

Erster Segeltag Nach ca. 1,5 Jahren ist es nun so weit. Am Freitag, den 9.12.2022 wurde das Schiff in Neustadt übergeben. Am gleichen Tag fand

Ab ins Wasser! Ein kleiner Schritt für die „Moyenne“ – ein großer Schritt für mich. Sie schwimmt. Endlich. Leider konnte ich beim Slippen nicht dabei

Die Übergabe war erfolgreich! Morgens aufgewacht und aus dem Fenster geschaut. Prima – alles weiß. Es hat in der Nacht geschneit. Egal. Um halb zehn

Ein Tag vor der Übergabe in Plön Man kann es kaum fassen. Aber das Warten hat fast ein Ende. Morgen geht es zusammen mit Fritz

Letzter Besuch vor der Übergabe Gestern war ich zum dritten Mal auf der Werft und war überrascht: fast alles fertig! Am Vormittag sind die Polster

Endspurt! Noch 9 Tage bis zur Abnahme am 20.11. Morgen fahre ich nocheinmal zur Werft. Natürlich könnte ich auch noch die neun Tage warten, aber

Endspurt beginnt. Abnahme am 20.11. steht nun genauso fest, wie die Übergabe in Neustadt am 9.12. Das Schiff wird am 29.11. bereits nach Neustadt zum

Der Übergabetermin steht. Hin un Her geht es mit den Terminen zur Übergabe. Nach dem 26.10. war es der 9.11., drei Tage später Mitte/Ende November.

Das „Office“ nimmt Gestalt an. Die Vorschiffskammer, in die mein „Home-Office“ integriert wird nimmt langsam Gestalt an. Außerdem wird an den Fenstern gearbeitet. Der Boden

Decksbeschläge werden montiert. Die Genuawinschen (52er von Andersen), die Fockleitschiene sowie die Fall-Klemmen auf dem Deckshaus sind montiert. Außerdem geht es in der Vorschiffskammer (mein

Das Wochenende in Strömstad ist heiß und dementsprechend ist im Hafen viel los. Kinder baden im Wasser, Erwachsene fahren SUP oder liegen faul in der Sonne. Ich baue das Sonnensegel mit Hilfe eines schwedischen Nachbarlieger auf. Am Vortag war ich bei der Massage, die hervorragende war.
Am 22. hole ich Leonie mit dem Schlauchboot vom Busbahnhof in Strömstad ab. Eigentlich hatte ich vor noch Fisch und Lebensmittel einzukaufen, aber der Fischladen hat montags nur bis um 17 Uhr geöffnet, ich war also eine knappe halbe Stunde zu spät. Immerhin konnte ich schon einiges von der Lebensmittelliste einkaufen. Mit Leonie ging es zur Moyenne und nachdem das Nötigste verstaut war, gingen wir ins Restaurant und bestellten Pizza. An Bord gab es noch viel zu erzählen, bevor es in die Koje ging.
Am sonnigen Dienstag fuhren wir erneut mit dem Schlauchboot nach Strömstad, kauften lecker und reichlich Langostinos und Fisch ein, sowie fehlende Lebensmittel. Leonie hatte bei der Einfahrt nach Strömstad einen Juwelier gesehen und wollte für Lara noch eine Kette kaufen. Es wurde ein zeitlich längeres Unterfangen und so kamen wir erst gegen 13 Uhr los. Die Logge klemmte wieder, kam aber nach einigen Kringeln wieder frei. Bei schönstem Wetter setzten wir Segel und fuhren den Sackensund nach Norden. Der Wind frischte auf. Wir lassen die Insel Östra Rödskar an Steuerbord und umrunden Norden Sandry nördlich. Um 16 Uhr setzen wir gerade noch rechtzeitig die norwegische Gastlandflagge bevor wir in die Bucht von Holtekillnaturhavn eindrehen. Der Weg hinein führt durch einen kleinen Sund, links und rechts schöne Häuser mit großen Wiesengrundstücken. Kühe grasen am Ufer. Wir suchen einen Platz mit einer entsprechenden Wassertiefe und der Anker fällt bei knapp 5 Meter Wassertiefe. Abends gibt es die großen Langostinos mit Aioli und frischem Weißburgunder.
Die Bucht ist weitläufig und nicht gerade typisch norwegisch, da es Schilf und Wiesen am Ufer hat. Da das Wasser nicht gerade zum Baden einlädt, fahren wir am nächsten Morgen auf einen Felsen. Leonies Versuch, von hier aus ins Wasser zu gehen, scheitert an den glitschigen Felsen. Wir sonnen uns auf den warmen Felsen, bevor es aufs Schiff zurückgeht. Um kurz nach 13 Uhr holen wir den Anker auf. Der erste Versuch scheitert, da auf einmal die Ankerwisch mächtig Mühe hat. Der Grund ist schnell ausfindig gemacht, als ich mich über die Reling beuge. Wir haben ein Leitungsrohr mit angehoben. Also Anker wieder runter. Rückwärtsfahrt, zweiter Versuch, immer noch hängt das Ding über dem Anker, also nochmal vor und zurück. Anker ganz runter, dann lässt er sich endlich ohne Anhängsel bergen.
Wir laufen aus dem Sund wieder heraus und drehen nach Steuerbord. Die Norwegenflagge soll gegen die schwedische Gastlandflagge getauscht werden. Allerdings weht diese kurze Zeit nur mit einer Leine oben an der Saling. Also kommt der Bootsmannsstuhl das zweite Mal auf der Reise zum Einsatz. Da kein Wind ist, machen wir das auf dem offenen Wasser. Leonie zieht mich mit der Winsch hoch, dort kann ich alles klarieren und im Anschluss die schwedische Flagge hissen. Da wir uns im „Grenzgebiet“ befinden, werden wir noch einige Male die Flaggen tauschen. Wir lassen den Leuchtturm Sauholmen an Backbord und die Insel Herfo an Steuerbord und fahren mit dem Großsegel in Richtung Süden. Es ist sonnig und auf dem Wasser ist recht viel los. Um 15 Uhr laufen wir in den Kostersund ein. Hier bin ich bereits mit Michael gewesen, allerdings kamen wir von der anderen Seite. Wir bergen das Großsegel. Die Kosterfähre und alle möglichen Bootsarten kommen uns entgegen. Der Kosterhafen ist proppe voll. Man liegt bereits im 4er Päckchen. Wir wollen aber sowieso in die Ankerbucht westlich, die ich bereits kenne. Hier finden wir einen Platz. Mit dem Dinghi geht es auf die einen Felseninsel. Von oben aus haben wir beste Sicht auf zwei Motorboote, wie sie am Felsen vor Heckanker anlegen. Abends gibt es lecker Dorsch mit Bratkartoffeln. Von einem weiteren Felsen schauen wir den Sonnenuntergang an. Leider verschwindet die Sonne zu schnell hinter den Wolken, dennoch färbt sich der Himmel noch blutrot. Am Ufer machen Jugendliche noch den Abend/Nacht zum Tag und feiern, was auch immer, lautstark. Egal, wir schlafen trotzdem.
