leonie schweren Herzens die Bucht. Kurze Zeit später Motoren beide Yachten aus der Bucht und eine andere Yacht läuft in die Bucht ein. Hätten wir das früher gewusst, wären wir geblieben und hätten unser Glück nochmal versucht. So geht es in Richtung NW mit Ziel Hankosund. Dort finden wir einen guten Platz in der weitläufigen Bucht. Die Einfahrt zur selbigen ist aber auch wieder sehr eng. Aber nach so vielen Monaten (dieses und letztes Jahr) in den Schären wird man etwas sicherer, was die Navigation angeht.

Wir fahren mit dem Schlauchboot auf die seewärtigen Schären, die flach aber wunderschön sind. Hunderte von leeren sehr großen Austernschalen sind neben Miesmuscheln zu bewundern. Sie sammeln sich in den windgeschützten Stellen auf den Felsen. Es ist eine eigenartige, großartige Landschaft. Die Steine sind unterschiedlich bewachsen. Moose, Flechten, Büsche, kleine Blumen wachsen an den unterschiedlichsten Stellen. Wir beobachten einen Kormoran, der erst einen großen, strahlförmigen „Schiss“ nach hinten abgibt und dass mit einem ordentlichen „Rülpser“ die Reste (das Unverdaubare) eines Fisches ausspuckt, bevor er sich so erleichtert in die Lüfte erhebt. Später sehen wir ihn, mit einer großen Scholle im Schnabel. Diese ist aber definitiv zu groß für ihn, obwohl er sich große Mühe gibt, diese in die richtige Position zum Verschlingen zu bringen. Das ganze wird von einer großen Möwe mit hungrigem Interesse verfolgt. Nun kämpft der arme Kormoran mit der Scholle und versucht gleichzeitig die Möwe auf Distanz zu halten. Bei einem Schleuderversuch entwischt im die zappelnde Scholle und die Möwe schnappt zu und entflieht mit ihrem Abendessen auf einen benachbarten Felsen. Der Kormoran guckt in die Röhre und taucht schließlich genervt ab, um erneut auf Unterwasserjagd zu gehen.

Nach diesem Schauspiel fahren wir zurück zum Schiff, um Abendessen zu kochen.

Da es ab dem kommenden Nachmittag und Abend mit bis zu 7 Bft. wehen soll, möchte ich abends in einem sicheren Hafen sein. Wir lichten um 11 Uhr den Anker und laufen aus der Bucht aus. Wir lassen die Insel Naveskjer an Steuerbord und es geht anfangs unter Segeln erneut zur den schönen Ankerbucht, um das schöne Wetter zum Baden und Faulenzen zu nutzten, bevor wir zum Hafen aufbrechen wollen. Vom Felsen gelingen diesmal sehr schöne Fotos von der Moyenne. Dann geht’s mit Maschine in den fast gegenüberliegenden kleinen Sund der ausreichend Schutz vor dem bereits schon kräftigen Wind bieten soll. Wir finden nach kurzer Zeit den reservierten Platz und legen vorwärts an. Der Wind drückt uns an den mit einer guten Gummileiste geschützten Schwimmsteg. Ich hätte den Steg von der anderen Seite anfahren sollen, dann hätte ich das Heck besser vom Steg weghalten können, so zieht der Rückwärtsgang, das Heck natürlich weiter an den Steg. Zwei deutsche Segler aus Hamburg nehmen die Leinen an. Wir klarieren auf, füllen den Wassertank auf und ich kümmere mich um die Chrom-Reling. Das überkommende Salzwasser hinterlässt ja sofort seine Spuren. Dann lassen wir die Luft aus dem Schlauchboot und verstauen dieses in der Backskiste. Da Leonie morgen in Fredrikstad von Bord geht und ich die nächsten Tage allein unterwegs bin, stört das Schlauchboot nur beim Anlegen. Dann machen wir es uns nach einem Spaziergang im Schiff gemütlich. Mein Versuch, Wäsche zu waschen scheitert an der defekten Waschmaschine. Die Wäsche kommt voller Waschmittel und überwiegend nass aus der Trommel. Nachts frischt es weiter auf und ich bin froh im Hafen und nicht in einer Ankerbucht zu liegen.

Am nächsten Tag geht es bereits um 7 Uhr los, da wir um 9 Uhr durch eine Klappbrücke bei Fredrikstad wollen. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, ist, dass die Brücke defekt ist. Ich hatte mir abends im Plotter Wegpunkte zur Einfahrt in den Sund nach Fredrikstad gesetzt, ohne auf die große Karte zu schauen. Das stellt sich als Fehler raus, da ich auf Grund des fehlenden Gesamtüberblicks die falsche Seite anfahren will. Es gibt nämlich zwei Seiten zur Stadt zu kommen. Also müssen wir bei ungemütlichen 5 Windstärken mit Maschine noch einen Umweg fahren. Um kurz vor 9 Uhr sind wir dann vor der Brücke. Ich rufen die Brücke auf UKW Kanal 12 an, erhalten aber keine Antwort. Also per Telefon. Man erklärt mir, dass die Brücke defekt sein. Na prima, hätten wir uns das frühe Aufstehen sparen können. Wir machen vor der Brücke an einer großen Steganlage fest. Leonie packt ihre Sachen zusammen. Dann gehen wir in die Stadt und fahren mit der Fähre zu „Old Town“, die sich als sehr sehenswert entpuppt. Schöne Geschäfte in alten Häusern, eine alte Festungsanlage und viele Familien mit Kindern. Mit der Fähre geht es zurück zur Moyenne und von dort bringe ich Leonie zum Busbahnhof. Um kurz vor 14 Uhr heißt es Abschiednehmen. Es war eine wunderschöne Woche, die wir zusammen hatten. Viele schöne Segelstunden, romantische Buchten, warme Felsen, frisches Meeresbaden und viele Kartenspiele am Abend, die ich meistens verloren habe. In rund 4 Wochen werden wir uns in Berlin wiedersehen. Davor kommen Fritz, Paula und Lili noch für eine Woche an Bord. Mit ihnen geht es langsam südlich in Richtung Göteborg. Von dort aus fahre ich alleine wieder die Strecke nach Kopenhagen. Hier kommen wahrscheinlich nochmal „Gäste“ an Bord. Wer, das ist zurzeit noch unklar, wird sich aber im Reiseverlauf klären.

