Die neuesten Entwicklungen

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Los geht´s!

Um 13.15 ist Start für unserer Gruppe und wir sind unterwegs. Zum Zeitpunkt dieser Zeilen bereits im Arkösund in Schweden.

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Die Segelsaison 25

Es geht los. Überführungstörn von Neustadt nach Warnemünde bei strahlend blauem Himmel und viel Wind beim Anlegen in Warnemünde.

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Stockholm – Utö – Arkösund

Von Stockholm mit Leonie nach Arkösund.

Leonie kommt abends mit dem Bus bzw. mit der Straßenbahn. Da ich ihr eine falsche Bushaltestelle genannt habe und ich eine später (2 Fußminuten) auf sie warte, laufen wir zunächst eine bisschen aneinander vorbei, aber dafür ist die Wiedersehensfreude um so größer. Wir verstauen ein paar Sachen auf dem Schiff. Als kleinen Willkommensgruß ist die Moyenne natürlich ordentlich beflaggt. Im Restaurant am Hafen essen wir lecke Seebrasse.

Am nächsten Tag folgte ein ausführlicher Stadtbummel/Sightseeing. Wir werden, wie viele andere auch Zeuge des Wachwechsels etc.

Auch am nächsten Tag steht wieder Kultur und Sightseeing auf dem Programm. Wir besuchen wir das Waasa Museum, das Stadthaus mit Aussichtsturm, das Nobelpreismuseum, die Kathedrale, Einkaufen. Erneut im Restaurant.

Am nächsten Tag geht Leonie Joggen und bringt Brötchen mit. Das dauert länger als geplant, da sie auch noch einen Briefkasten sucht, um meine Postkarten einzustecken.

Ablegen erst gegen 11.30 Uhr ein Seehund schaut aus dem viel befahrenen Fahrwasser und fahren durch den Sund so wie damals mit Lili. Leonie schläft und schläft. Es ist guter Segelwind für rund 1,5 Stunden, kurzer Zwischenstopp in der Harsöbucht zum Baden, dann weiter in Richtung Utö. Der Anker klemmte wieder, so dass wir kurz an die Tankstelle fahren, um ihn zu klarieren. Dann zweiter Anlauf an den Steg. Die Sauna hat leider schon zu, wir vertagen das auf morgen. Abends gibt es Scampi mit Pasta.

Am nächsten Morgen beschließen wir hier zu bleiben. Wir schoppen sehr ausführlich in der schönen Boutique. Ich erstehe eine Shorts und eine neue Badehose, für Leonie gibt’s ein schönes Kleid und ein Hemd. Dann leihen wir uns Fahrräder aus. Auf dem Weg durch die Insel macht uns eine Frau auf einen Elch aufmerksam, der am Straßenrand stehen soll. Tatsächlich finden wir ihn. Es ist eine junge Elchkuh. Die Mutter soll sich nicht weit entfernt befinden, so die Aussage eines vorbeifahrenden Schweden, der uns zur Vorsicht rät. Die Mutter können wir nicht entdecken und so radeln wir weiter. Schafe genießen, das Fell gekrault zu bekommen, die Landschaft ist abwechslungsreich, die Sonne scheint, ein warmer Wind weht. Es geht erstaunlich bergauf und bergab. Wir finden einen schönen Badeplatz und legen uns in die „Felsen-Badewanne“ mit Blick auf das weite Meer. Anschließend lassen wir uns auf den warmen Steinen trocknen. Herrlich. Etwas wehmütig, aber glücklich, diesen schönen Platz gefunden zu haben, radeln wir zurück zum Hafen.

Nach einer Pause mit frischem Räucherfisch gings in die entgegengesetzte Richtung. Abends holen wir den Saunabesuch nach und  nach einem Bier nahm der Abend seinen Lauf und endetet im Restaurant bei Livemusik und Pizza.

Am Freitag legen wir gegen halb zwei ab. Vorher kaufen wir in der Baggerie leckeres Brot und Teilchen. Wasser haben wir auch gebunkert und im Dieseltank sind noch rund 120 Liter. Regen stellt sich ein und der Wind hat sich heute auch noch nicht gezeigt. Also Motoren wir in Richtung Sandviken. Dort fällt der Anker in 4 Meter Tiefe und obwohl wir ausreichend Kette stecken, wird er am frühen Morgen anfangen zu rutschen. Der Abend vorher ist noch sehr schön und ruhig aber in der Nacht nimmt der Wind zu und dies führt voraussichtlich zum Rutschen des Ankers. Dreimal werden wir vom Ankeralarm wach und um fünf Uhr kommen wir dem hinter uns liegenden Felsen doch zu nahe. Wir gehen Anker auf und verholen uns eine Bucht weiter, die besser geschützt ist und holen noch etwas Schlaf nach. Nachts haben uns die Mücken ganz schön zerstochen. Von den fiesen Stichen hat man noch ein lange Zeit etwas davon.