Am Donnerstag geht es wieder durch den Kostersund zurück aufs offene Wasser. Der Wind ist passend für den Genacker. Dieser bringt uns bei rund 4 – 6 Knoten scheinbarem Wind mit ebenfalls 4 Knoten in nördliche Richtung zum Singlefjorden. Diesen wollen wir bis zum Ende folgen, um dort im Hafen uns vor den anstehenden kräftigen Winden „Schutz“ zu finden. Das ganze segeln wir dann nur mit dem Großsegel und kommen gegen 17 Uhr im Hafen an. Wir finden einen Platz zum längsseits gehen. Der Hafen von Kjeringholmen erweist sich als reiner Hafen für Einheimische. Es gibt einen Italiener (sprich Türken) aber ansonsten nichts. Keine Einkaufsmöglichkeiten, kein Bus, keine „Gar Nichts“. Die im Hafenhandbucht beschriebenen Attraktionen „Klang-Installationen“ im Kulturzentrum kennt hier niemand. Wenn man kein Auto hat, ist man aufgeschmissen. Egal, wir haben noch genügend zu Essen an Bord. Vorsichtshalber füllen wir mal Wasser auf. Am nächsten Tag soll es durchregnen.
Morgens stellen wir fest, dass ein großer Kat hinter uns angelegt hat. Wir liegen wohl auf seinem Platz, nun gut konnten wir nicht wissen, da wir extra jemand gefragt hatten, ob wir dort liegen könnten. Wir beschließen trotz Regen wieder etwas weiter südlich zu fahren, wenn hier sowieso umlegen müssten. Also Ablegen und im Regen wieder eine Stunde nach Süden. Leonie ist guter Laune, denn morgens hat sich die Infos bzgl. der Gasteltern für Lara in England bekommen. Also steht sie bei kräftigem Regen am Steuer. Nach einer guten Stunde laufen wir in eine kleine, aber schöne Bucht von Svarerodkillen (59° 06 N und 011° 13 E) ein. Hier gibt es zwar auch nichts, aber es ist immerhin viel schöner – auch bei Dauerregen – als in dem Hafen. Wir vertreiben uns die Zeit mit Arbeiten, Logbuchschreiben und Kartenspielen. Leonie übt ein bisschen Klavier und ich bereit die Pasta für heute Abend vor. Morgens ist beim Spiegeleibraten die zweite Gasflasche leer, also schließe ich Nr. 3 an. Eine volle ist noch als Reserve an Bord.
Ungewohnt früh (08.45) gehen wir Anker auf und Motoren aus der Bucht. Der Wind bläst mit 4-5 Bft. frisch aus S – SW, also in unsere Richtung. So kreuzen wir durch die enge Schärenlandschaft. Der Kartenmaßstab ist aus meiner Sicht zu groß, so schaue ich regelmäßig auch auf den Plotter. Bei der Insel Ribba wenden wir erneut und kreuzen durch die Enge von „Alteren“. Jeder Schlag dauert nur ca. 1 Minute. Nach 5 Minuten sind wir durch die Enge durch. Wir lassen die Insel Nordre Sandoy an Steuerbord und nehmen Kurs auf den Hafen von Skjärhalden. Das Wetter wird besser und der Hafen wird sich im Tagesverlauf füllen. Wir sind aber rechtzeitig da und werden von dem jungen Hafenmeister an einen Platz geleitet. Und so machen wir längs von zwei Motorbooten am Schwimmsteg D 2 fest. Hier war ich bereits einmal vor ein paar Wochen mit Michael und Karin. Nun ist es deutlich voller. Viele junge Leute auf teuren und großen Motoryachten. Alkohol fließt reichlich und auf jeder zweiten Yacht wird schon gefeiert. Neben uns legt ein neuer Nachbar an. Ebenfalls ein schnelles Motorboot mit 4 Jungs an Bord. Gut angezogen sind hier nahezu alle, aber die Manieren …, naja vielleicht gehört das Pinkeln ins Hafenbecken hier zum guten Stil.
Im Supermarkt füllten wir dringend benötigte Lebensmittel auf und machen einen Spaziergang über die Felsen.
Wir buchen eine Stunde in einer kleinen Sauna an einem Meeresschwimmbad, nur 10 Minuten von unserem Liegeplatz entfern. Durch die großen Scheiben schaut man aufs Meer, in das man nach dem Saunagang eintauchen kann. Wir haben unsere Badesachen vergessen und gehen unbekleidet ins Wasser. Das ist hier unüblich, aber wenigstens pinkeln wir nicht vom Steg ins Wasser. Nach einer Stunde warten bereits die nächsten Saunagäste auf diesen schönen Ort und wir machen uns auf den Rückweg. Später gehen wir noch einmal zur Sauna, um dort den Saunabetrag in Form von SEK zu hinterlegen. Bei der Buchung hat es mit der Online-Bezahlung nicht geklappt. Aber die „Managerin“ der Sauna sagte uns, dass es kein Problem ist und wir auch schwedische Kronen hinterlegen könnten.
Gegen 19 Uhr wir es im Hafen ruhiger und wir wundern uns, wo alle sind. Am nächsten Tag berichten unsere Nachbar-Jungs, dass es ein Open-Air-Konzert von einer namhaften norwegischen Band gab. Es waren wohl einige extra deswegen in diesen Hafen gekommen.
Am Sonntag (28.07.) geht es um 11 Uhr weiter. Heutiges Ziel ist die Ankerbucht Fedagsholet, in der ich bereits zweimal war. Aber Leonie möchte ich sie nicht vorenthalten, weil sie so schön ist. Mit Großsegel und Genua geht’s es zuerst in westliche, dann in nördliche Richtung. Schließlich müssen wir noch das erste Reff einziehen und die Genua gegen die Fock wechseln. Wir kommen gut voran. Nach einigen Schlägen nehmen wir gegen halb drei die Segel weg und laufen in das schmale Fahrwasser zur Ankerbucht ein. Da die meisten Motorboote am Felsen festmachen, finden wir einen guten Ankergrund. Die Sonne scheint, wir baden und fahren mit dem Schlauchboot zu den von der Sonne aufgewärmten Felsen und genießen die Zeit zu zweit. Wieder am Schiff gibt es ein Wiedersehen mit den zwei Jungs, die mit ihrem Boot in der Bucht rumfahren und Eis, Getränke und Teilchen zum Verkauf anbieten. Wir nehmen das Angebot dankend an. Besonders die selbstgemachten Karamell-Taler sind sehr lecker. Auf dem hochgelegenen Felsen erleben wir erneut einen schönen Sonnenuntergang.
Am nächsten Morgen versuchen wir noch ein paar schöne Fotos zu schießen aber der Himmel ist etwas diesig. Um kurz vor 13 Uhr Motoren wir aus der Bucht auf dem Weg zum nächsten Naturhafen (Hankonaurhavn). Das ursprüngliche, von Leonie ausgesuchte Ziel auf den Missigen Inseln lässt sich nicht realisieren. Wir kommen zwar nach eine paar schönen Segelstunden dort an. Es sind schon drei andere Schiffe dort vor Anker. Wir fragen bei einer Segelyacht nach, ob sie über Nacht bleiben, was sie verneinen. Daher entschließen wir uns, den Anker zu werfen. Leider hält dieser auch beim zweiten Anlauf nicht. Da der Platz sehr eingeschränkt ist und ein anderer Yacht-Eigner und kritisch beäugt, brechen ich den Versuch nun ab, da wir keine Chance haben unsere Position so zu verändern, dass der Anker auf einen besseren Grund fällt. Also verlassen wir, insbesondere Leonie schweren Herzens die Bucht. Kurze Zeit später Motoren beide Yachten aus der Bucht und eine andere Yacht läuft in die Bucht ein. Hätten wir das früher gewusst, wären wir geblieben und hätten unser Glück nochmal versucht. So geht es in Richtung NW mit Ziel Hankosund. Dort finden wir einen guten Platz in der weitläufigen Bucht. Die Einfahrt zur selbigen ist aber auch wieder sehr eng. Aber nach so vielen Monaten (dieses und letztes Jahr) in den Schären wird man etwas sicherer, was die Navigation angeht.