Die nächsten zwei Tage nutze ich, um morgens Joggen zu gehen und etwas Sport zu machen. Außerdem stehen Wäschewaschen, Putzen und Einkaufen auf dem Tagesprogramm. Zwischendurch ein paar Stadtspaziergänge. Abends gehe ich ins „Slippen“ Restaurant. Dort bestelle ich vorzügliche Austern Asia Style und anschließend Catch oft he Day. Abends wird es frisch und ich kehre auf die Moyenne zurück und schlafe in frisch gewaschener Bettwäsche zeitig ein. Morgen geht’s weiter. Wohin? Das entscheide ich morgen.

 

PS: Leider konnte ich ein paar schöne Bilder noch nicht laden, das hole ich aber noch nach. Es lohnt sich.

Oslo – Strömstad

Von Oslo nach Strömstad

Am 9. Juli fliege ich mit Mario abends mit Norwegian Airways vom BER nach Oslo. Die davorliegende Woche war recht vollgepackt. Am Donnerstag kaufte ich mit Mario Lebensmittel und Getränke für das Sommerfest im Verein ein, am Freitag lag ich bereits etwas angeschlagen teilweise im Bett. Am Samstag starteten wir um 12 Uhr mit den Vorbereitungen, kochten bis um ca. halb neun und gegen 00 Uhr war ich dann endlich im Bett. Dort blieb ich den Sonntag, obwohl ich eigentlich zum Sommerfest zu Gilbert gehen wollte. Normalerweise hätte ich meinen Flug um zwei Tage verschoben, aber da ich mit Mario verabredet war und es mit am Montagnachmittag etwas besser ging, holte ich Mario gegen halb vier von zu Hause ab. Um 22.30 Uhr landeten wir pünktlich in Oslo und fuhren mit dem FlytoGet nach Oslo und von dort mit dem Taxi weiter zur Marina. Die Moyenne lag friedlich in der noch hellen Nacht. Wir verstauten die Sachen und dann ging es ab in die Koje. Am nächsten Morgen starteten wir nach dem Frühstück unsere Einkaufstour durch zwei Supermärkte und liefen nach einem Mittagessen im Hafenrestaurant gegen 15.30 Uhr aus. Das Wetter meinte es gut mit uns und so kreuzten wir bei Südwind den Oslofjord in selbige Richtung. Gegen 18 Uhr frischte der Wind kurzfristig deutlich auf. Zur Ankerbucht war es nicht mehr weit, also bargen wir die Segel und bedienten uns der Maschine. In Oslo hatten wir noch die fehlenden 57 Liter Diesel aufgefüllt und auch den Wassertank randvoll gemacht. Um 19 Uhr fiel der Anker bei rund 8 Meter Wassertiefe und wir ließen großzügig 40 Meter Kette folgen. Nach einer Brotzeit rief wieder recht schnell meine Koje. Ich war leider immer noch nicht richtig fit. Am nächsten Tag sollte es den ganzen Tag regnen und so war der Plan, in der Bucht zu bleiben.

Der Wetterbericht behielt Recht. Es regnete mehr oder weniger den ganzen Tag in Strömen. Die Bucht lag im Regendunst, der Wald am Ufer war wolkenverhangen. Es war eine schöne ruhige und etwas mystische Stimmung. Zum Frühstück gab es Eier mit Speck. Mittag Börekstangen, nachmittags Eierkuchen mit Apfelscheiben und abends die gekauften Seebrassen mit Pfannengemüse und Reis. Der Tag hätte also schlechter laufen können.

Das einzige, was nicht geklappt hat war den Ersatzfender aufzublasen. Auch der beim Bootsladen gekaufte Adapter brachte keinen Erfolg.

Am Donnertagmorgen kommt nach dem Regen die Sonne durch und um 12 Uhr gehen wir Anker auf und kreuzen bei guten 3 Windstärken den Fjord weiter nach Süden. Die Color Line kommt von hinten schnell näher und überholt uns in noch gerade angemessenen Abstand. Nach 28 Seemeilen nehmen wir die Segel weg und laufen in die Marina von Selviken ein. Mario legt die Moyenne beim zweiten Anlauf sicher an den Steg. Ein Nachbarlieger nimmt die Leinen netterweise an. Gegenüber von uns liegt eine Bavaria 37. Sie gehört einem jungen Ukrainer. Es kommt aus Cherson, einer Stadt die lt. seinen Angaben weitestgehend zerstört ist. Wenn ich es richtig verstanden habe, konnte er sich mit 500 USD von den Russen freikaufen und ist über Polen nach Norwegen gekommen. Er arbeitete auf einem Frachter und kaufte sich vom Geld das Schiff auf dem er nun lebt. Die Ukraine müsse die Mittel bekommen, sich zu verteidigen, das sei die einzige Chance.

