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Es geht wieder nach Süden

Mit Annett und Gilbert geht es nach Süden.

Am Montag ist zunächst Büroarbeit angesagt. Am Nachmittag kommen Annett und Gilbert an Bord. Sachen werden verstaut und nach einer ersten Sicherheitseinweisung gibt es Kaffee/Tee und Teilchen. Wir erzählen bis es Zeit für das Abendessen ist. Mit Gilbert war ich 2023 zwei Wochen von Danzig unterwegs nach Riga. Ich kenne Gilbert seit der Schulzeit und wir haben schon viele tolle gemeinsame Reisen unternommen und viel erlebt.

Das Cafe Esperen mit den beiden steinernen Mehrjungfrauen am Eingang ist nicht mehr ganz so voll, wie am Samstag und so finden wir schnell einen schönen Platz. Das Essen ist wie immer lecker und der Service freundlich und aufmerksam. Den Sundowner nehmen wir dann an Bord und rauchen noch eine von Gilbert mitgebrachten Zigarren. Am nächsten Tag wollen wir in Richtung Rodvig segeln.

Das Wetter am Morgen sieht eigentlich gut aus, allerdings ist es Richtung Süden schon diesig. Unser Nachbar meint, dass ein Gewitter und Regenfront von Süden hochzieht. Ich lade eine weitere Wetter-App (YR.nk) runter, die angeblich genauere Daten u.a. bzgl. Gewitter und Regen liefern soll. Hier zeigt sich die Front deutlich und auch auf Windy wird diese nun angezeigt. So beschließen wir, erst einmal abzuwarten. Gegen 12 Uhr gibt es dann Entwarnung und wir laufen aus. Der Wind kommt aus westlichen Richtungen mit gut 14-18 Knoten und so geht es erst unter Vollzeug dann mit einem Reff im Groß zügig voran. Zwei Yachten werden mit Annett am Steuer überholt. So muss es sein und die Freude ist groß. Diese wird aber im Verlauf getrübt. Die seitlichen Wellen nehmen zu. Morgens hatte ich noch überlegt, Annett ein Scopoderm-Pflaster gegen Seekrankheit zu kleben, verwerfe aber den Gedanken leider wieder. Nun kommt zwar das Plaster hinter das Ohr aber leider zu spät. Die Seekrankheit lässt sich nicht mehr aufhalten und so gibt es leider Futter für die Fische. Es tun mir leid und ich ärgere mich, weil ich den richtigen Gedanken hatte. So kämpft Annett weiter mit ihrem Magen und wir segeln die Moyenne in Richtung Rodvig. Gegen 16.30 Uhr nehmen wir die Segel weg und machen um 17 Uhr im Hafen längsseits bei einem Dänen fest, später kommt eine weitere kleine Yacht bei uns längsseits. 

Annett atmet auf und wir essen abends sehr fein im kleinen Restaurant am Hafen. Ein Mann fängt an Tische abzuräumen und ich nehme an, dass er zum Restaurant gehört. Dieses verneint er aber, er wolle nur etwas helfen, da er sah, dass die Mädchen im Stress waren. Wie nett! Wir plauschen noch ein bisschen, dann geht es zurück an Bord. Der Innenlieger will um 8 Uhr ablegen und so stelle ich mir den Wecker auf 07.30 Uhr. Als ich aufwache, regnet es in Strömen. Ich stehe trotzdem auf und schalte den Plotter an. Auf dem Display steht „Simulated Data“??? Die normalen Anzeigen sind nicht zu sehen. Was ist den das für ein Mist? Ich schalte alles aus und wieder an, aber die Anzeige bleibt unverändert. Nun legen wir erst einmal ab und wieder an. Eigentlich wollten wir früh gleich weiter in Richtung Klintholm segeln. Nun muss ich erst das Plotter-Thema klären. Ich rufe Herrn Lenz vom Yachtkontor an. Er gibt den Tipp den Plotter einmal vom Strom zu trennen. Also Hauptschalter an/aus aber das Problem bleibt. Der Raymarine Service ist erst von 10-12 erreichbar. Klasse. Dann gibt Herr Lenz den Hinweis, dass wir den Masterplotter von Netzwerk aber nicht vom Strom trennen sollten. Also schrauben wir das Plottergehäuse auseinander, um an die Kabel zu kommen. Auch das bleibt erfolglos. Um 10 Uhr telefoniere ich mit Raymarine und bekomme den einfachen Hinweis, auf das Symbol „Simulated Data“ zu klicken, dann würde man in das Untermenü kommen und tatsächlich kann ich hier das „Skipper-Profil“ mit meinen Daten wieder auswählen. Nun ist Alles wieder da und ich bin erleichtert, dass nun alles wieder läuft. Warum der Plotter in das Demoprogramm gewechselt hat, bleibt sein eigenes Geheimnis.