Schließlich lichten wir den Anker, der wieder schön voll lehmigem Schlamm ist und können kurze Zeit Segel setzen. Es wird eine prima Segel Tag mit gutem Wind und wir kommen mit 5-7 Knoten zügig zu unserem letzten gemeinsamen Hafen nach Arkösund. Hier war ich mit Michael, Karin und Christian bereits auf dem Hinweg, um wieder einmal Schutz vor Starkwind zu suchen und auch auf meiner Tour 2023 war ich hier. Es ist ein schöner Hafen mit einem feinen Hotel und ebenso feinem Restaurant. Nachdem wir gerade längsseits festgemacht haben, kommen zwei Mädchen mit dem Hafenschlauchboot und sagen, dass wir hier nur mit Mooring liegen können. Da mir das zu fummelig ist, verholen wir uns auf die gegenüberliegende Seite.

Zuerst gibt es ein Eis, dann geht’s zum Hafenmeister und ins Hotel. Wir erkundigen uns nach der Sauna und nach etwas Hin und Her können wir um 18 Uhr kommen. Die Sauna ist zwar zu diesem Zeitpunkt noch nicht heiß aber wir nutzen die Zeit und plantschen etwas im kleinen „Onsen-ähnlichem“ Pool“. Die Saunaanlage wurde erst kürzlich renoviert und ist elegant und schön gemacht. Nach zwei Gängen geht’s zum Abendessen auf die Terrasse. Hier entscheiden wir uns für einen Shrimps-Teller mit zwei Gläsern Cava, sowie Aiolicreme und verschiedenen Knäckebroten. Also wir das Essen und die Sauna bezahlen wollen, gibt’s die erfreuliche Nachricht, dass die Sauna „aufs Haus“ geht. Dann heißt es für Leonie ihre restlichen Sachen zusammen zu packen, da sie morgen früh um 9 Uhr den Bus nach Stockholm nehmen wird. Sehr schade.

Ich werde wohl erst am Donnerstag weiterkommen, da schon wieder Wind mit Böen um die 28 Knoten angesagt sind. Das ist dieses Jahr echt etwas frustrierend. Das Katie Melua Konzert am 16.8. in Odensee habe ich jetzt gedanklich schon mal abgehakt, da ich es nicht mehr rechtzeitig dorthin schaffen würde. Also muss ich meinen Frieden damit machen, nun „direkt“ nach Warnemünde zu fahren und dafür etwas mehr Zeit für unfreiwillige, windbedingte Stopps einzulegen. So kann ich jetzt noch nicht wirklich abschätzen, wann ich wo sein werde.

Nächstes Jahr wird es dann eine entspanntere Planung geben, dieses Jahr war doch immer der Zeitfaktor in Verbindung mit der Windprognose ausschlaggebend für die Weiterfahrt. Es blieb zu wenig Zeit für das Verweilen oder für kurze Schläge in die nächste Bucht oder in den nächsten Hafen. Gerade pfeifen hier wieder die Böen mit 18 Knoten durch den Hafen, und das, obwohl dieser eigentlich nun etwas im Windschatten liegt.

PS: Ich bitte die Rechtschreibfehler zu entschuldigen, da ich auf der Reise wenig Zeit und Ruhe zum Schreiben habe …

Von Ulvon Hamn weiter nach Süden

Das Wetter bleibt sommerlich. Der Wind aber ebenfalls schwach.

Morgens verhole ich das Schiff an einen anderen Liegeplatz hinter einer großen Motoryacht. Die Ulysses läuft ein. Sie ist auch die Midsummersail mitgesegelt und ich quatsche mit Jörn, der nun mit seiner Tochter und ihrem Freund unterwegs ist. Die Regatta ist er mit drei Freunden gesegelt, die alle regattaerfahren waren. Sie schafften es im Zeitlimit ins Ziel. Ich werde sie im nächsten Hafen erneut treffen. Abends esse ich auf der Terrasse des Ulvö Hotels zwei Gänge mit Weinbegleitung. Meine Damenbegleitung kommt leider erst in Stockholm an Bord. Daher muss ich mich auch weiter etwas sputen, was mir nicht wirklich gefällt.

