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Solo again nach Norden

Wieder Solo mit Kurs Göteborg

Am Nachmittag breche ich erst wieder auf. Ich kaufte noch am Marktstand frische Eier, Zaziki, Kartoffeln und kleine Knacker. Mein Versuch ihm das auf Schwedisch verständlich zu machen, scheiterten kläglich. Egal, ich hatte, was ich brauchte und verließ Buahamn in Richtung der Ankerbucht Hästholmen. Der Wind kam weiter aus NNW mit 10 Knoten. Also 1. Reff ins Großsegel und die Fock raus, da ich einige Wenden fahren werde. Um 16 Uhr reffte ich aus und gegen 19 Uhr lief ich in die Bucht ein. Schönstes Wetter, zwei Deutsche lange bereits in der Bucht und zwei weitere Yachten. Ich hatte gelesen, dass es SYX Bojen geben würde. Hier hatte ich eine Mitgliedschaft für 2024 bezahlt und hatte nun die Möglichkeit, hier festzumachen. Also fuhr ich zielsicher die Boje an, um gleich wieder enttäuscht abzudrehen. Die Boje hält nur bis 8 Tonnen, die Moyenne wiegt ca. 10,2-10,5 Tonnen. Machte aber nichts, ein Ankerplatz war schnell gefunden und auf 6 Meter Wassertiefe fiel das Grundeisen und wurde mit 2.000 Umdrehungen sicher eingefahren.  Zunächst musste ich aber noch die Kettenbremse festdrehen, diese hatte die Werft nachdem sie 10 Meter extra Kette angebracht hatten, vergessen wieder festzudrehen. Ich habe nur 50 Meter Kette an Bord. Die Ankerbucht war sehr schön, Vögelgezwitscher, dazu Pellkartoffeln mit dem Zaziki, dann ein Glas Rotwein und eine Zigarre. Schöner Auftakt in den Schären.

Das Thema Kühlwasser hatte sich nun auch geklärt, Motoröl und Bilgen hatte ich von der Abfahrt ebenfalls kontrolliert. Die Dusche läuft nach dem Abpumpen wieder etwas nach, so dass sich eine kleine Wasserpfütze in der Dusche bildet. Ist aber nicht weiter schlimm.

Am nächsten Morgen kam die Badeleiter das erste Mal zum Einsatz und logischer Weise auch die Außendusche. Das ist schon Luxus sich draußen mit warmen Wasser abduschen zu können.

Weil es so schön war, lichtete ich erst gegen halb drei den Anker, um nach Sarö Hamb zu fahren. Es waren nur knapp 18 Seemeilen. Ein frischer Wind bringt mich mit zahlreichen Wenden um 18 Uhr kurz vor den Hafen. Dunkle Gewitterwolken ziehen auf. Ich beeile mich mit Fendern und Leinen und dann geht es mit soviel Speed, wie es die vor dem Hafen liegenenden Untiefen erlauben in Richtung Hafen. Es beginnt bereits zu Donnern. Mein Plan, notfalls gleich bis zum Mastkran vorzufahren, um erstmal festzusein erübrigt sich. Als ich mit 5 Knoten Fahrt in die Hafeneinfahrt sause, sehe ich an Steuerbord eine Möglichkeit längsseits zu gehen. Der Himmel ist schwarz und es donnert. Längsseits ran, Rückwärtsgang rein, Gas geben, Heckleine über den Poller, zurück auf die Klampe, Vorwärtsgang rein, Ruder zur Kaimauer, eindampfen, zur offenen Pforte, vorbereitete Vorleine geschnappt, vorne über den Poller, zurück an Bord, belegt, nach hinten, auskoppeln, Motor aus. Instrumente aus. Und nach 20 Sekunden geht die Welt im Gewitterregen unter. Das war knapp. Es knallt, blitzt und donnert für ca. 20 Minuten, dann ist alles vorbei.

Der Hafen ist nett, allerdings muss man für das Einkaufen mit dem Bus in den Ort fahren. Die eigentlich benötigte Waschmaschine gibt es auch nicht. Also werde morgen wohl weitersegeln.