Gegen 11.30 Uhr legen wir in Richtung Klintholm ab. Der Wind bleibt schwach und deshalb muss die Maschine ran. Wir fahren durch Felder mit gelben Algen oder was auch immer dort flockig im Wasser treibt. Aber es ist sonnig und warm. Später als die Klippen in Sicht kommen, können wir sogar nochmal die Segel setzen. Um Möns Klint dreht der Wind und wir fahren die restliche Stunden zum Hafen erneut mit der Maschine. Möns Klint ist einfach nicht für das Segeln gemacht. Ich bin dort noch nie ohne Probleme herumkomme, egal von welcher Richtung ich kam.

Der Hafen ist lange nicht mehr so voll, wie vor ca. 6 Wochen. Wir suchen uns eine Box, so dass wir im Cockpit den Sonnenuntergang genießen können. Es ist T-Shirt und kurz Hose Wetter und entsprechend heiß. Gilbert und Annett gehen am Strand Baden, ich springe mal zu Abkühlung vom Boot aus ins Wasser. Der Rest des Tages vergeht mit Müßiggang. Abends suchen wir den hiesigen Italiener auf, der aber voll bis Geschäftsschluss ist. Das unser Glück, so gehen wir in die Bar, wo uns ein kleines kalt-warmes Buffet erwartet. Annett sucht nach einer passenden Tasche, Gilbert nach einer Kappe und abends gibt es zum Rum eine gute Zigarre. Morgen werden wir hierbleiben, da Starkwind aus SW angesagt ist. Und der kommt auch und es baut sich draußen eine kräfitge Welle auf, die über die Hafenmauer spritzt. Es gibt Wellenbaden ansonsten vertiefen wir uns in Bücher oder spielen Rommé. Das Wetter wird am nächsten Morgen zwar vom Wind her besser aber die Wellen sind immer noch erheblich, so dass ich uns das nicht zumuten möchte. Außerdem ist es ziemlich frisch. Ich nutze die Zeit zum Joggen und für Büroarbeiten.

Am Samstag laufen wir schon um halb acht in Richtung Gedser aus. Der Wind hat nachgelassen und die Wellen haben sich beruhigt. So können wir stressfrei die ca. 30 Meilen nach Gedser segeln. Aus diesen werden durch verschiedenen Kreuzschläge zwar 40, aber durch das schöne Wetter passt alles. 

Gegen 17.30 Uhr erreichen wir Gedser. Auch hier ist der Hafen recht leer. Die Sonne scheint und es ist warm. Gilbert und Annett packen ihre Sachen zusammen, während ich Pasta mit scharfer Tomatensauce aus unseren Resten koche. Dazu noch den restlichen Rosé von gestern und eine letzte kleine Zigarre. Dann ist Abschied angesagt. Schön war es, so wie immer, wenn wir gemeinsam auf Reisen sind. Beide nehmen nun die Fähre nach Rostock.

Ich segle über Kühlungsborn nach Warnemünde.

Comments

  1. kr says:

    Lieber gb, schön von ihnen zu hören. Hier auch alles ok. Wir geniessen den sommer. Lg von uns zwei

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Mit Leonie 10 Tage um Kopenhagen herum

Mit Leonie geht´s bis nach Gilleleje und dann wieder zurück Richtung Kopenhagen.

Der Sommer legt eine Pause ein und ich nutze die Zeit zum Arbeiten, Putzen, Joggen, Rum-Räumen und Faulenzen. Außerdem muss ich die Moyenne noch zweimal verholen.

Eine wichtige Aufgabe besteht darin die Rosé Vorräte aufzufüllen. Nach der dritten Probeflasche vom Supermarkt habe ich etwas Trinkbares gefunden (Why Not – heißt der Wein). Das Wasser im Kanal ist so sauber, dass man gut ein morgentliches Bad nehmen kann.

Am Mittwoch (22.7.) hole ich Leonie vom Flughafen ab und wir gönnen uns ein Fine-Dining Abendessen im Kanalen Restaurant. Es gibt verschiedene „Kleinigkeiten“ die dann Summa Summarum ein feines Abendessen ergeben. Allerdings ist die Luft im Restaurant recht stickig, so dass wir den Nachtisch ausfallen lassen.

Am nächsten Tag steht ein ausgiebiger Spaziergang durch Kopenhagen auf dem Programm. 