Wir fahren mit dem Schlauchboot auf die seewärtigen Schären, die flach aber wunderschön sind. Hunderte von leeren sehr großen Austernschalen sind neben Miesmuscheln zu bewundern. Sie sammeln sich in den windgeschützten Stellen auf den Felsen. Es ist eine eigenartige, großartige Landschaft. Die Steine sind unterschiedlich bewachsen. Moose, Flechten, Büsche, kleine Blumen wachsen an den unterschiedlichsten Stellen. Wir beobachten einen Kormoran, der erst einen großen, strahlförmigen „Schiss“ nach hinten abgibt und dass mit einem ordentlichen „Rülpser“ die Reste (das Unverdaubare) eines Fisches ausspuckt, bevor er sich so erleichtert in die Lüfte erhebt. Später sehen wir ihn, mit einer großen Scholle im Schnabel. Diese ist aber definitiv zu groß für ihn, obwohl er sich große Mühe gibt, diese in die richtige Position zum Verschlingen zu bringen. Das ganze wird von einer großen Möwe mit hungrigem Interesse verfolgt. Nun kämpft der arme Kormoran mit der Scholle und versucht gleichzeitig die Möwe auf Distanz zu halten. Bei einem Schleuderversuch entwischt im die zappelnde Scholle und die Möwe schnappt zu und entflieht mit ihrem Abendessen auf einen benachbarten Felsen. Der Kormoran guckt in die Röhre und taucht schließlich genervt ab, um erneut auf Unterwasserjagd zu gehen.
Nach diesem Schauspiel fahren wir zurück zum Schiff, um Abendessen zu kochen.
Da es ab dem kommenden Nachmittag und Abend mit bis zu 7 Bft. wehen soll, möchte ich abends in einem sicheren Hafen sein. Wir lichten um 11 Uhr den Anker und laufen aus der Bucht aus. Wir lassen die Insel Naveskjer an Steuerbord und es geht anfangs unter Segeln erneut zur den schönen Ankerbucht, um das schöne Wetter zum Baden und Faulenzen zu nutzten, bevor wir zum Hafen aufbrechen wollen. Vom Felsen gelingen diesmal sehr schöne Fotos von der Moyenne. Dann geht’s mit Maschine in den fast gegenüberliegenden kleinen Sund der ausreichend Schutz vor dem bereits schon kräftigen Wind bieten soll. Wir finden nach kurzer Zeit den reservierten Platz und legen vorwärts an. Der Wind drückt uns an den mit einer guten Gummileiste geschützten Schwimmsteg. Ich hätte den Steg von der anderen Seite anfahren sollen, dann hätte ich das Heck besser vom Steg weghalten können, so zieht der Rückwärtsgang, das Heck natürlich weiter an den Steg. Zwei deutsche Segler aus Hamburg nehmen die Leinen an. Wir klarieren auf, füllen den Wassertank auf und ich kümmere mich um die Chrom-Reling. Das überkommende Salzwasser hinterlässt ja sofort seine Spuren. Dann lassen wir die Luft aus dem Schlauchboot und verstauen dieses in der Backskiste. Da Leonie morgen in Fredrikstad von Bord geht und ich die nächsten Tage allein unterwegs bin, stört das Schlauchboot nur beim Anlegen. Dann machen wir es uns nach einem Spaziergang im Schiff gemütlich. Mein Versuch, Wäsche zu waschen scheitert an der defekten Waschmaschine. Die Wäsche kommt voller Waschmittel und überwiegend nass aus der Trommel. Nachts frischt es weiter auf und ich bin froh im Hafen und nicht in einer Ankerbucht zu liegen.
Am nächsten Tag geht es bereits um 7 Uhr los, da wir um 9 Uhr durch eine Klappbrücke bei Fredrikstad wollen. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, ist, dass die Brücke defekt ist. Ich hatte mir abends im Plotter Wegpunkte zur Einfahrt in den Sund nach Fredrikstad gesetzt, ohne auf die große Karte zu schauen. Das stellt sich als Fehler raus, da ich auf Grund des fehlenden Gesamtüberblicks die falsche Seite anfahren will. Es gibt nämlich zwei Seiten zur Stadt zu kommen. Also müssen wir bei ungemütlichen 5 Windstärken mit Maschine noch einen Umweg fahren. Um kurz vor 9 Uhr sind wir dann vor der Brücke. Ich rufen die Brücke auf UKW Kanal 12 an, erhalten aber keine Antwort. Also per Telefon. Man erklärt mir, dass die Brücke defekt sein. Na prima, hätten wir uns das frühe Aufstehen sparen können. Wir machen vor der Brücke an einer großen Steganlage fest. Leonie packt ihre Sachen zusammen. Dann gehen wir in die Stadt und fahren mit der Fähre zu „Old Town“, die sich als sehr sehenswert entpuppt. Schöne Geschäfte in alten Häusern, eine alte Festungsanlage und viele Familien mit Kindern. Mit der Fähre geht es zurück zur Moyenne und von dort bringe ich Leonie zum Busbahnhof. Um kurz vor 14 Uhr heißt es Abschiednehmen. Es war eine wunderschöne Woche, die wir zusammen hatten. Viele schöne Segelstunden, romantische Buchten, warme Felsen, frisches Meeresbaden und viele Kartenspiele am Abend, die ich meistens verloren habe. In rund 4 Wochen werden wir uns in Berlin wiedersehen. Davor kommen Fritz, Paula und Lili noch für eine Woche an Bord. Mit ihnen geht es langsam südlich in Richtung Göteborg. Von dort aus fahre ich alleine wieder die Strecke nach Kopenhagen. Hier kommen wahrscheinlich nochmal „Gäste“ an Bord. Wer, das ist zurzeit noch unklar, wird sich aber im Reiseverlauf klären.
Die nächsten zwei Tage nutze ich, um morgens Joggen zu gehen und etwas Sport zu machen. Außerdem stehen Wäschewaschen, Putzen und Einkaufen auf dem Tagesprogramm. Zwischendurch ein paar Stadtspaziergänge. Abends gehe ich ins „Slippen“ Restaurant. Dort bestelle ich vorzügliche Austern Asia Style und anschließend Catch oft he Day. Abends wird es frisch und ich kehre auf die Moyenne zurück und schlafe in frisch gewaschener Bettwäsche zeitig ein. Morgen geht’s weiter. Wohin? Das entscheide ich morgen.
PS: Leider konnte ich ein paar schöne Bilder noch nicht laden, das hole ich aber noch nach. Es lohnt sich.