Genauso wie wir vor einigen Wochen, hat er ein Problem mit seinem Dampferlicht hat. Ich helfe ihm, ihn am Genackerfall hochzuwinschen. Dabei kommt es zu einem Überläufer auf seiner kleinen Winsch. Nun geht es nicht mehr vor und nicht mehr zurück. Er hängt recht unvorteilhaft in seinem schlechtsitzendem Bootmannstuhl und leidet, wären wir an einer Lösung basteln. Schließlich ziehen wir an einer anderen Winsch das Großfall hoch, so dass er sich damit zusätzlich einpicken kann, damit können wir das andere Fall entlasten und ich bekomme den Überläufer von der Winsch. Die Reparatur scheitert trotzdem, da es wohl nicht die Birne ist, sondern ein Kabel defekt sein wird. Dennoch sehen wir ihn am kommenden Tag in Richtung Bergen auslaufen.

Bei uns gibt es abends schöne Steaks. Blöderweise lassen meine Halsschmerzen nicht nach und meine Stimme ist angeschlagen.

Erneut starten wir erst wieder kurz nach 13 Uhr und segeln aus der Bucht. Vorher hatten wir im Supermarkt unsere Vorräte aufgefüllt und Wasser gebunkert. Der Supermarkt war nicht weit vom Hafen entfernt, das muss ausgenutzt werden. Außerdem benötigten wir neue „Teilchen“, Mario saugt die täglich weg. Mir reicht meistens ein halbes. Wieder geht es auf die Kreuz und bei 4 Bft. ziehen wir später das erste Reff ins Großsegel. Es ist eine sehr schöner Segeltag mit perfekten Bedingungen. Am frühen Nachmittag lassen wir die Insel Store Sletter an Steuerbord und drehen in die heutige Ankerbucht Toralden ein. Auf der Hauptwasserstraße war viel los. Zahlreiche schnelle Motorboote rauschten an uns vorbei.

Abends färbt sich der Himmel und das Wasser rosarot und wir bereiten die aus Oslo mitgebrachten Makrelen zu. Diese stellen sich allerdings auf Grund der massenhaften Gräten als nur schlecht genießbar heraus. Dafür gibt es als Sundowner eine „Cuba Libre ohne Cuba“. Es ist zurzeit eine alkoholfreie Zeit.

Über Nacht hat der Wind gedreht und kommt nun aus Nordosten. Gut für uns. Nach einem späten Frühstück gehen wir um 12 Uhr Anker auf und mit Vollzeug und 4 Windstärken geht es mit bis zu 6,5 Knoten zügig in Richtung Hankosund. Im Gegensatz zu ein paar Wochen, kommen wir diesmal von Norden rein. Ich fahre rückwärts in eine Lücke am Steg der Marina. Der junge Hafenmeister nimmt die Leinen entgegen und fragt, ob wir reserviert hätten. Nein haben wir nicht. Kein Problem, wir könnten auf die andere Seite des Steges kommen. Also das ganz noch einmal von vorne. Es stellt sich heraus, dass wir hier ruhiger liegen als an der Außenmole. Es ist eine nette Marina, die u.a. ein sehr nettes Restaurant hat. Hier wird es abends Disco-Musik im Stil der 80er Jahre geben. Vorher nutzen wir die Zeit zum Einkaufen. In der Verkaufsausstellung von „Brig“ schauen wir noch nach einem neuen Vereinsmotorboot :). Außerdem kann ich die Waschmaschine – leider ohne Trockner – nutzen. Da ich in Oslo nicht zum Waschen gekommen bin, ist das eine gute und dringende Gelegenheit. Hinter dem Restaurant erspähe ich einen Trockner und frage nach, ob ich diesen benutzen könnte. Kein Problem lautet die Antwort der Chefin. Als Dankeschön reservieren wir abends einen Tisch und lassen ein üppiges Trinkgeld dort. Abends fängt es wieder an zu regnen, was zumindest die Musik vom Restaurant etwas dämpft. Gerne hätten wir mitgefeiert aber meine Stimme ist immer noch nicht gut. Ich versuche mit Thymian-Tee und Tropfen dagegenzuhalten aber der bahnbrechende Erfolg bleibt noch aus.

Der Regen steigert sich in der Nacht, so ist das Deck zumindest garantiert salzfrei. Wir haben es nicht eilig und so legen wir erst gegen Mittag ab. Es geht kurz unter Maschine weiter südlich aber schon kurze Zeit später setzen wir noch im Sund die Segel und bereiten den Genacker vor. Bei NW 2 sollte das genau richtig sein. Allerdings läuft es nicht ganz so rund mit dem Setzen, da ich das Genackerfall auf der falschen Seite gesetzt habe. Das merke ich allerdings erst spät, nachdem wir das Fall nicht ausreichend durchgesetzt bekommen. Der Genacker lässt sich so nicht richtig ausrollen. Eine „Eieruhr“ kann gerade noch vermieden werden und wir lassen das ganze Gedöns noch einmal runter. Dann sortiere ich alles neu und siehe da: alles lässt sich wunderbar hochziehen und ausrollen. So können wir eine gute Stunde mit der großen weißen Blase, bei schwachem Wind rund 4 Knoten segeln.