Auch am kommenden Tag erkunden wir noch weiter Kopenhagen u.a. mit einer Schiffstour.

Samstag legen wir nach einem Frühstück im fußläufigen Kaffee ab und fahren um 11 Uhr durch die Klappbrücke und nördlich aus dem Hafen hinaus in Richtung Humlebeck. Der Wind ist passend und kommt aus Westen mit rund 4-5 Bft. Das erste Reff im Großsegel und die Genua bringen uns zügig voran. Ich hatte uns beim Hafenmeister angekündigt und so können wir sicher sein, einen Platz zu bekommen. In der jetzigen Hochsaison sind die Häfen doch deutlich voller als sonst.

Um 15.30 Uhr laufen wir ein und der Hafenmeister lotst uns nach ganz hinten zur Rampe. Passt für uns, da ich auch unseren Tiefgang mit 1.40 Metern angegeben habe. Kurze Zeit später sind wir bereits auf dem Weg zum Lousiana Museum. Die derzeit ausgestellten Werke der Künstler von Henry Moor, Alberto Giacometti, Sophie Calle und  haben uns gut gefallen, die Werke von Lucian Freud und anderen eher weniger, aber das ist natürlich Geschmackssache. Ein Besuch ist aber definitiv immer lohnend. Am nächsten Morgen besorgt Leonie frisches Gemüse von einem Bio-Bauernhof-Laden und die dort gekauften Tomaten sind wirklich super. Gegen halb zwölf verlassen wir Humlebeck in Richtung Norden.

Der Wind passt nur leidlich und der Strom im Sund ist gegen uns. Kurz vor Helsingör muss die Maschine ran. Mit ihr gehts dann in Richtung Gilleleje. Um 16 Uhr laufen wir in den Hafen, der schon sehr gut gefüllt ist. Wir haben die Möglichkeit längsseits einer neuen Hanse zu gehen, erforschen aber vorher noch die Boxengasse davor. Eine zunächst freie Box wird angelaufen aber leider stellt sich das Zeichen doch als „rot“ also „belegt“ heraus. Also wieder raus aus der Box und längsseits zum Dänen. Der hat die Yacht erst sein einigen Tagen gebraucht erworben, ist sehr entspannt und wird hier – genauso wie wir – den nächsten Tag abwettern. Wir schlendern durch den geschäftigen Hafen, essen Tintenfischringe mit Majo und lassen das geplante große Abendessen deswegen ausfallen. Nachts frischt es erwartungsgemäß stark auf. Unser umsichtige Nachbar bringt einen Ruckfender aus. Wir hatten das Bimimi vorsorglich zusammengeklappt. Der Wind heult in den Wanten. Alle Fender sind ausgebracht und verrichten Schwerstarbeit. Hinzukommt der neu erworbene Kugelfender. Somit ist alles gut und sicher.

Wir wandern am nächsten Tag zum alten Leuchtturm, essen dort fein und schlendern zum Schiff zurück. Es stürmt immer noch. Morgen wir es hoffentlich besser. Und so kommt es. Der Wind lässt nach und gegen 14 Uhr laufen wir aus. Der Strom im Sund ist diesmal mit uns und nur mit der Genua kommen wir zügig nach Rungstedt. Hier füllen wir Diesel und Wasser aus. Gekocht wird an Bord, obwohl es zahlreiche nette Restaurants an der Hafenpromenade gibt. Nach einer weiteren, schon standardmäßigen Partie Streit-Passiance und Baggammon geht es in die Koje. Wir schlafen immer im Vorschiff, weil es Leonie dort bequemer und luftige findet. 

Dann geht es rüber nach Schweden. In Malmö will Leonie ein Museum besuchen, um u.a. dort Poster von Aft Klint zu kaufen. Da ich auch noch nicht in Malmö war passt das Ziel für uns beide. Ich reserviere einen Platz über Dockspot in der Stadtmaria. Dort angekommen machen wir uns landfein und besuchen das Museum und finden nach einigem Hin- und Her auch die Altstadt. Insgesamt gefällt uns aber Kopenhaben wesentlich besser. Abend essen wir im Astra einem sehr netten und nur von Schweden besuchten Restaurant im ehemaligen Hafengelände. 