Aus diesem Grund laufe ich auch bereits um halb zehn aus. Als ich aus dem Sund komme erstreckt sich vor mir ein tolles Küsten-Panorama mit reichlich bewaldeten „Bergen“. Segeltechnisch wird das ein Up and Down, das heißt Segel hoch, Segel runter, Maschine an, Maschine aus. Um kurz nach 14 Uhr biege ich in den Trangsund ein und motore durch schmale Einfahrten in Richtung Haggvik Havn. Es ist wirklich ein idyllisches Plätzchen. Die Ulysses liegt schon dort und ich ergattere die letzte freie Boje. Ich bin ja nach wie vor kein Freund von diesen Bojen, da es alleine echt etwas mühselig ist. Der Bojenhaken liegt vorbereites an Steuerbord am offenen Gate. Die lange Leine führe ich von vorne durch die Bugklampe nach hinten zur Winsch. Rückwärts fahre ich an die Boje. Versuche mit dem Haken die Boje so zu treffen, dass der Haken auch dranbleibt. Nach hinten laufen, die Lose rausholen, damit der Haken nicht doch noch rausfällt, gleichzeitig rückwärtsfahren und an den Steg rantasten. Dabei hilft teilweise das Bugstrahlruder. Hinten angekommen, die Heckleinen an helfende Hände übergeben oder selbst auf den Steg und die Luvleine belegen. Dann zurück auf das Schiff und vorwärts einkuppeln und die Leine mit dem Bojenhaken dichtholen. Mit der zweiten Heckleine das Schiff ausrichten und die Bugleine dicht winschen. Fertig. Zwei Stegnachbarn helfen beim Anlegen. Als ich vor der Einfahrt war, trieb vor mir noch ein Schwede. Er hatte die Segel geborgen und es gab auf meine Frage hin gerade noch Mittagessen, daher ließen sie sich in Richtung Einfahrt nur Treiben. Er zeigte mir nach her noch einen guten Bojenhaken mit Schnappmechanismus. Ich hatte einen solchen auf meiner Reise 2023 an Bord. Er hat den Vorteil, dass er sich nicht versehentlich lösen kann. Allerdings ist er mir einmal bei Starkwind verbogen, so dass er sich nicht mehr leichtgängig öffnen ließ, daher blieb er in Berlin.

Ich laufe zu dem angesagten Freilichtmuseum, was ganz nett ist. Ein Sammelsurium aus Technik, Geschichte und Naturkunde. Abends gehe ich in die Sauna und sitze später noch mit der Crew der Ulysses sehr nett zusammen.

Erneut breche ich am nächsten Tag früh auf. Ich will in Harnösund tanken. Das ist zwar ein Umweg aber nicht zu ändern. Der Wind macht nicht wirklich das, was er soll. Nur teilweise kann ich segeln. Später kommt aus unerklärlichen Gründen noch eine sich immer weiter aufbauende Welle aus SO hinzu, so dass ich mit Maschine fast gegenan muss. Sehr nervig das Ganze heute. Nach gut 10 Stunden drehe ich nach Steuerbord ab um dann in eine kleine Bucht Soräkars Viken einzubiegen. Dort wiederholt sich das Heckbojenmanöver. Allerdings ist die sche … Boje so weit vom Steg entfernt, dass ich die Leine letztendlich von der Winsch nach vorne auf die Bugklampe nehmen muss. Der Stegnachbar, hat aber die Heckleine übernommen und hält die Moyenne vom Steg ab, also alles doch einfach. Abends gibt es Lachs mit Kapern und Oliven ein Glas Wein, oder zwei. Noch ein bisschen Small Talk und ab in die Koje.