Am 9. Juli fliege ich mit Mario abends mit Norwegian Airways vom BER nach Oslo. Die davorliegende Woche war recht vollgepackt. Am Donnerstag kaufte ich mit Mario Lebensmittel und Getränke für das Sommerfest im Verein ein, am Freitag lag ich bereits etwas angeschlagen teilweise im Bett. Am Samstag starteten wir um 12 Uhr mit den Vorbereitungen, kochten bis um ca. halb neun und gegen 00 Uhr war ich dann endlich im Bett. Dort blieb ich den Sonntag, obwohl ich eigentlich zum Sommerfest zu Gilbert gehen wollte. Normalerweise hätte ich meinen Flug um zwei Tage verschoben, aber da ich mit Mario verabredet war und es mit am Montagnachmittag etwas besser ging, holte ich Mario gegen halb vier von zu Hause ab. Um 22.30 Uhr landeten wir pünktlich in Oslo und fuhren mit dem FlytoGet nach Oslo und von dort mit dem Taxi weiter zur Marina. Die Moyenne lag friedlich in der noch hellen Nacht. Wir verstauten die Sachen und dann ging es ab in die Koje. Am nächsten Morgen starteten wir nach dem Frühstück unsere Einkaufstour durch zwei Supermärkte und liefen nach einem Mittagessen im Hafenrestaurant gegen 15.30 Uhr aus. Das Wetter meinte es gut mit uns und so kreuzten wir bei Südwind den Oslofjord in selbige Richtung. Gegen 18 Uhr frischte der Wind kurzfristig deutlich auf. Zur Ankerbucht war es nicht mehr weit, also bargen wir die Segel und bedienten uns der Maschine. In Oslo hatten wir noch die fehlenden 57 Liter Diesel aufgefüllt und auch den Wassertank randvoll gemacht. Um 19 Uhr fiel der Anker bei rund 8 Meter Wassertiefe und wir ließen großzügig 40 Meter Kette folgen. Nach einer Brotzeit rief wieder recht schnell meine Koje. Ich war leider immer noch nicht richtig fit. Am nächsten Tag sollte es den ganzen Tag regnen und so war der Plan, in der Bucht zu bleiben.
Der Wetterbericht behielt Recht. Es regnete mehr oder weniger den ganzen Tag in Strömen. Die Bucht lag im Regendunst, der Wald am Ufer war wolkenverhangen. Es war eine schöne ruhige und etwas mystische Stimmung. Zum Frühstück gab es Eier mit Speck. Mittag Börekstangen, nachmittags Eierkuchen mit Apfelscheiben und abends die gekauften Seebrassen mit Pfannengemüse und Reis. Der Tag hätte also schlechter laufen können.
Das einzige, was nicht geklappt hat war den Ersatzfender aufzublasen. Auch der beim Bootsladen gekaufte Adapter brachte keinen Erfolg.
Am Donnertagmorgen kommt nach dem Regen die Sonne durch und um 12 Uhr gehen wir Anker auf und kreuzen bei guten 3 Windstärken den Fjord weiter nach Süden. Die Color Line kommt von hinten schnell näher und überholt uns in noch gerade angemessenen Abstand. Nach 28 Seemeilen nehmen wir die Segel weg und laufen in die Marina von Selviken ein. Mario legt die Moyenne beim zweiten Anlauf sicher an den Steg. Ein Nachbarlieger nimmt die Leinen netterweise an. Gegenüber von uns liegt eine Bavaria 37. Sie gehört einem jungen Ukrainer. Es kommt aus Cherson, einer Stadt die lt. seinen Angaben weitestgehend zerstört ist. Wenn ich es richtig verstanden habe, konnte er sich mit 500 USD von den Russen freikaufen und ist über Polen nach Norwegen gekommen. Er arbeitete auf einem Frachter und kaufte sich vom Geld das Schiff auf dem er nun lebt. Die Ukraine müsse die Mittel bekommen, sich zu verteidigen, das sei die einzige Chance.
Genauso wie wir vor einigen Wochen, hat er ein Problem mit seinem Dampferlicht hat. Ich helfe ihm, ihn am Genackerfall hochzuwinschen. Dabei kommt es zu einem Überläufer auf seiner kleinen Winsch. Nun geht es nicht mehr vor und nicht mehr zurück. Er hängt recht unvorteilhaft in seinem schlechtsitzendem Bootmannstuhl und leidet, wären wir an einer Lösung basteln. Schließlich ziehen wir an einer anderen Winsch das Großfall hoch, so dass er sich damit zusätzlich einpicken kann, damit können wir das andere Fall entlasten und ich bekomme den Überläufer von der Winsch. Die Reparatur scheitert trotzdem, da es wohl nicht die Birne ist, sondern ein Kabel defekt sein wird. Dennoch sehen wir ihn am kommenden Tag in Richtung Bergen auslaufen.
Bei uns gibt es abends schöne Steaks. Blöderweise lassen meine Halsschmerzen nicht nach und meine Stimme ist angeschlagen.
Erneut starten wir erst wieder kurz nach 13 Uhr und segeln aus der Bucht. Vorher hatten wir im Supermarkt unsere Vorräte aufgefüllt und Wasser gebunkert. Der Supermarkt war nicht weit vom Hafen entfernt, das muss ausgenutzt werden. Außerdem benötigten wir neue „Teilchen“, Mario saugt die täglich weg. Mir reicht meistens ein halbes. Wieder geht es auf die Kreuz und bei 4 Bft. ziehen wir später das erste Reff ins Großsegel. Es ist eine sehr schöner Segeltag mit perfekten Bedingungen. Am frühen Nachmittag lassen wir die Insel Store Sletter an Steuerbord und drehen in die heutige Ankerbucht Toralden ein. Auf der Hauptwasserstraße war viel los. Zahlreiche schnelle Motorboote rauschten an uns vorbei.
Abends färbt sich der Himmel und das Wasser rosarot und wir bereiten die aus Oslo mitgebrachten Makrelen zu. Diese stellen sich allerdings auf Grund der massenhaften Gräten als nur schlecht genießbar heraus. Dafür gibt es als Sundowner eine „Cuba Libre ohne Cuba“. Es ist zurzeit eine alkoholfreie Zeit.
Über Nacht hat der Wind gedreht und kommt nun aus Nordosten. Gut für uns. Nach einem späten Frühstück gehen wir um 12 Uhr Anker auf und mit Vollzeug und 4 Windstärken geht es mit bis zu 6,5 Knoten zügig in Richtung Hankosund. Im Gegensatz zu ein paar Wochen, kommen wir diesmal von Norden rein. Ich fahre rückwärts in eine Lücke am Steg der Marina. Der junge Hafenmeister nimmt die Leinen entgegen und fragt, ob wir reserviert hätten. Nein haben wir nicht. Kein Problem, wir könnten auf die andere Seite des Steges kommen. Also das ganz noch einmal von vorne. Es stellt sich heraus, dass wir hier ruhiger liegen als an der Außenmole. Es ist eine nette Marina, die u.a. ein sehr nettes Restaurant hat. Hier wird es abends Disco-Musik im Stil der 80er Jahre geben. Vorher nutzen wir die Zeit zum Einkaufen. In der Verkaufsausstellung von „Brig“ schauen wir noch nach einem neuen Vereinsmotorboot :). Außerdem kann ich die Waschmaschine – leider ohne Trockner – nutzen. Da ich in Oslo nicht zum Waschen gekommen bin, ist das eine gute und dringende Gelegenheit. Hinter dem Restaurant erspähe ich einen Trockner und frage nach, ob ich diesen benutzen könnte. Kein Problem lautet die Antwort der Chefin. Als Dankeschön reservieren wir abends einen Tisch und lassen ein üppiges Trinkgeld dort. Abends fängt es wieder an zu regnen, was zumindest die Musik vom Restaurant etwas dämpft. Gerne hätten wir mitgefeiert aber meine Stimme ist immer noch nicht gut. Ich versuche mit Thymian-Tee und Tropfen dagegenzuhalten aber der bahnbrechende Erfolg bleibt noch aus.