Es wird am Sonntag, den 25.5. nur ein ganz kleiner Schlag nach Kullavik. Ich hatte Wasser aufgefüllt und das Kühlwasser geprüft. Alles gut. So ging es nur mit der Genua bei leichtem Wind die 5 Seemeilen in den nächsten Hafen. Am Nachmittag waren wieder Gewitter angesagt und so kam es dann auch. Mein Versuch, erneut eine Sauna zu besuchen, scheiterte diesmal. Nur für Mitglieder und Gäste wurde mir erklärt. So gönnte ich mir feine Rippchen im sehr netten Hafenrestaurant.

Am Montag ging ich joggen und hatte dann bis nachmittags im Boatoffice zu tun. Daher legte ich erst um halb vier ab. Ich hatte es ja sowieso überhaupt nicht eilig und so ging es bei frischem Südwind mit dem ersten Reff und der Fock in Richtung Donsö. Es baute sich eine ordentliche Welle auf, so dass die Fahrt recht schaukelig wurde. Der Wind frischte natürlich im Hafen wieder auf. Ich suchte mir einen Platz zu längsseits gehen aus, damit die Moyenne vom Wind nicht so an den flachen Schwimmsteg gedrückt wurde, sollte es die Leeseite sein. Eine Frau vom festliegenden Motorboot half mir die Heckleine durch die tiefliegenden Ringe zu ziehen. Dass dauerte etwas, so dass das Schiff schnell von dem Steg mit dem Bug wegdriftete, da ich nicht schnell genug eindampfen konnte. Das Bugstrahlruder kam das erste Mal mit der im angedachten Power zu Einsatz und nach einer guten halben Minute konnte ich auch die Vorleine belegen. Später lief noch eine andere Sirius  35 DS ein und legte sich direkt hinter mich. Mein Versuch, mit dem Eigner ein Gespräch anzufangen scheiterte. Er schien kein Interesse zu haben. Schade, aber wer nicht will, der hat schon.

Am nächsten Tag war Waschtag. Eigentlich war ich nur wegen der Waschmaschine hergekommen. Diese war auch am Platz, aber leider kein Trockner. Aber Wind und Sonne halfen, alles zu trocknen.

Außerdem gab es eine sehr schöne Jogging-Strecke zur Spitze der Insel. Ansonsten gab es, bis auf einen Supermarkt, keine Geschäfte und die beiden Restaurants am Hafen hatten geschlossen. Also alles etwas langweilig. Da half nur der „Wallander-Krimi“. Abends heulte wieder der Wind durch die Wanten.

Die kommende Nacht wollte ich in einer Ankerbucht verbringen. Sie stellte sich als schlauchartiges Gebilde heraus, das enger als gedacht war. Der Anker fiel bei 6 Meter und ich steckte ca. 30 Meter Kette, denn es sollte wieder windig sein. Nach einer Stunde überlegte ich es mir anders. Es war mir doch zu eng und sollte der Anker aus irgendwelchen Gründen nicht halten, wäre ich schneller mit dem Heck am Felsen, als mir lieb wäre. Also Anker auf und auf nach Vrangö. Ein sehr schöner Hafen, ich machte längsseits an der Kaimauer fest. Der Supermarkt lag nur 100 Meter entfernt und gegenüber war ein Restaurant. Hier gab es auch eine Waschmaschine mit Trockner und konnte meine Bettwäsche waschen. Im Restaurant lernte ich Linja und Lennart kennen. Zwei Medizinstudenten, die vor dem Arbeitsbeginn mit dem Boot von Lennart unterwegs waren. Es war eine kleine polnische Deckssalonyacht. Sie waren sehr sympathisch und ich lud sie abends zu Essen ein. Ich hatte vom Fischer mittelgroße Krabben-Garnelen gekauft. Dazu gab es Baguette, Knoblauchbutter und Weißwein, gefolgt von Cuba Libre. Ich würde sie in Göteborg wiedersehen.