Auch der Sonntag startet mit Traumwetter. Der Wind ist mal da, mal nicht da, kommt aber zumindest aus O bzw. NO. So wiederholt sich das Spiel mit den Segeln. Zwischendurch schraube ich die Abläufe im Cockpit auseinander und reinige sie, dann schreiben ich im Blog weiter und genieße die heute sehr entspannte Fahrt nach Süden. Für heute Nachmittag habe ich mir schon eine Ankerbucht ausgesucht. Der Wind bleibt weiterhin schwach. Nur wenige Schiffe kommen in Sichtweite. Der Diesel läuft ruhig vor sich hin. Bei ruhiger See und rund 1800 Umdrehungen verbrauche ich zwischen 2,5 und 3 Liter die Stunde, bei ca. 5,7 Knoten Fahrt. Das Bimini macht sich auch dieses Jahr wieder bezahlt und eigentlich auch der Genacker. Diesen kann ich aber alleine nicht setzen und so fristet er zurzeit sein Dasein in der Steuerbord-Backskiste genauso wie das Dinghy. Da fällt mir ein, dass ich den Akku vom Torqueedo mal aufladen könnte. Für das Aufladen der Flex, des mobilen UKW-Gerätes und der Taschenlampe habe ich eine Erinnerung alle 4 Wochen. Die Drohne werde ich auch noch Laden, das dauert ja immer, bis diese voll ist. Vielleicht bietet sich noch die Gelegenheit für ein paar schöne Bilder aus der Luft. 2023 hatte ja meine erste Drohne irgendwo in einer finnischen Bucht stilgerecht im Wasser versenkt.

PS: Ich bitte die Rechtschreibfehler zu entschuldigen, da ich auf der Reise wenig Zeit und Ruhe zum Schreiben habe …

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Von Lulea nach Ulvon Hamn

Solo geht es weiter in Richtung Süden.

Am Samstag wollte ich eigentlich noch im Segelladen einen neuen kugelgelagerten Block für die Fock kaufen, aber der hat am Wochenende geschlossen. Also laufe ich bereits um kurz nach 10 Uhr bei herrlichem Wetter aus. Auch andere Boote bereiten das Auslaufen vor, um das schöne Wetter zu nutzen. Da kein Wind ist und auch keiner kommen wird, muss der „Jockel“ ran. Vollgetankt ist und da keine Welle vorhanden ist, komme ich bei 1800 Umdrehungen mit knapp 6 Knoten gut in südlicher Richtung voran.

Was macht man den ganzen Tag lang, wenn mal allein auf dem Schiff ist? Irgendwie hat man immer zu tun:

  1. Navigation, d.h. Kurs und Standort regelmäßig prüfen.
  2. Logbuch jede Stunde führen mit Positionsangabe und Karteneintrag.
  3. Segelstellungen anpassen.
  4. Alle 15 Minuten „Rund-Um-Blick“ (mein Timer in der Uhr erinnert mich daran).
  5. Untiefen auf der Karte prüfen (hier gibt’s tatsächlich auf offenem Wasser immer mal wieder Stellen, die nur zwei Meter oder weniger tief sind.
  6. Wenn das getan ist, schaut man sich um und stellt fest:
    1. Hier könnte ich mal ein paar Schrammen wegpolieren.
    2. Dort ein bisschen Chrom putzen.
    3. In den Backskisten für neue Ordnung sorgen.
    4. Pantry-Schubladen neu sortieren.
    5. Etwas zu Essen vorbereiten oder kochen.
    6. Windvorhersage prüfen.
    7. Ziel für heute ggf. anpassen und Route in den Plotter stellen.
    8. Blog schreiben
    9. Mit Kunden telefonieren oder Dinge für Kunden bearbeiten.
    10. Mit meiner Liebsten telefonieren.
    11. Drei Seiten in einem Buch lesen.
    12. 15 Minuten Nickerchen im Cockpit

Also, langweilig wird es eigentlich nie und in Landnähe gibt es auch immer etwas zu schauen.

Die Idee einen Hafen bei Rönskäret anzulaufen, verwerfe ich ein Seemeile vorher wieder, obwohl ich schon alle Leinen und Fender klargemacht hatte und fahre noch weiter 10 Meilen nach Furuögrund. Hier komme ich gegen 19 Uhr an. Mit dem Fernglas mache ich Fingerstege mit Bojen aus. Da ich nicht sicher bin, ob die Fingerstege mir genügend Halt bieten, bereite ich den Bojen Haken an Steuerbord vor, um danach noch einmal alles auf Backbord umzubauen. Heckleinen und Fender sind klar. Dann fahre ich rückwärts an der Boje vorbei, angle mit dem Bojen Haken die Boje und fahre weiter nach achtern in die Box. Dort mache ich die Luvleine fest und dampfe vorsichtig in diese ein. Dann kommt die zweite Heckleine und schließlich hole ich die Leine mit der Boje dicht. Das ist alles immer etwas tricky, aber mit guter Vorbereitung geht das inzwischen ganz gut. Im Hafen gibt es ein kleines Restaurant. Hier bezahle ich die Hafengebühr, mein Skagen-Toast und ein Glas Rose. Danach lese ich noch gemütlich im Heck Korb sitzend in meinem Buch weiter, bevor es in die Koje geht.