Der Regen steigert sich in der Nacht, so ist das Deck zumindest garantiert salzfrei. Wir haben es nicht eilig und so legen wir erst gegen Mittag ab. Es geht kurz unter Maschine weiter südlich aber schon kurze Zeit später setzen wir noch im Sund die Segel und bereiten den Genacker vor. Bei NW 2 sollte das genau richtig sein. Allerdings läuft es nicht ganz so rund mit dem Setzen, da ich das Genackerfall auf der falschen Seite gesetzt habe. Das merke ich allerdings erst spät, nachdem wir das Fall nicht ausreichend durchgesetzt bekommen. Der Genacker lässt sich so nicht richtig ausrollen. Eine „Eieruhr“ kann gerade noch vermieden werden und wir lassen das ganze Gedöns noch einmal runter. Dann sortiere ich alles neu und siehe da: alles lässt sich wunderbar hochziehen und ausrollen. So können wir eine gute Stunde mit der großen weißen Blase, bei schwachem Wind rund 4 Knoten segeln.
Um kurz vor 16 Uhr packen wir alles ein, lassen Nordbaene an Backbord und Pattene an Steuerbord und schließlich den LT Lynholm auch an BB. Es geht wieder durch das gleiche Felsenlabyrinth, aber diesmal kenne ich den Weg und alles ist entspannt. Später liegen wir an der gleichen Stelle (59° 07,2 N und 010° 51,5 O) in der Bucht, wie damals mit Karin und Michael, nur dass es etwas kälter ist und der laute krächzende Mövenschwarm heute anscheinend woanders Lärm macht. Abends gibt’s Salat mit Steak-Streifen und ich verliere das x-te Mal im Rommee.
Am Montag ist wie immer erstmal Büroarbeit in größerem Umfang angesagt, daher geht es erst um 14 Uhr weiter. Wir zwängen uns durch die engste Ausfahrt und etwas abzukürzen. Hinter uns fährt ein SAR Boot mit uns mit. Gutes Zeichen? Schlechtes Zeichen? Man weiß es nicht. Als wir aus der Enge des Fahrwassers raus sind, ziehen sie zügig an uns vorbei. Es hat sich ein unerwartet starke Dünung aufgebaut aber mit Groß und Genua kommen wir dennoch gut voran. Sonne und Wolken wechseln sich ab und gegen 16.30 Uhr tauschen wir die Genau gegen die Fock, da wir in den Sjörsholmen Sund fahren. Landschaftlich sehr schön aber mit der Navigation muss man auch hier aufpassen. Wir verlassen den Sund und drehen den Bug wieder nach Süden. Nach diversen Kreuzschlägen bergen wir die Segel und lassen die Insel Bivik an Steuerbord und laufen nach Westen in ein große Bucht ein. Die erste Ankerbucht erweist sich als mit einem Boot vor Ort schon als voll, der anschließende Hafen ist ebenfalls voll und auch wenig attraktiv aber in der Karte ist ein Ankeplatz eingezeichnet, den wir anlaufen. Der Anker fällt bei nun 4 Meter ins Seegras, wie sich am nächsten Morgen herausstellen sollte. Während Mario das Abendessen vorbereitet, kontrolliere ich den Ölstand und reinige den Seewasserfilter. Für Mario ist es die letzte Nacht auf See, morgen geht’s nach Strömstad.
Da wir in Strömstad einen Platz via Dockspot vorreserviert hatten brauchen wir uns am morgen nicht zu hetzen. Wir haben zunächst Probleme, den Anker vom Seegras zu befreien. Die Kette rauscht auf Grund des vielen Schlamms auf der Ankerwinsch plötzlich durch, wir fahren etwas raus und lassen dann den Anker erneut auf 9 Meter sinken, um die Kette zu reinigen. Dann wird der Ankerkasten mit viel Wasser gespült. Im Ablauf hatte sich das Seegras gestaut und ich versuche diesen von außen mit dem Bootshaken freizubekommen. Das gelingt schließlich und so laufen wir unter Maschine den Langorannensund südlich nach Strömstad. Kurzfristig fängt es an in Strömen zu regnen so dass wir ca. 10 Minuten von innen steuern, dann ist der Regen vorbei und wir suchen die Einfahrt zur Marina. Diese wird von einem Hotel mit Spa betrieben. Schließlich werden wir fündig. Unser Platz ist relativ weit innen und Mario lässt mit den Vortritt beim Einparken. Alles easy, da kaum Wind. Kurze Zeit später legen wir bereits den Landstrom und machen das Schiff für einen Aufenthalt von ca. 7 Tagen fest. Mario packt schon ein paar Sachen und dann machen wir einen Stadtbummel. Dabei darf Mario „Fähr-Kapitän spielen. Wir nutzen eine Selbstbedienungsfähre zum Übersetzen. Wir essen in der Stadt jeweils eine Shrimps-Box und zurück an Bord packt Marion seinen Seesack (sehr cool – von der Sea Cloud). Die Suche nach einer passenden Verbindung für Mario zurück nach Oslo gestaltet sich schwieriger als gedacht aber schließlich ist das Problem gelöst. Um 09 Uhr geht der Bus. Wir haben ein Taxi für 08.45 Uhr an der Rezeption gebucht.
Es war eine sehr schöne gemeinsame Woche mit überwiegend gutem Wetter und Fair Winds und viel gutem Essen! Ich habe mich gefreut, dass Mario die Zeit gefunden hat mitzufahren und hoffe auf viele weitere Törns gemeinsam auf der Moyenne.
Am nächsten Morgen bereite ich das Frühstück, dann steigt Mario ins Taxi und ich fange an meine To Do Liste abzuarbeiten, was sich u.a. auf das Klar Schiff Machen und arbeiten bezieht. Außerdem ist wieder Wäschewaschen angesagt.
Montagabend kommt Leonie an Bord, darauf freue ich mich schon sehr. Aber nun genieße ich die nächsten Tage alleine an Bord und schone meine Stimme.