Um kurz vor 16 Uhr packen wir alles ein, lassen Nordbaene an Backbord und Pattene an Steuerbord und schließlich den LT Lynholm auch an BB. Es geht wieder durch das gleiche Felsenlabyrinth, aber diesmal kenne ich den Weg und alles ist entspannt. Später liegen wir an der gleichen Stelle (59° 07,2 N und 010° 51,5 O) in der Bucht, wie damals mit Karin und Michael, nur dass es etwas kälter ist und der laute krächzende Mövenschwarm heute anscheinend woanders Lärm macht. Abends gibt’s Salat mit Steak-Streifen und ich verliere das x-te Mal im Rommee.

Am Montag ist wie immer erstmal Büroarbeit in größerem Umfang angesagt, daher geht es erst um 14 Uhr weiter. Wir zwängen uns durch die engste Ausfahrt und etwas abzukürzen. Hinter uns fährt ein SAR Boot mit uns mit. Gutes Zeichen? Schlechtes Zeichen? Man weiß es nicht. Als wir aus der Enge des Fahrwassers raus sind, ziehen sie zügig an uns vorbei. Es hat sich ein unerwartet starke Dünung aufgebaut aber mit Groß und Genua kommen wir dennoch gut voran. Sonne und Wolken wechseln sich ab und gegen 16.30 Uhr tauschen wir die Genau gegen die Fock, da wir in den Sjörsholmen Sund fahren. Landschaftlich sehr schön aber mit der Navigation muss man auch hier aufpassen. Wir verlassen den Sund und drehen den Bug wieder nach Süden. Nach diversen Kreuzschlägen bergen wir die Segel und lassen die Insel Bivik an Steuerbord und laufen nach Westen in ein große Bucht ein. Die erste Ankerbucht erweist sich als mit einem Boot vor Ort schon als voll, der anschließende Hafen ist ebenfalls voll und auch wenig attraktiv aber in der Karte ist ein Ankeplatz eingezeichnet, den wir anlaufen. Der Anker fällt bei nun 4 Meter ins Seegras, wie sich am nächsten Morgen herausstellen sollte. Während Mario das Abendessen vorbereitet, kontrolliere ich den Ölstand und reinige den Seewasserfilter. Für Mario ist es die letzte Nacht auf See, morgen geht’s nach Strömstad.

Da wir in Strömstad einen Platz via Dockspot vorreserviert hatten brauchen wir uns am morgen nicht zu hetzen. Wir haben zunächst Probleme, den Anker vom Seegras zu befreien. Die Kette rauscht auf Grund des vielen Schlamms auf der Ankerwinsch plötzlich durch, wir fahren etwas raus und lassen dann den Anker erneut auf 9 Meter sinken, um die Kette zu reinigen. Dann wird der Ankerkasten mit viel Wasser gespült. Im Ablauf hatte sich das Seegras gestaut und ich versuche diesen von außen mit dem Bootshaken freizubekommen. Das gelingt schließlich und so laufen wir unter Maschine den Langorannensund südlich nach Strömstad. Kurzfristig fängt es an in Strömen zu regnen so dass wir ca. 10 Minuten von innen steuern, dann ist der Regen vorbei und wir suchen die Einfahrt zur Marina. Diese wird von einem Hotel mit Spa betrieben. Schließlich werden wir fündig. Unser Platz ist relativ weit innen und Mario lässt mit den Vortritt beim Einparken. Alles easy, da kaum Wind. Kurze Zeit später legen wir bereits den Landstrom und machen das Schiff für einen Aufenthalt von ca. 7 Tagen fest. Mario packt schon ein paar Sachen und dann machen wir einen Stadtbummel. Dabei darf Mario „Fähr-Kapitän spielen. Wir nutzen eine Selbstbedienungsfähre zum Übersetzen.  Wir essen in der Stadt jeweils eine Shrimps-Box und zurück an Bord packt Marion seinen Seesack (sehr cool – von der Sea Cloud). Die Suche nach einer passenden Verbindung für Mario zurück nach Oslo gestaltet sich schwieriger als gedacht aber schließlich ist das Problem gelöst. Um 09 Uhr geht der Bus. Wir haben ein Taxi für 08.45 Uhr an der Rezeption gebucht.

Es war eine sehr schöne gemeinsame Woche mit überwiegend gutem Wetter und Fair Winds und viel gutem Essen! Ich habe mich gefreut, dass Mario die Zeit gefunden hat mitzufahren und hoffe auf viele weitere Törns gemeinsam auf der Moyenne.

Am nächsten Morgen bereite ich das Frühstück, dann steigt Mario ins Taxi und ich fange an meine To Do Liste abzuarbeiten, was sich u.a. auf das Klar Schiff Machen und arbeiten bezieht. Außerdem ist wieder Wäschewaschen angesagt.

Montagabend kommt Leonie an Bord, darauf freue ich mich schon sehr. Aber nun genieße ich die nächsten Tage alleine an Bord und schone meine Stimme.