Frühmorgens geht’s weiter. Der Finne mit seiner schönen 38er Hallberg Rassy fragt, als ich ablege, ob ich allein bin. Ja bin ich, sonst würde sich ja noch jemand um die Leinen kümmern. Kurze Zeit später fahre ich an der Boje vorbei, löse den Bojen Haken und fahre mit Maschine aus dem Sund um die Ecke. Anfangs kann ich noch segeln, dann schläft der Wind wieder ein und es wird eine etwas langweilige Fahrt in Richtung Bjüroklubben, dort fällt um 16 Uhr bereits der Anker. Die Stunden davor hatte ich mit Hitze und tausenden von Fliegen zu kämpfen. Daher geht’s gleich, nachdem der Anker sitzt ins Wasser. Dann erledige ich noch gefühlt 100 Fliegen, die im Schiff rumkriechen und brate mir dann das schöne Entrecote, welches ich in Lulea gekauft hatte. Dazu reichlich Champignons, die sowieso wegmussten. Meine Angelversuche ergaben keinen Erfolg, dafür geht die Sonne erfolgreich und herrlich unter.

Ich wache früh auf, bade und frühstücke und gehe um 08.00 Uhr bereits „Anker auf“. Der Wind ist herrlich frisch und kommt aus nördlicher Richtung. Ich belasse es bei der Genua, die ordentlich zieht und mich mit um die 5,5 Knoten nach Süden treibt. Nebenbei erledige ich Büroarbeit. Mit der „Big Willy“ tausche ich mich über Funk bzgl. eines Hafens aus. Sie wollen nach Holmön, ich eigentlich noch weiter. Da der Wind gegen 16.00 Uhr schwächer wird, entscheide ich mich auch in diesen Hafen zu fahren.

Das überlege ich mir später wieder. Der Hafen ist zwar groß wird aber nach innen schnell flach. Die letzte Boje die ich nehme bringt mich zwar gut mit dem Heck an die Pier, wo die Crew der Big Willy die Leinen nimmt, aber es ist flach mit Steinen. Also versuche ich das ganze doch als Heckboje. Das Aufnehmen des Hakens stellt sich als schwierig heraus, da das Schiff nach Backbord ins flachere Wasser treibt, während ich versuche den Haken aus der Boje zu bekommen. Dann kommt die Boje noch unter das Schiff und ich sitze leicht auf. Genervt breche ich das Ganze ab. Bekomme schließlich den Haken von der Boje und das Schiff aus dem Flachgebiet raus und fahre aus dem Hafen wieder raus in Richtung Obolla bei Umea. Hier komme ich dann gegen 23 Uhr an. In der breiten Einfahrt nach Omea liegen zahlreiche Stellnetze. Das Wasser ist ruhig und zweimal schaut eine Robbe interessiert aus dem Wasser. Ich mache am Schwimmsteg fest und gehen dann zügig in die Koje. Es war ein langer Segeltag.

Um acht Uhr versuche ich meine Hafengebühr zu bezahlen. Hier ist Bargeld angesagt. Ich habe nur 100 bzw. 500 SEK da. Nette Vereinsmitglieder meinen, dass dann 100 SEK in Ordnung sind. Kurze Zeit später habe ich Wasser aufgefüllt und fahre in den gegenüberliegenden Hafen, um auch den Dieseltank vollzumachen. Dann geht’s bei leichtem Wind weiter in Richtung Süden. Das Wetter ist herrlich sommerlich und mit der Genua komme ich ganz gut voran. Ich putze das Bad und die Dusche. Dabei fällt die Klinke von der Duschtür ab. Das Innenleben verabschiedet sich in die Dusche, wobei die Tür zufällt. Nun bekomme ich sie nicht wieder auf. Von oben in die Dusche zu gelangen, wäre ggf. möglich, aber ich würde nicht mehr rauskommen. Also suche ich eine halbe Stunde lang, nach einem geeigneten Werkzeug, um den Vierkant zu fassen und drehen zu können, damit der Schnapper sich zurückziehen lässt. Schließlich bekomme ich es mit meinem Schraubenzieher hin. Dann wird das Ganze wieder zusammengebaut. Im Anschluss tausche ich noch die Rollen von den Einholern der Fock und der Genua. Nun sind größere kugelgelagerte Blöcke dran, die das Einholen hoffentlich erleichtern. So kann man auch Zeit auf einem Segelboot verbringen.