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Am Samstag, den 22. Juni gehen wir bereits um halb zehn Anker auf. In der Nacht hat es anfangen zu regnen und dieser begleitet uns, während des Auslaufens aus der Bucht. So trage ich das erste Mal in diesem Jahr meine Musto Offshore Regenjacke und Gummistiefel. Der Regen lässt aber später nach. Wir lassen Kepholmen an Steuerbord und nehmen Kurs auf Grebbenstadt. Hier wartet Karin bereits im Kaffee auf uns. Es dauert allerdings noch eine ganze Weile, bis wir einen geeigneten Liegeplatz gefunden haben. Wir gehen längsseits vor einen Norweger, legen Landstrom und Bezahlen per App. Dann geht’s ins volle Kaffee zum Frühstück. Es gibt lecker Teilchen und ich bediene mich noch vom Frühstücksbuffet, welches aber offiziell schon geschlossen hat. Da sich unser Dampferlicht beim Ankerlichten heute Morgen nicht anschalten ließ, lasse ich mich mit dem Bootsmannstuhl in den Mast ziehen, um die Birne auszubauen und zu testen. Das mit den Einstellungen am Multimeter ist mir noch nicht ganz so geläufig, dennoch kommen wir zum Ergebnis, dass die Birne defekt ist (der Fuß ist auch etwas dunkel). Also frage ich den Hafenmeister, nach einem entsprechenden Geschäft. Es stellt sich heraus, dass ein Store am Sonntag von 11-13 Uhr geöffnet hat. Da es wieder angefangen hat zu regnen verbringen wir erstmal den Nachmittag im Schiff. Ich nutze die Zeit, um Wäsche zu waschen. Zahlreiche aufgemotzte Ami-Schlitten fahren die Straße zum Hafen permanent hoch und runter. Das sollte die ganze Nacht so weitergehen. In Richtung des Gästehafens (wir liegen etwas weiter innen) liegen zahlreichen Motorboote. Ein Partyzelt verspricht Disco-Musik für den Abend und die Nacht.
Der Ort bietet wenig, bis auf eine gute Busverbindung nach Oslo und ein gutes Geschäft, in dem wir Fisch und Krabben in ausreichender Menge erstehen. Abends wird der Fisch gebraten, am nächsten Tag wird es die Krabben (Langustinos) geben.
Am Sonntag laufen Michael und ich zu dem Segelladen, um die Glühbirne zu kaufen. Halbe Stunde hin, halbe Stunden zurück, überwiegend auf der viel befahrenen Landstraße. Aber, der Erfolg zeigt sich beim erneuten Aufentern in den Mast und Eindrehen der Birne. Das Panel quittiert die Aktion mit einer weißen Kontrollleuchte. Natürlich wird man das Dampferlicht in der Regel hier oben gar nicht benötigen. Sonnenuntergang ist gegen 22.30 Uhr, so richtig dunkel wird es aber gar nicht mehr. Die Navigationslichter sind eher bei schlechter Sicht gefragt und notwendig.
Wir verlassen den Hafen nach der entsprechenden Sicherheitseinweisung für Karin um kurz vor 13 Uhr, tanken noch 35 Liter und machen uns auf den Weg weiter nach Norden. Mit Groß und Genua, später mit Groß und Fock kommen wir bei guten Winden aus SW gut voran. Später setzten wir noch den Genacker, das dauert beim ersten Versuch ca. 35 Minuten, bis alles passt und es dauert nicht lange, bis wir ihn wieder bergen müssen.
Um 18 Uhr fällt nach 24 Seemeilen der Anker in der Bucht von Svarteoudden im Havstensund. Es ein sehr schöner Ankerplatz. Allerdings sind wir, um Windabeckung zu haben auch weit reingefahren. Nun liegt vor uns eine Untiefe. An BB können wir zwischen zwei Inseln hindurchschauen. Dazwischen muss es sehr flach sein, jedenfalls laufen zwei Menschen von einer Insel zur anderen und stehen maximal bis zu den Knien im Wasser. Hinter uns ist eine Schäre auch nicht weit entfernt, aber wir haben den Anker gut einfahren und liegen fest. Wir sitzen draußen bei einem kühlen Weißwein und lassen uns die Schalentiere schmecken. Obwohl die Felsen ringsherum sind, schlafen wir gut und gehen morgens baden. Das Wasser ist klar und frisch.
Der nächste Morgen ist sonnig und zunächst schwachwindig. Wir beschließen noch etwas die herrliche Ruhe hier zu genießen und lichten erst um 15 Uhr den Anker. Der SO Wind ist günstig und wir setzen erneut, und diesmal sehr viel schneller den Genacker. Eine knappe Stunde bergen wir die 86 m² Tuch wieder und setzen dafür die Norwegische Nationalflagge!! Somit hat die Moyenne ein weiteres Land erreicht. Mit dem Großsegel lassen wir die Insel Anegret an BB und fahren vorsichtig zwischen zahlreichen Felsen und Untiefen zum heutigen Hafen im Kostersund. Ein netter Hafen mit recht viel Betrieb. Wir machen an einem Schwimmsteg fest, bezahlen mit Dockspot und ich versuche mit einem Norweger das Thema Hafenhandbuch zu klären. Die NV Karten für Norwegen haben diese nur rudimentär im Anhang. Ich habe zwar auch noch eine App, aber das ist mir immer zu fummelig. Also steuern Karin und Michael ein Hafenhandbuch zur Ausrüstung der Moyenne dankesbarerweise bei. Abends gibt es Entrecote mit Pfannengemüse und ich gehe relativ früh in die Koje. Am nächsten Morgen füllen wir die Lebensmittelvorräte für die nächsten Tage auf, da wir wieder ankern wollen. Ein Berliner Pärchen legt mit ihrer Halberg Rassy an. Wir besprechen das Thema „Verzollen von Alkohol“ und ich beschließe dies mit einer App zu erledigen.
Der Dienstag wartet mit frischem Wind auf. Wir gehen morgens gemeinsam Joggen, was anfangs eher eine Kletterpartie über die Felsen ist. Nachdem wir den Wassertank aufgefüllt haben, legen wir kurz vor 14 Uhr ab. Es geht ein Stück weiter durch den Sund, dann wieder auf offenes Wasser. Mit dem ersten Reff im Groß und der Fock kommen wir bei SSW 4 mit guten 6 Knoten sehr gut voran. Wir lassen den LT von Tresene an BB und wechseln auf die Genua, um später wieder auf die Fock zu wechseln. Das Wetter passt es ist deutlich wärmer geworden und die Sonne scheint. Um16.45 drehen wir in die Rinne zur Ankerbucht ein. Die Einfahrt führ erneut durch eine immer enger werdende Rinne. Links und rechts Felsen. Ein paar Pricken markieren den Weg. Vor uns scheint die Rinne zu enden, soll aber nach Steuerbord weitergehen. Mit Schleichfahrt tasten wir uns vor. Karin steht vorne, um rechtzeitig Bescheid zu sagen, wenn einer vorn rechts um die Ecke kommt. Aber es bleibt alles klar. Dann öffnet sich die Rinne und wir kommen in die sehr schöne Ankerbucht von Fredagshalet. Im Hafen werden diese Buchten als „Naturhäfen“ ausgewiesen. Eine Motorboote liegen, wie hier so oft gesehen, direkt am Felsen. Entsprechende Möglichkeiten sind in den Detailbeschreibungen der Naturhäfen mit roten Linien oder Punkten markiert. Drei andere Schiffe liegen vor Anker. In der Mitte der Bucht befindet sich ein Ponton mit einer Müllentsorgungsstation und einer Fäkalienabsaugmöglichkeit. Wir fahren bis hinten in eine kleine Aussparung der Bucht und werfen den Anker. Es ist bis auf das permanente Möwengeschrei eine sehr schöne ruhige Bucht. Wir sitzen in kurzen Hosen und T-Shirt draußen, Baden und Karin bereitet den Heilbutt für abends vor. Am Ufer erscheint ein Reh mit einem Jungtier und wärmt sich auf dem Felsen.