Am nächsten Morgen klingelt früh der Wecker, da wir bis nach Rodvig wollen. Das sind so 40 Seemeilen, also müssen wir zeitig los und frühstücken auf See. Das Wetter ist schön und der Wind passend. Wir passieren Kopenhagen und laufen weiter südlich in die Faxebucht und in die Bucht vor Rodvig. Hier ist das Wasser leider nicht so klar, wie zum Zeitpunkt als ich mit Michael hier war. Der Wind steht in die Bucht. Wir kochen Pasta mit scharfer Tomatensauce. Der Wind frischt auf und nimmt weiter zu. Dichte Wolken und Regen ziehen auf, dazu der eine oder andere Blitz und Donner. Ich lasse noch Kette raus, so dass wir auf 5 Meter Wassertiefe (Sand) und 40 Meter Kette liegen. Der Wind nimmt weiter zu und dreht um 45 Grad hin und her. Es ist alles andere als gemütlich. Ich hatte mir einen beschaulichen Abend vor Anker vorgestellt und von Starkwind war im Wetterbericht keine Rede. Beim Baggammon müssen wir uns am Tisch festhalten und Leonie wird leicht seekrank. Ich behalte die Ankerwache von Raymarine im Auge. Immer wieder kommt ein Drift-Alarm, wenn sich die Moyenne dem vordefinierten Außenradius nähert. Bis zu 33 Knoten Wind sehe ich auf dem Display. Der Anker hält trotzdem! Ich lege mich in die Mittelkoje, ein Ohr am Alarm, der nachts nochmal kommt. Ich erweitere den Radius, da ich keine Ankerdrift feststelle. Gegen 0200 Uhr lässt der Wind Gott sein Dank nach und wir können noch etwas beruhigt schlafen. 

Morgens ist alles vorbei. Wir frühstücken und baden und verlassen dann die Ankerbucht wieder in nördlicher Richtung, um nach Dragör zu kommen. Wind ist nicht so richtig anwesend, wahrscheinlich muss er sich nach der gestrigen Anstrengung ebenfalls erholen. Somit ist die Maschine gefragt. Erst kurz vor Dragör setzen wir noch für eine Stunde die Segel. Der Hafen ist erwartungsgemäß voll. Gleich bei der Einfahrt sehen wir einen freien Platz zum Längsseitsgehen. Da mehrere Yachten bereits hinter uns einlaufen, überlegen wir nicht lange und nehmen das Erstbeste. Kurze Zeit später liegen hinter uns weitere Segler im Päckchen und auch wir bekommen schnell zwei Nachbarn. Nachdem alles klariert ist, geht es zum Restaurant auf der gegenüberliegenden Seite. Mit einem Aperol Spritz stoßen wir auf die sehr schöne gemeinsame Zeit an Bord an. Leonie wird morgen Nachmittag leider wieder nach Hause fliegen. 

Im Hafen tobt das Leben. Es ist das letzte Ferienwochenende in Dänemark und das Wetter ist prima. Also sind alle Cafes und Restaurants voll und auch in der kleinen Fußgängerzone herrscht rege Betriebsamkeit. 

Nachdem ich Leonie zum Flughafen gebracht habe, kümmere ich mich um die Wäsche und fange an, das Boot zu putzen. Am Montag kommen Annett und Gilbert an Bord, da soll alles wieder schön sein. Beim Herrenausstatter kaufe ich mir eine schöne Hose und ein feines weißes Sommerhemd und genieße das Hafenleben.  Am Dienstag geht es dann wieder in Richtung Deutschland. Natürlich dreht der Wind auf Süd!

 

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Mit 4 neuen Batterien nach Kopenhagen

ABBA im Ohr und bestes Wetter begleitet uns nach Kopenhagen.

Endlich eine Woche durchgehend sommerlich warm mit insgesamt guten Winden.

Am Samstag kommt Michael an Bord und wir gehen abends zum ABBA Revival Konzert, das hier in der Ausstellungshalle der Ancora Marina stattfindet. Die Band und vor allem die beiden Lead-Sägerin sind super und kopieren ABBA perfekt. Obwohl die Halle teilweise bestuhlt ist, kommt bereits beim ersten Lied Stimmung auf und die Band animiert alle sofort zum Tanzen. Michael bemerkt erstaunt, dass er ja alle Lieder kennt, obwohl er früher nicht „der“ ABBA Fan gewesen ist. Insgesamt werden es über zwei Stunden feinste „gute-Laune“ Musik mit professionellen Musikern und bester Stimmung! Wir waren beide – genauso wie alle anderen sehr begeistert.