Kurz vor Järnishamn starte ich die Maschine und fahre in die sehr schöne Bucht ein, die mir an nächsten Morgen Kopfzerbrechen und einen verkeilten Anker bescheren wird.

Zunächst genieße ich den schönen Abend. Angeln, Baden, Sundowner ansehen steht auf dem Programm. In der Signal Gruppe der Midsummersail schreibt mir einer, dass ich am Morgen Schwierigkeiten haben werden den Anker hochzuholen. Und Recht hat er. Die Kette ist voller Seegras und Modder. Als ich das Ding endlich oben habe, verhakt sich der Anker so, dass er nicht mehr runterzulassen geht. Mist. Ich versuche es mit Rütteln und Treten, aber nichts tut sich. Ich werde das im nächsten Hafen heute Abend vom Steg aus versuchen. Jetzt geht’s bei achterlichem Wind und einer blöden Welle von schräg hinten mit der Genua und einem Kurs von 218 Grad in Richtung Ulvon Hamn. Dort habe ich angerufen und es ist Platz vorhanden. In gut 6 Stunden sollte ich da sein.

Es wurde eine ordendliche Schaukelei aber am Ende hat sich diese gelohnt und ich komme durch zwei Inseln hindurch, die Welle lässt schlagartig nach und ich sehe den langegestreckten Hafen von Ulvon Holm. Hier ist viel los, viele Boote liegen vor Heckanker oder an Bojen. Ich melde mich bei Hafenmeister und mache längsseits am Fähranleger fest. Hier kann ich bis morgen um 11 Uhr bleiben. Ich atme kurz durch und hole den Bug so dicht es geht an die Pier, um an den Anker ranzukommen. Jetzt sehe ich, wie er sich verklemmt hat und kann ihn mit zwei Fußtritten aus der Halterung holen und ihn sodann korrekt einholen. Da bin ich beruhigt und machen anschließend klar Schiff und zahle die Hafengenbühr. Abends gehe ich in einem der drei Restaurants am Hafen etwas Essen und haue mich dann todmüde schon um halb neun in die Koje.

Am nächsten Morgen beschließe ich einen Tag hierzubleiben und verhole mich an einen anderen Platz, um den Fähranleger freizugeben. Um 12 Uhr kaufe ich im nahegelegenen Laden ein paar Lebensmittel und frisches Brot. Dann steht Wäschewaschen und Büroarbeit auf den Programm. Den Rest des Tages lasse ich gemütlich vor sich hinplätschern.

PS: Ich bitte die Rechtschreibfehler zu entschuldigen, da ich auf der Reise wenig Zeit und Ruhe zum Schreiben habe …

 

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Von Töre nach Lulea

Ab heute geht es wieder nach Süden.