Die Möwen machen ein riesiges Spektakel. Erst geht es vom Felsen auf das Wasser, dann auf den Ponton, dann vom Ponton wieder auf das Wasser und das Spiel beginnt von Neuem.
Die „Verzollung“ der alkoholischen Vorräte hat nach mehreren Anläufen geklappt, somit können wir ruhig schlafen.
Die Moyenne hat für diese Saison die Marke von 600 Seemeilen überschritten. Die Motorstunden hielten sich sehr in Grenzen und resultierten hauptsächlich aus Hafenein- und Ausfahrten.
Morgens nutzen wir das schöne Wetter erneut zum Baden. Die Batterien haben auf Grund der Sonneneinstrahlung nur rund 20% verloren. In der Regel lasse ich den Ankeralarm nachts laufen. Die permanente Ortsbestimmung der Raymarine-Software benötigt genauso wie der Kühlschrank natürlich Strom.
Nach dem Frühstück (Rühreier mit selbst gepulten Schrimps von Michael!) gehen wir Anker auf und Motoren aus der Bucht. Wir haben es nicht weiter bis zu unserem nächsten Ziel (Riesholmen Nord) und so richten wir den Kurs nach dem Wind aus und setzen erneut den Genacker. Mit entsprechendem Südwind geht es bei einem Einfallwinkel von ca. 120 Grad zügig mit 6.8 Knoten voran. Vor uns taucht ein Regattafeld auf, also holen wir den Genacker wieder ein und wenden. Dann geht der Genacker wieder rauf und ab geht’s mit erneutem Raumschotskurs. Die Entscheidung für den Genacker, gegen den auf der Sirius üblichen Code Zero, war genau richtig. Allerdings lässt er sich nicht so perfekt einrollen, wie ein Code Zero, aber das macht zurzeit nichts aus.
Wir laufen auf den Hankosund zu, in den auch das Regattafeld eingefahren ist. Das Wetter ist weiter fantastisch, Sonne, schöner Wind, ca. 25 Grad. Mit dem Großsegel und der Fock segeln wir den Sund entlang. Links und rechts wieder „Bullabü-Szenerie“. Ein weiteres Regattafeld kommt uns entgegen und ich löse kurz Karin am Steuer ab. Wir suchen einen Weg hindurch, da alle mit Vorfahrtkurs fahren. Es sind Boote vom Typ „Drache“ und weitere ähnlich schöne Schiffe. Um kurz vor 17 Uhr nehmen wir an einer Nordtonne die Segel weg und suchen nach einer geeigneten Ankerbucht. Das gestaltet sich etwas schwierig, da der Südwind recht kräftig weht und ich gerne etwas Windabdeckung hätte. Die zweite Möglichkeit erweist sich als ebenfalls unpassend, da zu eng. Also ein Stück zurück. Vor einer Anlegestelle ankern mehrere Boote. Wir lassen den Anker fallen, aber er hält auch beim zweiten Anlauf nicht. Der Steg gehört zu einem anscheinend privaten Besitz. Ich möchte erkunden, ob wir über Nacht dortbleiben können. Michael fährt längsseits an den Steg und ich steige über, um unser Anliegen vorzubringen. Ein älterer Mann kommt und sagt, dass es eigentlich ein Privatgelände ist, aber wir könnten bleiben. Er äußerte noch etwas besserwisserisch, dass wir den Anker zu schnell eingedampft hätten. Ich gebe im diplomatisch recht und anstatt einer Hafengebühr bringe ich eine Flasche Weißwein zu der am Ufer sitzenden Gruppe und alles ist geklärt. Eine Stunde später kommen zwei weitere Yachten. Der Wind hat sich gelegt. Auf dem einen Schiff entwickelt sich hektische Aktivität. Es wird ein Reifen am Spibaum angebracht. Zwei Jungs springen vom ausgebaumten Großbaum ist Wasser. Dan erscheint ein junges Mädel und steigt in der Turnreifen. Es folgt eine äußerst beeindruckende Turneinlage am Reifen, den wir mit gebührendem Applaus würdigen. Der Vater macht aufnahmen, und wir nehmen an, dass es sich um ein Bewerbungsvideo o.ä. handeln wird.
Abends gibt es Pasta mit Erbsen-Zitronensauce, danach Cuba Libre. Es war ein perfekter Tag.
Da wir am Freitag, den 28.6. in Oslo sein wollen, geht’s am Donnerstag „schon“ um 11.30 Uhr und Nordwind mal unter Maschine in Richtung Rauersund los. Auf der rechten Seite sieht man nun vermehrt Häuser und Siedlungen. Oslo ist nicht mehr weit. Zahlreiche Motorboote und einige Segler sind unterwegs. Die Leute liegen am Ufer oder Baden. Sommer in Norwegen. Die Ferien beginnen hier wohl in der kommenden Woche.
Der Master-Plotter spinnt mal wieder und zeigt überlappende Menüs an. Im Winter muss er eingeschickt werden. Aber ich bin ja sowieso ein Freund der Seekarte. Die Colorline kommt uns aus Oslo entgegen. Wir passieren eine schmale Stelle im Westufer, rechts davon ist eine Unterwasserbarriere aus dem Krieg. Die Ankerbucht von Sandsbollen bietet viel Platz und ist gut besucht. Auch hier hält der Anker erst wieder beim zweiten Versuch, allerdings liegen wir mit dem Heck mir etwas zu dicht am Felsen. Da es in der Nacht und vor allem am Freitag auffrischen soll, lichten wir eine Stunde später den Anker und fahren etwas weiter mittig in die Bucht. Hier passt alles. Es ist sehr warm (ca. 27 Grad) und wir baden erneut, bevor wir eine Reste-Essen kochen.
Ein kleines Motorboot mit einem jungen Pärchen kommt. Sie gehen Baden und versuchen sich näher zu kommen. Allerdings ist er viel mit seinen Haaren und seinem Handy beschäftigt. Auch als man sich auf dem Vordeck niederlässt, scheint sich nichts weiterzuentwickeln. Schließlich steht sie auf und zieht sich wieder etwas über ihren Bikini an. Nach einer Stunde verlassen sie die Bucht. Kurz Zeit später kommen zwei weitere Jugendliche auf uns zu. Einer sitzt im Schwimmreifen, der andere schwimmt nebenher. Als sie in unsere Nähe kommen, fragen sie „could you donate an beer for us?“ Ich antworte, dass Bier alle ist, ich könnte zwei Zigarren (aus der Gästekiste) anbieten. Sie nehmen dankend an und während der eine auf der Badeplattform Platz nimmt, bleibt der andere – nun die Zigarre rauchend – im Schwimmreifen. Sie erzählen, dass sie nach dem bestandenen Abi nun zum Militär müssten. Vor dem Abi steht eine ca. 3-wöchige Partiezeit, die vom 27 April bis zum 15. Mai dauert. Es ist eine sehr nette und lustige Unterhaltung mit den beiden supernetten Norwegern. Schließlich rufen die anderen vom Ufer herüber und beide paddeln, die Restzigarren rauchen in Richtung Ufer. Hier liegt ihr Boot. Sie haben es nicht weit nach Hause und als sie aufbrechen, kommen Sie winkend an uns vorbeigefahren.