Schreibe einen Kommentar

Göteborg – Oslo Teil 2

Endspurt Richtung Oslo

Am Samstag, den 22. Juni gehen wir bereits um halb zehn Anker auf. In der Nacht hat es anfangen zu regnen und dieser begleitet uns, während des Auslaufens aus der Bucht. So trage ich das erste Mal in diesem Jahr meine Musto Offshore Regenjacke und Gummistiefel. Der Regen lässt aber später nach. Wir lassen Kepholmen an Steuerbord und nehmen Kurs auf Grebbenstadt. Hier wartet Karin bereits im Kaffee auf uns. Es dauert allerdings noch eine ganze Weile, bis wir einen geeigneten Liegeplatz gefunden haben. Wir gehen längsseits vor einen Norweger, legen Landstrom und Bezahlen per App. Dann geht’s ins volle Kaffee zum Frühstück. Es gibt lecker Teilchen und ich bediene mich noch vom Frühstücksbuffet, welches aber offiziell schon geschlossen hat. Da sich unser Dampferlicht beim Ankerlichten heute Morgen nicht anschalten ließ, lasse ich mich mit dem Bootsmannstuhl in den Mast ziehen, um die Birne auszubauen und zu testen. Das mit den Einstellungen am Multimeter ist mir noch nicht ganz so geläufig, dennoch kommen wir zum Ergebnis, dass die Birne defekt ist (der Fuß ist auch etwas dunkel). Also frage ich den Hafenmeister, nach einem entsprechenden Geschäft. Es stellt sich heraus, dass ein Store am Sonntag von 11-13 Uhr geöffnet hat. Da es wieder angefangen hat zu regnen verbringen wir erstmal den Nachmittag im Schiff. Ich nutze die Zeit, um Wäsche zu waschen. Zahlreiche aufgemotzte Ami-Schlitten fahren die Straße zum Hafen permanent hoch und runter. Das sollte die ganze Nacht so weitergehen. In Richtung des Gästehafens (wir liegen etwas weiter innen) liegen zahlreichen Motorboote. Ein Partyzelt verspricht Disco-Musik für den Abend und die Nacht.

Der Ort bietet wenig, bis auf eine gute Busverbindung nach Oslo und ein gutes Geschäft, in dem wir Fisch und Krabben in ausreichender Menge erstehen. Abends wird der Fisch gebraten, am nächsten Tag wird es die Krabben (Langustinos) geben.

Am Sonntag laufen Michael und ich zu dem Segelladen, um die Glühbirne zu kaufen. Halbe Stunde hin, halbe Stunden zurück, überwiegend auf der viel befahrenen Landstraße. Aber, der Erfolg zeigt sich beim erneuten Aufentern in den Mast und Eindrehen der Birne. Das Panel quittiert die Aktion mit einer weißen Kontrollleuchte. Natürlich wird man das Dampferlicht in der Regel hier oben gar nicht benötigen. Sonnenuntergang ist gegen 22.30 Uhr, so richtig dunkel wird es aber gar nicht mehr. Die Navigationslichter sind eher bei schlechter Sicht gefragt und notwendig.

Wir verlassen den Hafen nach der entsprechenden Sicherheitseinweisung für Karin um kurz vor 13 Uhr, tanken noch 35 Liter und machen uns auf den Weg weiter nach Norden. Mit Groß und Genua, später mit Groß und Fock kommen wir bei guten Winden aus SW gut voran. Später setzten wir noch den Genacker, das dauert beim ersten Versuch ca. 35 Minuten, bis alles passt und es dauert nicht lange, bis wir ihn wieder bergen müssen.

Um 18 Uhr fällt nach 24 Seemeilen der Anker in der Bucht von Svarteoudden im Havstensund. Es ein sehr schöner Ankerplatz. Allerdings sind wir, um Windabeckung zu haben auch weit reingefahren. Nun liegt vor uns eine Untiefe. An BB können wir zwischen zwei Inseln hindurchschauen. Dazwischen muss es sehr flach sein, jedenfalls laufen zwei Menschen von einer Insel zur anderen und stehen maximal bis zu den Knien im Wasser. Hinter uns ist eine Schäre auch nicht weit entfernt, aber wir haben den Anker gut einfahren und liegen fest. Wir sitzen draußen bei einem kühlen Weißwein und lassen uns die Schalentiere schmecken. Obwohl die Felsen ringsherum sind, schlafen wir gut und gehen morgens baden. Das Wasser ist klar und frisch.

Der nächste Morgen ist sonnig und zunächst schwachwindig. Wir beschließen noch etwas die herrliche Ruhe hier zu genießen und lichten erst um 15 Uhr den Anker. Der SO Wind ist günstig und wir setzen erneut, und diesmal sehr viel schneller den Genacker. Eine knappe Stunde bergen wir die 86 m² Tuch wieder und setzen dafür die Norwegische Nationalflagge!! Somit hat die Moyenne ein weiteres Land erreicht. Mit dem Großsegel lassen wir die Insel Anegret an BB und fahren vorsichtig zwischen zahlreichen Felsen und Untiefen zum heutigen Hafen im Kostersund. Ein netter Hafen mit recht viel Betrieb. Wir machen an einem Schwimmsteg fest, bezahlen mit Dockspot und ich versuche mit einem Norweger das Thema Hafenhandbuch zu klären. Die NV Karten für Norwegen haben diese nur rudimentär im Anhang. Ich habe zwar auch noch eine App, aber das ist mir immer zu fummelig. Also steuern Karin und Michael ein Hafenhandbuch zur Ausrüstung der Moyenne dankesbarerweise bei. Abends gibt es Entrecote mit Pfannengemüse und ich gehe relativ früh in die Koje. Am nächsten Morgen füllen wir die Lebensmittelvorräte für die nächsten Tage auf, da wir wieder ankern wollen. Ein Berliner Pärchen legt mit ihrer Halberg Rassy an. Wir besprechen das Thema „Verzollen von Alkohol“ und ich beschließe dies mit einer App zu erledigen.