Am 23. Tag der Reise, Freitag, der 31.5 fuhr ich zeitig in Richtung Göteborg. Es solllte wieder Gewitter und Starkregen geben. Ich kreuzte in Richtung Norden und sah, wie sich eine dunkle Wand in Richtung Göteborg schob. In ca. 1 Stunde wäre ich da, wahrscheinlich gleichzeitig mit dem Regen. Also drehte ich wieder um ein segelte ein Stück zurück, dann wieder hoch und nochmal zurück, nun wurde es wieder deutlich heller. Gegen 13 Uhr nahm ich die Segel weg und lief unter Maschine in den Göteborg Sund ein. Nach ca. 45 Minuten kam ich im Gästehafen an. Hier musste man über die Dockspot-App buchen. Da ich im Vorfeld keinen Platz reserviert hatte, musste ich vor Ort erst sehen, wo was frei war und dann den Platz finden. Etwas mühselig das Ganze. Schließlich machte ich an einem Schwimmsteg fest. Der Hafenmeister kam und teilte mit, dass dieser Platz eigentlich reserviert ist, ich müsste auf die 26, die aber auch belegt war. Ich bat ihn, dass mal direkt zu klären, da ich alleine sei und nicht nochmal ab- und anlegen wollte. Wir gingen gemeinsam zum Hafenmeister und dort konnte dann alles geklärt werden. Bis zum 12.6. bleibt die Moyenne jetzt hier liegen. Ich fliege am 5. Juni anlässlich meines 20-jährigen Firmenjubiläums nach Berlin. Michael kommt am 7.6. abends bereits an Bord und gemeinsam geht es dann weiter in Richtung Oslo.

Der Hafen ist recht unruhig, da hier laufen kleine Fähren anlegen. Die Waschräume sind auch nicht gerade der „Bringer“ aber dafür habe ich die „Walross 4“ getroffen und die „Pegasus“ von der Segelschule Hering war auch im Hafen zum Crewwechsel. Abends lief ich ein bisschen durch die Stadt, nachdem das erste Gewitter durchgezogen war. Alter Schwede hat das Geblitzt und Gedonnert. Die empfohlene Roof-Top Bar stellte sich als recht schlecht heraus, dafür gab es am nächsten Abend auf der SS Marienholmen sehr schöne Blues-Sessions. Ein großes Einkaufszentrum lieg direkt am Hafen und beim „Dressmann“ machte ich noch einen „Schnapper“ und kaufte zwei Leinenanzüge. Ansonsten kann die Stadt anderen Städte in Skandinavien nicht das Wasser reichen.

Am Mittwoch früh regnet es in Strömen und der Wind hat um 180 Grad gedreht und drückt nun die Moyenne mit dem Heck an den Steg. Ich bringe eine zusätzliche Spring aus und schichte ein paar Fender von der Seite nach hinten. Nun sollte es passen. Nach dem Frühstück mache ich Klar Schiff, schließe die Seeventile, schalte die Wasserpumpe und andere Verbraucher bis auf den Kühlschrank ab und mache mich auf den Weg zum Flughafen. Um kurz nach 13 Uhr geht es mit Eurowings nach Berlin.

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Weiter Richtung Norden

Zu zweit weiter nördlich

Am 20. Mai kommt Leonie an Bord. Die Fahrt von Göteborg nach Falkenberg klappte nahezu problemlos. Allerdings stand ich zunächst am falschen, nämlich den alten Bahnhof von Falkenberg. Leonie stieg am „neuen“ Bahnhof aus und erwischte einen Bus zu der Haltestelle, an der ich auf Sie wartete.

Morgens war ich Joggen und Einkaufen gegangen, somit war alles an Bord, was wir für die kommenden Tage benötigten. Ich hatte einen sehr netten „Klamottenladen“ gefunden und kaufte mir noch eine benötigte Shorts.

Das Wetter war sommerlich und so machten wir es uns an Bord gemütlich. Abends gab es lecker Gnoccis mit Gemüse und einige Runden Streit-Passions und Baggamon. Am nächsten Tag wollten wir dann in Richtung Vaberg weitersegeln.

Um 11 Uhr warfen wir die Leinen los und bei ordentlichen 3-4 Bft, kamen wir zügig voran. Leonie hält einen ausführlichen Mittagsschlaf, während ich Fischernetzen ausweiche und eine andere, deutsche Yacht sichte. Anfangs hatten wir noch das Groß im ersten Reff drin und die Genua als Segelgarderobe, später wechseln wir zur Fock.

Gegen 15 Uhr laufen wir, in den Hafen von Vaberg ein und machen längsseits im Südhafen an der Mole fest. Natürlich pfeifft es bei Anlegen wieder ordenlich, aber das kenne ich ja schon. Wir wählen den Platz so aus, dass uns der Wind von der Mole wegdrückt und wir aus der Eignerkammer den Blick in den Hafen haben.  Ein schöner Hafen mit einer Mischung aus Industrie, Fischern und Freizeitschiffen. Das innenliegende Becken bietet viel Platz zum längsseitsgehen.Zwei andere deutsche Yachten sind noch da, allerdings hat keiner einen Bolzen in der benötigten Stärke und Länge in seinem Sortiment.