Am Sonntag legen wir relativ früh ab. Am Vortag hatte ich noch 60 Liter getankt. Um 0845 sind bereits Groß und Genua gesetzt und wir setzen den Kurs nach Gedser ab. Mehrfach setzen wir den Genacker um ihn später wieder einzuholen. So geht es bei Winden aus NW in Richtung 040 Grad. Wir suchen uns eine Lücke im Ost-West-Verkehr vor dem Trennungsgebiet und laufen um 20.20 Uhr bei schöner Abendstimmung in Gedser ein. Der erste Versuch eine Box anzulaufen scheitert an den Nachbarn, die sich die Aussicht wahrscheinlich nicht verderben lassen wollen „Hier könnt ihr nicht anlegen, habt ihr nicht das Schild gelesen, ihr müsst weiter vorn anlegen, da zu groß“, dabei ist ihr Schiff wahrscheinlich nur 2 Fuß kürzer. Aber auf solche deutschen Nachbarn haben wir auch kein Bock und laufen in eine andere Box ein. Das Problem ist, dass im Hafen zum Land hin sehr viel Seegras im Hafen treibt. Egal. Wir kochen uns eine feine Fischsuppe und genießen den Abend.

Erneut legen wir früh, das heißt schon um acht Uhr ab. Der SO Wind ist noch nicht der Rede Wert, also folgen wir dem Tonnenstrich aus dem Hafen und wenden uns dann um die Südspitze von Gedser und dann in Richtung Klintholm. Es kommt etwas Wind auf und wir machen unter Vollzeug immerhin 3 Knoten Fahrt über Grund. So zieht sich die Fahrt nach Klintholm etwas. Ich will spätestens um 17 Uhr dort sein, da ich um 18 Uhr online an unserer Vorstandssitzung teilnehmen möchte.

Als wir um 16.30 Uhr in den Hafen einlaufen, liegt man teilweise schon im 4er-Päckchen. Wir entdecken eine Lücke zwischen zwei solcher Päckchen und der Plan ist mit der Steuerbordseite längsseits an eine große Motoryacht zu gehen.  Auf Grund der Päckchensituation muss ich die Moyenne quasi quer in die Lücke bugsieren. Das geht dann so: etwas vorwärts und den Bug dabei mit Linksdrehung ein Stück in Richtung Motorboot bis der Bug ca. 20 Zentimeter vor dem Bug des Päckenliegers ist. Dann rückwärts einkuppeln. Der Radeffekt zieht nun das Heck etwas nach Steuerbord, also in die richtige Richtung. Backbord einschlagen, Minipusch, dann wieder rückwärts. Der Anker einer großen, roten Stahlyacht ist ca. 10 Zentimeter von unserem Heck entfernt. „Hallo Moyenne“ höre ich vom Eigner. Wir hatten uns in Tallin 2023 getroffen. Unsere abendliche Party mit Freunden war musikalisch etwas laut, so dass die Frau sich – berechtigter Weise – genötigt sah im Nachthemd von außen zu rufen und Zeichen zu geben, die Musik etwas leiser zu machen. Problem: Keiner hörte oder sah sie. Während wir diese Episode Revue passieren ließen, bugsierte ich die Moyenne, unter der Beobachtung vieler Eigner, weiter in die Lücke – Hafenkino vom Feinsten. Zum Schluss noch einmal ein kleiner Schub vom Bugstrahler, dann waren wir längsseits fest. Michael schrieb ins Logbuch: Anlegen mit Millimeter-Arbeit.

Nach der „Arbeit“ gab es ein spätes Abendessen. Es war sommerlich warm, die Stimmung im Hafen mit dem Masten-Meer bestens und wir beschlossen einen Tag hier zu verbringen. 

Morgens um 0700 war die Nacht zu Ende, da die Motoryacht um halb acht auslaufen wollte. Auch das Päckchen vor uns löste sich um diese Zeit auf, so dass sich das Ablegemanöver entspannt gestaltete. Wir suchten eine freie Box, in die wir vorwärts einfuhren, um die Nachmittags- und Abendsonne im Cockpit zu haben. So war es auch. Der Badestrand überraschte mit weißem Sand, der sich im Wasser fortsetzte. Karibikfeeling. Mit dem Bus fuhren wird nach Stege, kauften Fisch und dicke Krabbenscheren, besuchten den (Kunst)Markt und ließen den Tag auf der Moyenne ausklingen. Abends gab es Dorsch.  

Mittwoch, der 15. Juli und es geht weiter in Richtung Kopenhagen, mit Zwischenstop bei Rödvig. Ich habe einen Platz im Christiania-Hafen reserviert, allerdings nur bis Montag, danach muss man sehen. Der Hafenmeister, der die rechte Seite befehligt ist nicht gerade einfach.