Der Dienstag wartet mit frischem Wind auf. Wir gehen morgens gemeinsam Joggen, was anfangs eher eine Kletterpartie über die Felsen ist. Nachdem wir den Wassertank aufgefüllt haben, legen wir kurz vor 14 Uhr ab. Es geht ein Stück weiter durch den Sund, dann wieder auf offenes Wasser. Mit dem ersten Reff im Groß und der Fock kommen wir bei SSW 4 mit guten 6 Knoten sehr gut voran. Wir lassen den LT von Tresene an BB und wechseln auf die Genua, um später wieder auf die Fock zu wechseln. Das Wetter passt es ist deutlich wärmer geworden und die Sonne scheint. Um16.45 drehen wir in die Rinne zur Ankerbucht ein. Die Einfahrt führ erneut durch eine immer enger werdende Rinne. Links und rechts Felsen. Ein paar Pricken markieren den Weg. Vor uns scheint die Rinne zu enden, soll aber nach Steuerbord weitergehen. Mit Schleichfahrt tasten wir uns vor. Karin steht vorne, um rechtzeitig Bescheid zu sagen, wenn einer vorn rechts um die Ecke kommt. Aber es bleibt alles klar. Dann öffnet sich die Rinne und wir kommen in die sehr schöne Ankerbucht von Fredagshalet. Im Hafen werden diese Buchten als „Naturhäfen“ ausgewiesen. Eine Motorboote liegen, wie hier so oft gesehen, direkt am Felsen. Entsprechende Möglichkeiten sind in den Detailbeschreibungen der Naturhäfen mit roten Linien oder Punkten markiert. Drei andere Schiffe liegen vor Anker. In der Mitte der Bucht befindet sich ein Ponton mit einer Müllentsorgungsstation und einer Fäkalienabsaugmöglichkeit. Wir fahren bis hinten in eine kleine Aussparung der Bucht und werfen den Anker. Es ist bis auf das permanente Möwengeschrei eine sehr schöne ruhige Bucht. Wir sitzen in kurzen Hosen und T-Shirt draußen, Baden und Karin bereitet den Heilbutt für abends vor. Am Ufer erscheint ein Reh mit einem Jungtier und wärmt sich auf dem Felsen.

Die Möwen machen ein riesiges Spektakel. Erst geht es vom Felsen auf das Wasser, dann auf den Ponton, dann vom Ponton wieder auf das Wasser und das Spiel beginnt von Neuem.

Die „Verzollung“ der alkoholischen Vorräte hat nach mehreren Anläufen geklappt, somit können wir ruhig schlafen.

Die Moyenne hat für diese Saison die Marke von 600 Seemeilen überschritten. Die Motorstunden hielten sich sehr in Grenzen und resultierten hauptsächlich aus Hafenein- und Ausfahrten.

Morgens nutzen wir das schöne Wetter erneut zum Baden. Die Batterien haben auf Grund der Sonneneinstrahlung nur rund 20% verloren. In der Regel lasse ich den Ankeralarm nachts laufen. Die permanente Ortsbestimmung der Raymarine-Software benötigt genauso wie der Kühlschrank natürlich Strom.

Nach dem Frühstück (Rühreier mit selbst gepulten Schrimps von Michael!) gehen wir Anker auf und Motoren aus der Bucht. Wir haben es nicht weiter bis zu unserem nächsten Ziel (Riesholmen Nord) und so richten wir den Kurs nach dem Wind aus und setzen erneut den Genacker. Mit entsprechendem Südwind geht es bei einem Einfallwinkel von ca. 120 Grad zügig mit 6.8 Knoten voran. Vor uns taucht ein Regattafeld auf, also holen wir den Genacker wieder ein und wenden. Dann geht der Genacker wieder rauf und ab geht’s mit erneutem Raumschotskurs. Die Entscheidung für den Genacker, gegen den auf der Sirius üblichen Code Zero, war genau richtig. Allerdings lässt er sich nicht so perfekt einrollen, wie ein Code Zero, aber das macht zurzeit nichts aus.

Wir laufen auf den Hankosund zu, in den auch das Regattafeld eingefahren ist. Das Wetter ist weiter fantastisch, Sonne, schöner Wind, ca. 25 Grad. Mit dem Großsegel und der Fock segeln wir den Sund entlang. Links und rechts wieder „Bullabü-Szenerie“. Ein weiteres Regattafeld kommt uns entgegen und ich löse kurz Karin am Steuer ab. Wir suchen einen Weg hindurch, da alle mit Vorfahrtkurs fahren. Es sind Boote vom Typ „Drache“ und weitere ähnlich schöne Schiffe. Um kurz vor 17 Uhr nehmen wir an einer Nordtonne die Segel weg und suchen nach einer geeigneten Ankerbucht. Das gestaltet sich etwas schwierig, da der Südwind recht kräftig weht und ich gerne etwas Windabdeckung hätte. Die zweite Möglichkeit erweist sich als ebenfalls unpassend, da zu eng. Also ein Stück zurück. Vor einer Anlegestelle ankern mehrere Boote. Wir lassen den Anker fallen, aber er hält auch beim zweiten Anlauf nicht. Der Steg gehört zu einem anscheinend privaten Besitz. Ich möchte erkunden, ob wir über Nacht dortbleiben können. Michael fährt längsseits an den Steg und ich steige über, um unser Anliegen vorzubringen. Ein älterer Mann kommt und sagt, dass es eigentlich ein Privatgelände ist, aber wir könnten bleiben. Er äußerte noch etwas besserwisserisch, dass wir den Anker zu schnell eingedampft hätten. Ich gebe im diplomatisch recht und anstatt einer Hafengebühr bringe ich eine Flasche Weißwein zu der am Ufer sitzenden Gruppe und alles ist geklärt. Eine Stunde später kommen zwei weitere Yachten. Der Wind hat sich gelegt. Auf dem einen Schiff entwickelt sich hektische Aktivität. Es wird ein Reifen am Spibaum angebracht. Zwei Jungs springen vom ausgebaumten Großbaum ist Wasser. Dan erscheint ein junges Mädel und steigt in der Turnreifen. Es folgt eine äußerst beeindruckende Turneinlage am Reifen, den wir mit gebührendem Applaus würdigen. Der Vater macht aufnahmen, und wir nehmen an, dass es sich um ein Bewerbungsvideo o.ä. handeln wird.