Wir unternehmen einen STadtbummel und stärken uns erst einmal in einem Restaurant. Der Caesar Salad, den Leoie bestellte war so „mittel“, mein Asia Salat hingegen sehr gut. Mit dem Bus fuhren wir zu einen außerhalb gelegenen Bauhaus, aber auch dort gab es das gewünschte Ersatzteil nicht. 

Am nächsten Morgen besuchten wir die Burg Vaberg und das dort befindlichen Museum, bevor wir uns startklar machten.

Das Wetter war nach wie vor sehr schön aber der Wind war mit 4-6 aus Ost wieder kräftig. Also kam gleich das zweite Reff ins Groß udn die Fock sollte ausreichend sein. Die Entscheidung war richtig, da uns immer wieder Böen mit bis  zu 24 Knoten begleiteten. Um 16 Uhr passierten wir den Leuchturm Klabak und nahmen eine Stunde später die Segel weg. Wir folgten dem Tonnenstrich in den Hafen und machten längsseits am Kopfsteg fest. Kurze Zeit später kam noch eine alte Halberg Rassy rein. Wir signalisierten, dass die Box hinter uns frei war und – anstatt erst alles in Ruhe vorzubereiten und sich einen Plan zu machen, schoss er gleich in einer schnittigen Kruve in Richtung Box. Leider blieb er mit einer Ecke am Steg hängen und es blieb eine ordentliche Erinnerungsmarkierung an der BB Scheuerleiste zurück. Er war Norweger, seine Freundin kam aus der Ukraine und hatte eine der bekanntesten Fishing Apps (Fish Brain) mit entwickelt. Zwei kleine Kinder waren auch noch an Bord. Abends gab es Reste-Auflauf und wir suchten für Leonie eine passende Verbindung nach Göteborg raus.


Ein Stadtbummel ergab nichts Aufregendes und auch der fehlende Bolzen konnte nicht in einem der GEschäfte gefunden werden.

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Von Dragör Kurs Nord

Weiter solo in Richtung Norden.

Am Montag, dem 13. Mai flog ich von München wieder nach Kopenhagen. Als ich gegen 20 Uhr an Bord ankam stellte ich fest, dass die bestellte Duschpumpe noch nicht eingebaut war. Der Werftbesuch am nächsten Morgen ergab, dass die Pumpe erst morgen kommen sollte. Sie kam letztendlich am Mittwoch  Mittag. Der Einbau ging nicht so schnell, wie gedacht, da die Anschlussstücke nicht den gleichen Durchmesser hatten, wie die alte Pumpe. Also wurde die alte Membran eingebaut, aber das Ergebnis blieb mangelhaft. Es stellte sich heraus, dass in der altem Membran das Rückschlagventil fehlte und das Einlassventil nicht richtig eingesetzt war. Die Werft zauberte zwei Ersatzventile und baute diese ein. Nun klappte alles und gegen 16 Uhr machte ich Leinen los und nahm Kurs auf Humlebek. Anfangs war der Wind perfekt und es ging im ersten Reff und der Genua mit um die 7 Knoten sehr flott voran, dann nahm der Wind wieder zu und bließ mit bis zu 20 Knoten. Das Segelbergen war wieder mit größeren Anstrengungen verbunden, da sich auch wieder eine ordentliche Welle aufgebaut hatte. Beim Hafenmeister hatte ich mich nach freien Plätzen erkundigt. Das wäre auch längsseits möglich. Als ich ankam stand eine ordentliche Welle in den Hafen und gleich am Anfang sollte ich längsseits gehen. Ein älterer Herr winkte zu mir und ich musste noch  eine Runde draußen drehen, bis ich alles zum Anlegen fertig hatte. Das klappte auch gut aber im Hafen war der Schwell zu stark. Ich suchte im Hafen nach einem besseren Platz und fand eine Box in die ich rückwärts gegen den Wind reinfahren konnte. Mein Helfer wollte dort auf mich warten. Also wieder Leinen umbauen und dann von der Pier weg, im Hafen gedreht und dann ging es rückwärts in die Box. Das Klarmachen der Leinen dauerte dann noch etwas aber gegen 21 Uhr war alles geschafft und ich auch.