Es wird – wie immer – nicht einfach um Möns Klint herumzukommen. Der Wind ist schwach und unbeständig. Gefühlt setzen und bergen wir den Genacker alle halbe Stunde. Um 16.30 Uhr ankern wir vor Rödvig auf 5,5 Meter mit 25 Kette. Das Wasser ist glasklar, ohne Quallen und super erfrischend. Wir baden uns faulenzen etwas bevor es ans Kochen geht. Es wird die Krabbenscheren mit Baguette und Knoblauchsauce geben, anschließend noch den legendären Spitzkohl. Die Krabbenscheren sind so groß und die Schale so hart, dass die Wasserpumpenzange als Werkzeug herhalten muss. Inhaltlich hatte ich mehr vorgestellt. Der Spitzkohl ist mengenmäßig dann wie erwartet und lecker. Dazu Rosewein und Abendsonne, Zigarre, Musik, was will man mehr? 

Um halb neun verlassen wir die Ankerbucht. Die Batterien zeigen nun solide 83%, das Thema ist also geklärt, dafür zeigt der Außenplotter ab Zoom unter einer Seemeile die Karte nicht mehr richtig an, unten geht alles. Der Außenplotter hat ja von Anfang an, mit den zwei Slots, Probleme bereitet.

Östliche Winde um 3 Bft. bringen uns mit dem Genacker und um die 5 Knoten nach Kopenhagen. Hier wird immer noch viel Landaufbau betrieben. Die Abkürzung an der Müllverbrennungsanlage ist gesperrt. Die Angaben in der aktuellen Seekarte sind durch viele „Einfahrt verboten“ und Einzelgefahrentonnen undurchsichtig. Offizielller Hinweis: Man muss die große Einfahrt von Norden her nehmen, die sonst den Kreuzfahrern vorbehalten ist. Also gibt es einen kleinen Umweg. Das Wetter ist weiter sommerlich warm. Das ganze Ufer ist voller junger Menschen, die Baden, an Getränke und Foodbars stehen und es sich gut gehen lassen. Wir machen kurz vor der Brücke fest, um halb sechs in den Christianshaven einzufahren. Michael ist vorgelaufen, und der Platz 77 ist frei. Um kurz nach halb sechs sind wir in der Box.

Es ist dies super tolle Stimmung hier in diesem Kanal, der mich immer wieder genau hierhin zieht. Wir gehen Essen und nach einem kleinen Spaziergang gibts noch einen Absachker im Naerva und dann noch einen Absacker an Bord, oder waren es zwei? Egal, wir sind im Sommer in Kopenhagen. 

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Dänische Südsee

Südsee? Naja, das Wetter ist eher Ostsee.

Kurs Marstal liegt an, um erstmal der großen Hitze des Festlandes zu entgehen. Die ca. 25 Seemeilen kann ich zu 70% segeln, das passt also ganz gut. Ein Schweinswalpäärchen an Steuerbord ist auf Nahrungssuche. In Marstal finde ich ganz am Ende einen Liegeplatz. Ein anderer Einhandsegler nimmt freundlicher Weise die Leinen an. Den kleinen Landbummel verbinde ich mit einem Gang zum Supermarkt. Bereits um 16 Uhr geht der angekündigte Starkwind los. Ich koche an Bord Hähnchen mit Limettenbrause, passend dazu braust draußen der Sturm. Um 22.30 Uhr gesellen sich Blitz und Donner dazu. So geht das quasi stundenlang. Der Mond geht blutrot auf. Ich habe vorsichtshalber eine zusätzliche Spring ausgebracht. Meine Nachbarin mit einer sehr schönen alten Halberg Rassi hatten am späten Nachmittag schon wieder abgelegt, wer weiß wohin? 

Ich laufe erst gegen Mittag aus, da ich nur zu einer Ankerbucht ein paar Meilen entfernt möchte. Sie liegt nördlich von Ärosköping. Dort fällt der Anker um 17 Uhr und wir brav mit 2.000 Umdrehungen eingefahren. Dann kann ich das erstmal dieses Jahr in der Ostsee baden. Das Wasser ist kühl, klar und erfrischend. Abends gibt es Reste vom Vortag. Leider fällt in der Nacht die Batteriespannung der Servicebatterie erneut. Keine Ahnung warum, der Verbrauch ist nicht ungewöhnlich. Vielleicht hat eine Batterie eine Macke. Ich werde versuchen, dass mit der Werft zu klären.