Abends gibt es Pasta mit Erbsen-Zitronensauce, danach Cuba Libre. Es war ein perfekter Tag.

Da wir am Freitag, den 28.6. in Oslo sein wollen, geht’s am Donnerstag „schon“ um 11.30 Uhr und Nordwind mal unter Maschine in Richtung Rauersund los. Auf der rechten Seite sieht man nun vermehrt Häuser und Siedlungen. Oslo ist nicht mehr weit. Zahlreiche Motorboote und einige Segler sind unterwegs. Die Leute liegen am Ufer oder Baden. Sommer in Norwegen. Die Ferien beginnen hier wohl in der kommenden Woche.

Der Master-Plotter spinnt mal wieder und zeigt überlappende Menüs an. Im Winter muss er eingeschickt werden. Aber ich bin ja sowieso ein Freund der Seekarte. Die Colorline kommt uns aus Oslo entgegen. Wir passieren eine schmale Stelle im Westufer, rechts davon ist eine Unterwasserbarriere aus dem Krieg. Die Ankerbucht von Sandsbollen bietet viel Platz und ist gut besucht. Auch hier hält der Anker erst wieder beim zweiten Versuch, allerdings liegen wir mit dem Heck mir etwas zu dicht am Felsen. Da es in der Nacht und vor allem am Freitag auffrischen soll, lichten wir eine Stunde später den Anker und fahren etwas weiter mittig in die Bucht. Hier passt alles. Es ist sehr warm (ca. 27 Grad) und wir baden erneut, bevor wir eine Reste-Essen kochen.

Ein kleines Motorboot mit einem jungen Pärchen kommt. Sie gehen Baden und versuchen sich näher zu kommen. Allerdings ist er viel mit seinen Haaren und seinem Handy beschäftigt. Auch als man sich auf dem Vordeck niederlässt, scheint sich nichts weiterzuentwickeln. Schließlich steht sie auf und zieht sich wieder etwas über ihren Bikini an. Nach einer Stunde verlassen sie die Bucht. Kurz Zeit später kommen zwei weitere Jugendliche auf uns zu. Einer sitzt im Schwimmreifen, der andere schwimmt nebenher. Als sie in unsere Nähe kommen, fragen sie „could you donate an beer for us?“ Ich antworte, dass Bier alle ist, ich könnte zwei Zigarren (aus der Gästekiste) anbieten. Sie nehmen dankend an und während der eine auf der Badeplattform Platz nimmt, bleibt der andere – nun die Zigarre rauchend – im Schwimmreifen. Sie erzählen, dass sie nach dem bestandenen Abi nun zum Militär müssten. Vor dem Abi steht eine ca. 3-wöchige Partiezeit, die vom 27 April bis zum 15. Mai dauert. Es ist eine sehr nette und lustige Unterhaltung mit den beiden supernetten Norwegern. Schließlich rufen die anderen vom Ufer herüber und beide paddeln, die Restzigarren rauchen in Richtung Ufer. Hier liegt ihr Boot. Sie haben es nicht weit nach Hause und als sie aufbrechen, kommen Sie winkend an uns vorbeigefahren.