Am nächsten Morgen ging ich zuerst Joggen und nach dem Frühstück ins Lusiana Museum, was nur fünf Minuten vom Hafen entfernt liegt. Es ist immer wieder ein Besuch wert. Obwohl es sehr windig und frisch war, trank ich auf der Terrasse tapfer ein Glas Rosé. Der Tag verging mit Büroarbeit und im Schiff rumräumen.

Am Freitag, den 17.5. füllte ich noch Wasser auf und machte mich auf den kurzen Weg nach Helsingör. Der Wind frischte auf, die Fähre kam natürlich gerade in Richtung Hafen, als ich diesen passieren wollte. Da ich sowieso nur die Fock und das erste Reff im Groß hatte, war es kein Problem eine Wende zu fahren und die Fähre vorbeizulassen. Der Wind nahm natürlich zu und beim Segelbergen waren es wieder einmal 20 Knoten. Dieser lies dann kurzfristig nach, als die Segel unten waren, um dann wieder zuzunehmen, als es in die Hafeneinfahrt ging. Der große Hafen war recht voll, ich suchte mir einen Platz, musste meine Fender noch einmal von „längsseits“ auf „Box“ umbauen und fragte einen Steglieger, ob er mir eine Leine annehmen könnte. Rückwärts gings dann in die Box bei rund 18 Knoten Wind. Klappte aber alles gut und um 14 Uhr war ich fest.

Nachdem ich alles sortiert hatte, besuchte ich die Innenstadt und natürlich das berühmte Schloss Kronenburg. Ich bin schon sooft den Öresund hoch und runtergesegelt, hatte aber nie Zeit, mit das Schloss anzusehen. Nun hat es geklappt und es hat sich gelohnt. Bei dem Bummel durch die Stadt fand ich einen tollen Laden, der nur Käse verkaufte und stockte meine primitiven Supermarkt-Vorräte auf. 

Am kommenden Morgen ging ich wieder Joggen und legte gegen 12 Uhr ab. Ich wollte bis nach Torekov kommen, einem Hafen, an der Westküste Schwedens, den ich von früheren Reisen kannte. Das Wetter war super. Warmer, schöner Wind, der einen Raumschotskurs mit Vollzeug ermöglichte. So ging es den Sund in nördlicher Richtung. Easy Going. Kurz vor Torekov schlief der Wind ein. Ich packte die Segel ein und fuhr den Rest mit Maschine. Der Wind kam pünktlich zum Anlegen zurück und zu meiner Überraschung war der Hafen pickepacke voll. Ich fuhr bis ganz hinten und fragte eine Crew die im zweiten Päckchen lag, ob ich noch als drittes Schiff mit ran könnte. Begeisterung konnte ich nicht erkennen. Ob ich alleine sein, war die Frage, die ich bejahte. Dann wäre das OK. Ich bedankte mich und sagte, dass ich nochmal eine Runde drehen müsste, um die Fender und Leinen entsprechend vorzubereiten. Als ich kam, war keiner an Bord (alle saßen an einer langen Tafel an Land zum Essen), kein Thema, lege ich eben alleine an.

Ich aß mittelmäßig Fish & Chips und machte es mir dann im Schiff gemütlich. Der Innenlieger wollte um 9 Uhr ablegen.

Der 12. Segeltag dieses Jahr startete um halb neun. Eigentlich wollte ich nach dem Ablegen, erneut anlegen, um in Ruhe zu Frühstücken, aber das Wetter und der Wind ware in bester Laune und so fuhr ich gleich um halb neun aus dem Hafen und nahm Kurs in Richtung Norden. Gefrühstückt wurde auf See. Anfangs kam der Wind noch mit ca. 9 Knoten aus Osten, um dann auf Nord zu drehen und auf ca. 15 Knoten aufzufrischen. Ich musste also aufkreuzen. Auch die Wellen nahmen deutlich zu. Bei einer Wende rollte ich zunächst die Fock aus, um dann im Schutz der Fock die Genua zu bergen. Das klappte gut aber dann klemmte aus unerklärlichen Gründen der Fockschlitten. Ich in den Keller und bewaffnet mit Gleitspray und einen Gummihammer konnte ich den Fockschlitten befreien. Die nächste Überraschung kam kurz danach, als ich feststellte, dass die Fock unkontrolliert hin und her schlug. der Bolzen aus dem Block war weg. Also wieder in den Keller und nach einem Reserve-Bolzen suchen. Ich fand einen und turnte wieder nach vorne. Das Schiff geigte im Seegang und ich hatte Mühe die Fock einzufangen und den Bolzen durch den Block zu bekommen und wieder mit dem Schnappschäkel zu verbinden.