Der Wind frischt nachts unangenehm auf und so verlasse ich um halb elf nach einem erneuten Bad die Ankerbucht in Richtung Faaborg. Der Westwind passt und es wird eine schöner Segeltag. Als ich um Avernako komme frischt der Wind kräftig auf. Ich wechsel auf die Fock und brause mit guten sieben Knoten nach Osten, um hier in den Tonnenstrich einzudrehen. Beim Segelbergen habe ich ca. 22 Knoten und im Hafen werden es rund 18 Knoten sein – also alles, so wie immer. Ich suche ein passende Box und mache fest. Dann gibt es erstmal in der Rogerie am Hafen eine Stück Markrele mit Kartoffelsalat und ein kaltes Bier. Ich wechsel auf Grund des Windes nochmal meine Platz und bringe zunächst meinen Teller an den neuen Tisch und hole dann mein Bier. In diesen ca. 15 Sekunden hat eine Möve mit die ganze Markele vom Teller geklaut und verputzt sie mit einer Kollegin innerhalb der gleichen Zeit! Also kaufe ich eine zweite Markrele auf die ich besser aufpasse.

Beim, mit bekannten Herrenausstatter, erwerbe ich ein weiteres helles Leinenhemd und hoffe, dass ich es noch viel anziehen kann.

Ich bleibe den Dienstag in Faaborg, da ich u.a. Büro- und Steuerarbeiten zu erledigen habe. Das Wetter ist sommerlich und somit alles gut.

Da es ab Mittwochabend schon wieder Starkwind geben soll, laufe ich am Mittwoch früh nach Ärösköping aus, das geht zugig und ich habe endlich mal nur wenig Wind im Hafen. Abends sind es dann in Böen bis zu 35 Knoten Wind. Ich hatte vorsichtshalber das Bimini zusammengefaltet und auch ansonsten alles sturmsicher vertäut. Das Städchen ist herzallerliebst und ich esse sehr fein bei Bang`s Mad & Vin Bar. Am nächsten Abend ist es das Mumm Restaurant. Ich lasse mich ein bisschen durch das Städtchen und die kleinen Gassen treiben und laufe zum Badestrand mit den vielen kleinen bunten Badehäuschen. 

Da der Wind weiterhin stürmisch bleibt, bleibe ich ebenfalls noch einen Tag im Hafen. Jeder Segeltag ist ja bekanntlich ein „verlorener“ Hafentag.  Entspanntes Inselhopping fällt dieses Jahr wohl aus.

Am Samstag lege ich erst um halb zwölf ab und habe drei schöne Segelstunden bei westlichen Winden um 4 Bft. Als ich an dem Naturschutzgebiet nördlich von Marstal vorbeisegel, sehe ich einige Robben, die sich im flachen Wasser oder auf Steinen sonnen.

Um 14.30 Uhr bin ich dann zum zweiten Mal dieses Jahr in Marstal. Aus irgendwelchen Gründen springt die Sicherung am Steg immer wieder raus und so kommt meine Landstromkabel-Verlängerung erstmalig zum Einsatz. Ca. 35 Meter kann ich nun damit überbrücken und so komme ich bequem zum nächsten Stromkasten. Hier passt dann alles. 

Am Sonntag steht Jogging auf dem Morgenprogramm. Mittags besuche ich das Schifffahrtsmuseum, welches immer wieder einen Besuch wert ist und ich trotzdem fast alleine bin. Nachmittags muss ich mich mit dem Monatsabschluss und anderen Büroarbeiten beschäftigen. Draußen bläst der Wind wieder mit 25-28 Knoten durch den Hafen.

Der Wecker klingelt um 0600, da ich heute früh in Richtung Laboe segeln will. Nachmittags soll es schon wieder Starkwind geben. Ich habe mir einen Platz im Hafen reserviert, was gut warm denn der Hafen ist pickepacke voll als ich um 14 Uhr ankomme. Die Überfahrt war anstrengend. Eine Stunde Segeln am Anfang, dann 3 Stunden Maschine gegen an. Die Wellen sind kurz und hoch und so taucht das Schiff mit 3,5-4 Knoten (2.000 Umdrehungen) immer wieder mit dem Bug ein. Wie heisst es doch in dem sehr, sehr netten Hörbuch von Karl Forster (Kleine Philosophie der Passion Segeln)  immer wieder so schön: „Segeln ist scheiße“. Mit Wind, Welle und Regen gegen an, bleibe ich schön im Salon sitzen und warte auf Besserung. Ein Frachtschiff kommt mit entgegen. Ich halte zunächst den Kurs – er auch, ich ändere meinen Kurs erst nach Steuerbord, er kurze Zeit später nach Backbord, so dass wir wieder auf Kollisionskurs sind. Auf dem AIS sehe ich ihn nicht. Ein neue Regenfront verhindert die Sicht so stark, dass ich ihn nicht mehr sehe. Ich schalte das Radar ein und nun kann ich ihn und den Schiffsnamen erkennne. Meine dreimaligen Anrufen auf Kanal 16 bleiben unbeantwortet. Die Tatsache, dass er keine Fahrt macht, erklärt nun seine Drehungen, er scheint dort zu Baggern oder andere Arbeiten auszuführen. Trotzdem kein Grund auf Kanal 16 nicht zu reagieren. Die Sicht wird wieder besser und der Wind dreht etwas, so dass ich wieder Segel (Groß im 1. Reff und die Fock) setzen kann. Auf dem AIS sehe ich die „Hamburg Express“ von der Yachtschule Eichler, die immer sehr interessante Videos Online stellen. Ich funke sie an und bedanke mich bei Svenja, für die immer sehr interessanten Videos. Sie sind ausnahmsweise mal nicht Richtung Helgoland unterwegs, sonder befahren die Ostsee.