Wir laufen erst gegen 14 Uhr aus. Der Wind hat, auf SW gedreht, logisch da das die Richtung ist die wir nun einschlagen werden. Dennoch setzen wir Vollzeug und können tatsächlich einen Kurs von ca 152 Grad, später von 125 Grad segeln. Das Wetter meint es gut mit uns, es ist ein entspanntes Segeln. Um 18 Uhr folgen wir dem Tonnenstrich nach Westen. Der Wind flaut ab und wir starten die Maschine in Richtung Brandöskaret. Es geht in eine schmale Einfahrt. Eine Fähre nimmt gerade Gäste auf und wir laufen vorbei an roten kleinen Häusern mit Stegen und Booten davor. Bullabü! Der kleine, sehr süße Hafen ist voll. Man legt mit Heck oder Buganker an. Als wir uns nähern, winkt einer, wir sollen uns schräg an den Kopfsteg legen. Gesagt getan. Wir lassen den Buganker fallen und fahren rückwärts an den Steg. Leinen gehen über und die Ankerleine wird durchgesetzt. Maschine aus und willkommen in Brandoskaret. Bezahlt wird mit Bargeld 120 SEK und der neben uns liegende Motorbootfahrer erklärt und wo die Saunen sind. Wir sollten uns in ein Buch eintragen, wenn wir diese nutzen wollen. Klar wollen wir. Der letzte freie Slot ist um 23 Uhr. Also essen wir vorher. Michael darf endlich seine Oncel Bence Reis Variationen servieren. Wie sagte meine langjährige Freundin Annette immer: „Naja …, bleibt drin …“ Dann geht’s in die Sauna. Es ist eine kleine Sauna, die natürlich mit Holz befeuert wird und, so wie es hier üblich ist, gar nicht so heiß ist. Deshalb schaufelt man reichlich und regelmäßig Wasser auf die Steine und genießt den heißen Wasserdampf. Dann geht’s ins Wasser zum Abkühlen bevor es wieder in die Sauna geht. Unnötig zu erwähnen, dass hier alles gepflegt und sauber ist. Jeder weiß, dass er hier im Paradies ist und sorgt dafür, dass es so bleibt. Gegen halb eins morgens sitzen wir bei einem Glas Wein noch im Cockpit. Es ist hell, und das wird auch so bleiben. Die Sonne geht hier zwar irgendwann unter aber quasi wird es sofort wieder hell.

Am nächsten Morgen unternehmen wir einen kleinen Spaziergang

Am nächsten Morgen unternehmen wir einen kleinen Spaziergang. Viele Ferienhäuser sind von Familien belegt, Kinder spielen auf den Felsen, man sitzt in der Sonne auf der Terrasse oder auf den Booten und freut sich des Lebens. Es gibt eine kleine Kapelle mit Holzbohlen als Sitzbänke. Was für eine schöne entspannte Atmosphäre.

Um kurz nach 13 Uhr verlassen wir diesen schönen Hafen und segeln bei S-Wind mit einem Kurs von 300 Grad in Richtung Lulea. Wir lassen die Insel Smälson an BB und Degerö an Steuerbord und manövrieren die Moyenne durch enge Tonnenstriche. Auf der linken Seite erstreckt sich ein Strand. Jugendliche genießen, wie wir das schöne Wetter. Plötzlich ertönt vom Ufer die Deutsche Nationalhymne und alle winken. Sehr witzig. Ich suche die Schwedische auf You Tube, dann wenden wir und drehen die Außenlautsprecher auf. Kurze Zeit später gehen wir wieder auf Kurs. Es ist ein schönes und entspanntes Segeln und wir denken: „so hätte es zumindest mal zwei Tage auf dem Weg nach Töre sein können“. Um 16.00 Uhr schwenken wir in den Sund von Lulea ein. Es geht vorbei an einigen Industrie-Hafenanlagen bevor wir die Segel bergen und in den Yachthafen einlaufen. Wir wollen vor dem eigentlichen Festmachen noch Tanken. Vor uns hat sich ein Motorboot geschoben und als dieses ausläuft und wir Kurs auf die Tankstelle nehmen überholt uns ein Motorboot in Richtung Tankstelle. Ich pfeife etwas energisch um auf uns aufmerksam zu machen, was ich mir hätte sparen können, denn er will nur seine Freunde von einem Parallelsteg aufnehmen. Christian fährt rückwärts an die Tankstelle. Das ist gar nicht so einfach, wie gedacht aber letztendlich passt alles. Als wir den Schlauch schon in der Hand haben, frage ich eine Schwedin, ob das auch Diesel ist. Nein, Diesel ist der mit dem schwarzen Griff. Gut, dass wir gefragt haben. Rund 50 Liter laufen in den Tank, danach fahre ich uns rückwärts in eine Box. Festgemacht und ich bin froh, dass ich die beiden nun auch sicher an ihr Endziel gebracht habe. Christian kocht eine vorzügliche Spaghetti Carbonara, während Michael und ich klar Schiff machen. Am nächsten Tag werden die beiden nach Berlin zurückfliegen. Vorher zieht mich Christian noch mit dem Bootsmannstuhl für die Mastkontrolle auf eine Höhe von rund 16 Metern. Alles in Ordnung.

PS: Ich bitte die Rechtschreibfehler zu entschuldigen, da ich auf der Reise wenig Zeit und Ruhe zum Schreiben habe …

 

Irgendwie habe ich zurzeit Problem akuelle Bilder zu laden. Diese folgen also später. Dann kommt auch der Beitrag: Solo weiter nach Süden.

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