Die ganze Aktion war nicht nur anstrengend, sondern hatte auch wertvolle Höhe gekostet. Aber nun konnte ich wieder auf Kurs gehen.

Es hat sich wieder einmal gezeigt, wie wichtig es ist , eine Schwimmweste und einen Lifebelt zu tragen.

Da der Wind weiter zunahm, reffte ich das Großsegel und tauschte die Genua, die immer wieder Wasser nahm, gegen die Fock. Gegen 17 Uhr lief ich dann nach 44 Seemeilen relativ geschafft in den Hafen von Falkenberg ein. Ich fand einen schönen Platz und traf abends noch eine Schiffscrew, die das Schiff zu dritt nach St. Petersburg überführen sollten. Ich lud Michael, Vladimir und Joanna auf die Moyenne ein und wir hatten einen sehr schönen, lustigen Abend an Bord. Auch über den unsäglichen Krieg haben wir uns ausgetauscht. Es zeigte sich wieder einmal, dass es unwichtig ist, welche Nationalität die Menschen haben. Auf den Charakter und die inneren Werte kommt es an.

Morgen kommt Leonie für ein paar Tage an Bord, darauf freue ich mich sehr. Mit ihr zusammen geht es weiter die schwedische Küste in Richtung Göteborg.

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Auf nach Kopenhagen

Solo von Warnemünde nach Kopenhagen.

Am 22. April, also genau zum gleichen Zeitpunkt, an dem die Reise 2023 begann, fuhr ich mit Fritz nach Warnemünde. Der Plan war, nach Möglichkeit den neuen Genacker einmal hochzuziehen. Als wir gegen halb fünf beim Schiff ankamen, fing es gerade an zu nieseln und zu winden. Dennoch versuchten wir unser Glück und stellten fest, dass eine Halsleine fehlte.  Ich war der Meinung, dass Sail Service diese mitliefern sollte, das war aber wohl ein Missverständnis. Also verstauten wir das Leichtwindsegel. Es wird, wenn ich die Koje im Bug nicht belege, dort „wohnen“. Ich sortierte meinen Kram ein, während Fritz wieder zurück nach Berlin fuhr. Das Abendessen in der Brasserie des Hotels Hohe Dühne war – bis auf teuer – nicht weiter empfehlenswert. Da ich morgen früh lossegeln wollte, war ich schon um halb zehn in der Koje.

Am nächsten Morgen meldete ich mich nach dem Frühstück ab und verließ Warnemünde schon um neun Uhr in Richtung Klintholm. Die Sonne kam ein wenig hervor und bei kühlen 6 Grad aber 10-15 Knoten Wind aus Osten ging es sehr zügig voran. Rund 55 Seemeilen hatte ich für einen direkten Kurs abgemessen, ich würde ca. 10 Stunden benötigen. Also hieß es Kräfte sparen.

Das Wetter war ein typisches Ostsee-Wetter. Anfangs schöner Segelwind und mit Vollzeug konnte ich um die 6 Knoten laufen. Ich hangelte mich am Verkehrstrennungsgebiet in Richtung NO, um mir dann eine geeignete Verkehrslücke auszusuchen und nach Norden abzufallen. Vorher funkte mich der Geologie Navigator an und bat mich meinen Kurs zu ändern, da er Schleppgeräte hinter sich herzog. Klar kein Problem. Dann schlief der Wind für a. 1.5 Stunden ein, um dann mit ca. 15 Knoten und passender Richtung mich über die Schifffahrtsrinne zu bringen. Hinter mir versuche noch die „Peter Pan“ mich von hinten einzuschüchtern aber mit nun rund 7 Knoten hatte sie keine Chance.

Der Wind frischte mehr und mehr auf und es gesellte sich eine zunehmende Welle von querab hinzu. Ich zog das erste Reff ins Groß und tauschte vorher die Genua gegen die Fock. Alleine ist das eine recht aufwändige Sache. Zuerst auf tiefen raumschotskurs gehen und den Autopiloten entsprechend einstellen. Dann die Genua im Windschatten des Großsegels bergen. Das Schiff geigt natürlich nicht unerheblich in den Wellen und mit verringerte Vorsegelfläche immer stärker. Gute Standhaftigkeit und Lifebelt sind erforderlich. Schwimmweste trage ich sowieso immer.