In der Nacht fängt es an zu regnen und zu donnern. Der Regen hält bis morgens an. So wird das Deck vom Salzwasser befreit, was auch nicht schlecht ist. Wir verschieben den ursprünglich frühen Aufbruch um eine Stunde und frühstücken erst einmal. Ich will nicht zu spät in Oslo sein, da ab mittags starker Wind angesagt ist. Um 09.00 Uhr gehen wir Anker auf und fahren zuerst mit Maschine aus der Bucht und dann den Vest-Fjord weiter nach Norden in Richtung Oslo. Der Wind kommt zurück, wir setzen das Groß und die Genua. Mit 4-5 Bft. aus südlicher Richtung geht es mit Rauschefahrt und max. 7.4 Knoten in Richtung Oslo. Die rote Tonne Torquere bleibt an Backbord. Der Wind frischt weiter auf und kommt nun mit bis zu 21 Knoten von achtern. Halse um die Tonne Mäsane und um 11 Uhr passieren wir Nessoden. Wir laufen in die Bucht von Oslo ein und bergen zwischen zwei vorbeifahrenden Fähren und im Schutze einer vorgelagerten Insel die Segel. Dann machen wir uns auf die Suche nach dem Hafen und dem reservierten Platz D 06. Das ist hier alles etwas unübersichtlich. Wir fahren den langen „Sund“ des Hafens ab. Finden den Steg D aber können keinen Platz 06 ausmachen. Es weht inzwischen konstant mit 22 Knoten. Ich fahre in die Gasse rückwärts herein, damit wir ggf. den Platz 06 erspähen können aber negativ. Das sieht alles „komisch“ aus, alles eng und die Boxen klein. Wir entschließen uns an einem Kopfsteg bzw. in der ersten Box erstmal provisorisch festzumachen, um uns einen genaueren Überblick zu verschaffen. Rückwärts geht’s in die Box und dann sind wir erstmal fest. Ein Rundgang und ein Gespräch mit einem dort liegenden Motorboot klärt uns auf. Der von uns gesuchte Hafen ist gleich am Anfang des Sundes. Also Leinen los und zurück gegenan. Die Einfahrt zum richtigen Hafen finden wir gegenüber der Anlegestelle der Colorline. Hier ist das Wasser ordentlich aufgewühlt und wir besprechen das Anlegemanöver, welches uns zunächst an die Tankstelle bringen soll. Also geht es rein und ich versuche mit so wenig Fahrt an die auflandige Pier zu kommen, dann eindampfen in die Vorspring und wir sind erstmal safe. Der Kontakt zum Hafenmeister mit seinem weißen Schiffshütchen ergibt die für uns reservierte Box D 06. In Luv liegt ein großes Motorboot. Der Eigner will uns beim Anlegen helfen. Der Plan ist, vorwärts in die Gasse zu fahren und dann rückwärts mit Unterstützung des Radeffektes und des Bugstrahlruders in die Box zu kommen. Gesagt getan, ich ändere den Plan noch etwas ab und drehe bereits beim Motorboot den Bug nach Steuerbord. Dann rückwärts. Wir kommen mit dem Heck etwas zu dicht in Luv an das Heck vom Motorboot, nochmal Steuerbordruder, ein Schub nach vorne und mit Unterstützung des Bugstrahlers kommt das Heck und der Bug in die passende Position zum weiteren Einfahren in die Box. Der Motorbootfahrer hat die Luv-Vorleine übernommen und hilft, dass der Bug nicht weiter wegklappt. Dann die Luv-Heckleine über und fest und wir haben es bis auf die Feinjustierung geschafft. Geschafft bin ich allerdings auch. Beim Einfahren hatte ich kurz auf den Wind geschaut, 24 Knoten also eine gute 6. Aber es ist alles gut gegangen. Wir richten die Leinen und Fender, legen Landstrom und atmen durch. Duschen, Toiletten (bis auf die im Kogen Restaurant), Waschmaschine gibt es leider nicht, obwohl Duschen und WC im Handbuch standen. Dafür gibt es eine permanente Beschallung mit Loungemusik vom gegenüberliegenden Restaurant der Kogen Marina Bar. Dort nehmen wir auch den Anleger Drink und etwas zu Essen zu uns.

Nach einer Pause machen wir uns auf, zu einer ersten Tour durch die Stadt. Wir kommen an die neue erbaute Hafenpromenade im Bereich Anker Bruygge. Hier tobt das Leben. Ein Restaurant und eine Bar an der anderen. Viel Trubel und Heiterkeit. Das Wetter ist, bis auf den starken Wind, herrlich. Wir besichtigen die Festungsanlagen, staunen über die in einem weiteren Hafenbecken gelegenen, schwimmenden Saunahäuschen und bestaunen die Oper, die auf einer kolossalen Schräge am Hafen errichtet wurde. In einer langen Schleife geht es zurück. Vorher kehren wir in einer schicken Pierbar ein. Im Coop Supermarkt kaufen wir reichlich Schrimps für morgen ein. Dann gibt es noch einen Absacker auf der Moyenne und ich falle todmüde in die Koje. Von der Bar gibt es softe Beats zum Einschlafen.

Der Samstag startet mit einem gemeinsamen Laufprogramm. Karin hat über „Komot“ eine Strecke von ca. 7 Kilometern rausgesucht. Also nichts mit Ausschlafen. Während Michael und ich nach 6,5 Kilometern zum Schiff zurückkehren, kümmert sich Karin tapfer um Brot und Teilchen zum Frühstück. Anschließend machen wir einen erneuten Stadtbummel, diesmal nicht durch die Touri-Zone, sondern durch eine feines Wohnviertel mit Geschäften und einigen Bars und Restaurants. Schließlich kommen wir noch zum königlichen Palast und von dort aus auf die Pracht- und Shoppingmeile von Oslo. Nach einer kurzen Stärkungspause geht’s ins Nationalmuseum und wir besuchen die Ausstellung von Mark Rothko, bevor wir uns auf den Heimweg machen. Ich kaufe noch etwas Vorräte ein und lege mich ein wenig in die Koje. Karin und Michael laufen noch ein wenig durch die Stadt und finden für abends eine Kneipe, in der wir das sehr spannende Spiel Deutschland gegen Dänemark sehen, was mit 2:0 gewonnen wird. Ein letzter Rum an Bord, morgen früh um 5 Uhr müssen sich Michael und Karin auf dem Weg zum Flughafen machen.

Es war wieder eine perfekte Reise mit den beiden. Karin bringt immer gutes Wetter mit und mit Michael bin ich ein sehr gut eingespieltes Team. Also freue ich mich, auf den nächsten gemeinsamen Törn mit den beiden.

Ich werde den Sonntag nutzen, um Klar-Schiff zu machen, Montag ist Bürotag und abends fliege ich für eine Woche zurück nach Berlin. Dort freue ich mich Leonie wiederzusehen und auf das Sommerfest im Segelverein. Am Montag danach geht es mit Mario zusammen wieder nach Oslo und wir segeln gemeinsam bis zum 17. Juli hier in der Gegend, auch darauf freue ich mich jetzt schon.