Regen und etwas Sonne wechseln sich ab und ich nehme erst kurz vor Laboe die Segel weg und laufe unter Maschine in die Förde ein. Am Schwimmsteg mache ich dann fest und trinke auf die anstrengende Überfahrt erstmal ein Tuborg Classic. 

Dann sind erstmal wieder zwei Hafentage angesagt, a) weil ich erst am Freitag in Neustadt sein will und b) weil bis  einschließlich Mittwoch noch Starkwind angesagt ist. Außerdem hat sich draußen bestimmt noch eine kräftige Welle aufgebaut.

Ein Besuch in Kiel am Dienstag zeigt, dass sich ein Innenstadtbesuch aus meiner Sicht kaum lohnt. Das zweite Mal dieses Jahr klaut mir eine Möve mein Brötchen. Kommt von hinten im Sturzflug an und entreisst mir das halbe Brötchen. Immerhin die andere Hälfte hatte ich schon vorher gegessen. Abends besuche ich den Italiener Casa Tribaldi am Hafen, der überraschend gut ist.

Das am nächsten Morgen eigentlich vorgesehene Joggingprogram verschlafe ich gepflegt. Nach dem Frühstück wasche ich nochmal, da es hier schnelle Miele Waschmaschinen und Trockner gibt. Insgesamt ist der Hafen sehr gut ausgestattet. Sichere Schwimmstege mit ordentlichen Klampen, schnelles W-Lan, Brötchen am Morgen. Also alles da. 

Nach der Büroarbeit besuche ich das Marine-Denkmal und das ausgestellt U-Boot. Eine kleine Sonderausstellung beschäftigt sich mit der Frage: „Was ist Frieden?“ Sehr empfehlenswert.

Mit vollem Wassertank und noch ca. 100 Litern Diesel geht es dann zunächst mit Vollzeug aus der Kieler Förde und dann in Richtung Osten. Leider schläft der Wind um 1115 ein und so muss die Eisen-Genua rann. Mit der Welle von schräg hinten laufe ich bis 1600 Uhr unter Maschine und kann erst kurz hinter Fehmarn wieder Segel setzen. Das Wetter ist nun traumhaft und ich genieße die Fahrt entlang der Küste mit halben Wind. Als ich Grömitz passiere ist schlagartig der Wind wieder weg. Um 2130 mache ich am V Steg in Neustadt fest.

Am nächsten Morgen telefoniere ich mit der Werft, um das Batterie-Problem zu besprechen. Joshi kommt und 13 Uhr an Bord, um den genauen Batterietyp und die Einbausituation zu prüfen. Nach Rücksprache mit der Werft passen die neuesten AMG Batterieb 4×110 aA rein, die auch im Lager sind. Da jemand aus Plön sowieso in die Richtung muss, trifft sich Joschi mit ihm auf halben Weg und ist eine Stunde später mit den neuen Batterienn vor Ort. 4 Batterien werden aus und 4 neue eingebaut, wobei das Hin- und Herschleppen die größte Arbeit darstellt.  Zwei Stunden später ist alles erledigt und ein großer Dank geht an Joshi und Christian von Sirius. Woran lag es, dass die Batterien Spannung verloren haben? Nichts genaues weiß man nicht aber a) bin ich mit dem Schiff von ca. 7.500 Seemeilen in der nun 4. Saison gefahren und entsprechend viele Ladezyklen sind erfolgt, b) könnte es sein, dass der sehr kalte Winter den Batterien auch nicht so gut getan haben, auch wenn es im Schiff wahrscheinlich im Batteriefach nicht unter Null war. Egal, nun ist alles gut und ich kann wieder beruhigt vor Anker gehen.

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