Dann Maschine starten, Schiff in den Wind stellen (Autopilot) und so viel Gas wie nötig geben, damit der Bug im Wind bleibt. Der Bug taucht nun in den Wellentälern ordentlich ein. Großfall kurz ankurbeln, um die Klemme zu entlasten, dann das Großfall zügig fallen lassen. Das Großsegel fällt nun – je nach Wind- bis 2/3 herunter. Dann nach vorne zum Mast und das restliche Drittel soweit möglich runterziehen. Ggf. ein Bändsel rumbinden, geht aber auch ohne. Dann zurück ins Cockpit abfallen, Maschine Leerlauf, Maschine aus. Segel einstellen, vorher Kurs neu absetzen. Durchatmen!

Mit der verkleinerten Segelfläche lag das Schiff ruhiger, ohne wirklich an Fahrt zu verlieren. Dafür nahm der Wind an Fahrt zu, so dass ich zwischen 18 und 20 Knoten Wind hatte. Kurs vor Klintholm holte ich alle Segel ein und donnerte dann bei 21.7 Knoten Wind durch die Einfahrt, dann hart Steuerbord. Welle ist weg aber der Wind immer noch mit 14 Knoten präsent. Im Hafen suchte ich mir eine Stelle an der ich das Schiff mit dem Heck gegen den Wind einigermaßen auf der Stelle halten kann. Nun Fender und Leinen vorbereiten. Das kann, je nach Wind, Platz und Strömung im Hafen gut mal 20 Minuten dauern, da ich ab und zu immer wieder nach hinten muss, um die Position zu korrigieren. Dann ein Plätzchen zum Anlegen suchen.

Zwei andere Segler waren am Steg und so beschloss ich rückwärts in die Lücke zwischen zwei Segelschiffen zu fahren. Gesagt getan, die Heck-Leine konnte ich übergeben, die nun am Ring befestigt werden sollte, damit ich eindampfen kann. Leider versuchen manche Personen immer wieder die Leine in der Hand festzuhalten oder ziehen sie durch den Ring ohne sie zu „bekneifen“. So auch diesmal und ich musste den freundlichen Helfer bitten, die Leine zu bekneifen, da er 10 Tonnen Schiff nicht halten kann. Vor allem nicht, da ich nun das Schiff mit vorwärts Gas und eingeschlagenen Ruder an die Pier drückte. Letztendlich lief alles glatt. Ich bedankte mich für die Hilfe und begann Klar-Schiff zu machen. Segel ordentlich einpacken. Springleinen ausbringen. Landstrom legen, Logbuch ergänzen etc. Nach ca. 20-30 Minuten ist dann in der Regel alles fertig. Nach dem Gang zum Hafenautomat, wärmte ich das vorbereitete Chilli auf, trank einen Anleger und ging dann sofort in die Koje. War ein langer, aber schöner erster Segeltag auf dem weiten Weg nach Süd-Norwegen. 

Der nächste Morgen startet vielversprechend mit Eggs und Bacon. Dann zwei Stunden Büro und klar zum Ablegen. Wind und Welle aus Osten haben nicht nachgelassen und so stampfe ich mit Maschine 45 Minuten gegen an. Der Bug taucht mehrfach tief ein und ein Wasserschwall kommt über das Vorschiff und klatscht gegen die Frontscheiben des Decksalons. Hier wird es durch das überhängende Dach gebremst, so dass im Cockpit nichts ankommt. Ist auch egal, denn ich sitz drinnen. Dann kann ich endlich abfallen und Kurs NNW nehmen, ich setze das Groß im zweiten Reff und die Fock und ab gehts mit bis zu 7 Knoten in Richtung Rödvig. In 4 Stunden sollte ich da sein. Die Sonne kommt raus und ich genieße die warmen Bänke im Cockpit und mache es mir draußen gemütlich. Vor Rodvig dann das gleiche Spiel mit dem Segelbergen. Im Hafen weiter viel Wind und wenig Aussicht auf einen guten Platz. Im Fischerhafen brauche ich gefühlt ewig, um alles vorzubereiten. Dann fahre ich in den, vom Oktobersturm auch stark beschädigten Yachthafen und kann schließlich längsseits der Mole gehen. Das Problem a) keiner da zum Annehmen der Leinen b) Keine Klampen sondern Ösen an der Spundwand. So musste ich sehr dicht ran, um die Leine durch die Öse zu ziehen, dann durchholen und belegen. Der Wind drückt das Schiff wieder von der Kaimauer und bleibt im 45 Gradwinkel stabil liegen. Nun kann ich alles andere in Ruhe vorbereiten und mich in alt bewährter Manier an die Pier ranschieben.

In dem netten Cafe / Restaurant am Hafen trinke ich ein kühles Carlsberg Bier und haue mich anschließend erstmal für 30 Minuten in die Koje, danach gehts zum Essen ins selbige Restaurant. Den Abend lasse ich mit einem Western in der Vorschiffskoje ausklingen.

Der nächste Tag wird ein Hafentag, da wieder Ostwind mit 5 und Regen angesagt ist. Samstag soll es dann freundlicher werden. Also habe ich Zeit im Schiff ein bisschen rumzukramen, Büroarbeit zu erledigen, Blog zu schreiben und in den Tag reinzuleben. Der Regen hört abends auf und die Sonne kommt raus. Gute Zeichen für den morgigen Segeltag nach Kopenhagen.

Nach dem Frühstück und ein paar Mails und Kundentelefonaten lege ich ab und wende den Bug zunächst nach Osten. Der Wind ist schwach bis mäßig. Der Autopilot jukelt hin und her und da mich die Geräusche ein bisschen nerven, verziehe ich mich mit einem Kissen auf das Vorschiff und genieße die Sonne und die etwas wärmeren Temperaturen.

Allerdings wird mir es dann doch zu langweilig und so bewaffne ich mich mit einem Handfeger und fege den ganzen Sand vom Deck. Der Wind frischt auf und ich kann direkten Kurs auf Dragör anlegen. Mit flotten 6 Knoten geht es, bei wenige Welle und kaum Verkehr zügig voran. Um 15 Uhr ist die Küste bereits gut erkennbar. Kurz vor dem Hafen berge ich die Segel – schön ordentlich – sie nun ca. gute 14 Tage eingepackt bleiben und steuere den Hafen an.  Es ist ein richtig schöner Hafen mit Fischerbooten, etwas Werftbetrieb, zahlreichen Restaurants und Cafes, nur einen geeigneten Platz finde ich nicht auf Anhieb. Da nur wenig Wind im Hafen ist, kann ich es gelassen angehen. Ein Anlauf in eine Box breche ich frühzeitig ab, da die Pfähle doch nicht weit genug auseinander stehen.  Also weitersuchen. Die Eigner einer Yacht zeigen an, dass ich neben sie könnte. Also los. Rückwärts gehts in die Box. Hinten ist eine hohe Wand mit Ösen. Einer der Yachtis nimmt mir die Leinen ab. Nach meiner freundlichen Bitte, die Leeleine zu fieren, kann ich Moyenne aus ihrer inzwischen etwas schrägen Lage gerade stellen und auch die vorderen Leinen über die Pfähle bringen. Nach dem Klar-Schiff machen, gibts ein Anleger-Bier für mich und für die Moyenne feinen Landstrom.

Abends esse ich das restliche Chilli und Salat, lesen noch in meinem „Kennedy Buch“ und verziehe mich in die Koje.

Bis Donnerstagmittag bleibe ich hier, die Moyenne noch (je nach „Geschäftslage“) bis zum 14.5. hier in Dragör. Das muss ich morgen mit dem Hafenmeister klären. Am Mittwoch kommen Annett und Gilbert und bleiben bis Sonntag.

Der Sonntag hat schon mal gut begonnen. Morgens Joggen, dann frisches Brot und Teilchen besorgt und sehr gut gefrühstückt. So kann es erstmal weiter gehen. Mit den Temperaturen geht es hoffentlich auch weiter – nach oben.

Mitte Mai geht es dann weiter nach Göteborg.

One thought on “Auf nach Kopenhagen

  1. SurferJan says:

    Hallo Gustav,
    schön, dass es wieder weitergeht. Ich lese gern mit.
    was hältst du vom Bootshaken Hook and Moore?
    Vielleicht ist das was für dich. Schön lang und gut für Ringe…
    Viele Grüsse! und ne Handbreit gewünscht

    Jan

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