In der Nacht fängt es an zu regnen und zu donnern. Der Regen hält bis morgens an. So wird das Deck vom Salzwasser befreit, was auch nicht schlecht ist. Wir verschieben den ursprünglich frühen Aufbruch um eine Stunde und frühstücken erst einmal. Ich will nicht zu spät in Oslo sein, da ab mittags starker Wind angesagt ist. Um 09.00 Uhr gehen wir Anker auf und fahren zuerst mit Maschine aus der Bucht und dann den Vest-Fjord weiter nach Norden in Richtung Oslo. Der Wind kommt zurück, wir setzen das Groß und die Genua. Mit 4-5 Bft. aus südlicher Richtung geht es mit Rauschefahrt und max. 7.4 Knoten in Richtung Oslo. Die rote Tonne Torquere bleibt an Backbord. Der Wind frischt weiter auf und kommt nun mit bis zu 21 Knoten von achtern. Halse um die Tonne Mäsane und um 11 Uhr passieren wir Nessoden. Wir laufen in die Bucht von Oslo ein und bergen zwischen zwei vorbeifahrenden Fähren und im Schutze einer vorgelagerten Insel die Segel. Dann machen wir uns auf die Suche nach dem Hafen und dem reservierten Platz D 06. Das ist hier alles etwas unübersichtlich. Wir fahren den langen „Sund“ des Hafens ab. Finden den Steg D aber können keinen Platz 06 ausmachen. Es weht inzwischen konstant mit 22 Knoten. Ich fahre in die Gasse rückwärts herein, damit wir ggf. den Platz 06 erspähen können aber negativ. Das sieht alles „komisch“ aus, alles eng und die Boxen klein. Wir entschließen uns an einem Kopfsteg bzw. in der ersten Box erstmal provisorisch festzumachen, um uns einen genaueren Überblick zu verschaffen. Rückwärts geht’s in die Box und dann sind wir erstmal fest. Ein Rundgang und ein Gespräch mit einem dort liegenden Motorboot klärt uns auf. Der von uns gesuchte Hafen ist gleich am Anfang des Sundes. Also Leinen los und zurück gegenan. Die Einfahrt zum richtigen Hafen finden wir gegenüber der Anlegestelle der Colorline. Hier ist das Wasser ordentlich aufgewühlt und wir besprechen das Anlegemanöver, welches uns zunächst an die Tankstelle bringen soll. Also geht es rein und ich versuche mit so wenig Fahrt an die auflandige Pier zu kommen, dann eindampfen in die Vorspring und wir sind erstmal safe. Der Kontakt zum Hafenmeister mit seinem weißen Schiffshütchen ergibt die für uns reservierte Box D 06. In Luv liegt ein großes Motorboot. Der Eigner will uns beim Anlegen helfen. Der Plan ist, vorwärts in die Gasse zu fahren und dann rückwärts mit Unterstützung des Radeffektes und des Bugstrahlruders in die Box zu kommen. Gesagt getan, ich ändere den Plan noch etwas ab und drehe bereits beim Motorboot den Bug nach Steuerbord. Dann rückwärts. Wir kommen mit dem Heck etwas zu dicht in Luv an das Heck vom Motorboot, nochmal Steuerbordruder, ein Schub nach vorne und mit Unterstützung des Bugstrahlers kommt das Heck und der Bug in die passende Position zum weiteren Einfahren in die Box. Der Motorbootfahrer hat die Luv-Vorleine übernommen und hilft, dass der Bug nicht weiter wegklappt. Dann die Luv-Heckleine über und fest und wir haben es bis auf die Feinjustierung geschafft. Geschafft bin ich allerdings auch. Beim Einfahren hatte ich kurz auf den Wind geschaut, 24 Knoten also eine gute 6. Aber es ist alles gut gegangen. Wir richten die Leinen und Fender, legen Landstrom und atmen durch. Duschen, Toiletten (bis auf die im Kogen Restaurant), Waschmaschine gibt es leider nicht, obwohl Duschen und WC im Handbuch standen. Dafür gibt es eine permanente Beschallung mit Loungemusik vom gegenüberliegenden Restaurant der Kogen Marina Bar. Dort nehmen wir auch den Anleger Drink und etwas zu Essen zu uns.
Nach einer Pause machen wir uns auf, zu einer ersten Tour durch die Stadt. Wir kommen an die neue erbaute Hafenpromenade im Bereich Anker Bruygge. Hier tobt das Leben. Ein Restaurant und eine Bar an der anderen. Viel Trubel und Heiterkeit. Das Wetter ist, bis auf den starken Wind, herrlich. Wir besichtigen die Festungsanlagen, staunen über die in einem weiteren Hafenbecken gelegenen, schwimmenden Saunahäuschen und bestaunen die Oper, die auf einer kolossalen Schräge am Hafen errichtet wurde. In einer langen Schleife geht es zurück. Vorher kehren wir in einer schicken Pierbar ein. Im Coop Supermarkt kaufen wir reichlich Schrimps für morgen ein. Dann gibt es noch einen Absacker auf der Moyenne und ich falle todmüde in die Koje. Von der Bar gibt es softe Beats zum Einschlafen.
Der Samstag startet mit einem gemeinsamen Laufprogramm. Karin hat über „Komot“ eine Strecke von ca. 7 Kilometern rausgesucht. Also nichts mit Ausschlafen. Während Michael und ich nach 6,5 Kilometern zum Schiff zurückkehren, kümmert sich Karin tapfer um Brot und Teilchen zum Frühstück. Anschließend machen wir einen erneuten Stadtbummel, diesmal nicht durch die Touri-Zone, sondern durch eine feines Wohnviertel mit Geschäften und einigen Bars und Restaurants. Schließlich kommen wir noch zum königlichen Palast und von dort aus auf die Pracht- und Shoppingmeile von Oslo. Nach einer kurzen Stärkungspause geht’s ins Nationalmuseum und wir besuchen die Ausstellung von Mark Rothko, bevor wir uns auf den Heimweg machen. Ich kaufe noch etwas Vorräte ein und lege mich ein wenig in die Koje. Karin und Michael laufen noch ein wenig durch die Stadt und finden für abends eine Kneipe, in der wir das sehr spannende Spiel Deutschland gegen Dänemark sehen, was mit 2:0 gewonnen wird. Ein letzter Rum an Bord, morgen früh um 5 Uhr müssen sich Michael und Karin auf dem Weg zum Flughafen machen.
Es war wieder eine perfekte Reise mit den beiden. Karin bringt immer gutes Wetter mit und mit Michael bin ich ein sehr gut eingespieltes Team. Also freue ich mich, auf den nächsten gemeinsamen Törn mit den beiden.
Ich werde den Sonntag nutzen, um Klar-Schiff zu machen, Montag ist Bürotag und abends fliege ich für eine Woche zurück nach Berlin. Dort freue ich mich Leonie wiederzusehen und auf das Sommerfest im Segelverein. Am Montag danach geht es mit Mario zusammen wieder nach Oslo und wir segeln gemeinsam bis zum 17. Juli hier in der Gegend, auch darauf freue ich mich jetzt schon.
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Nach einem Kundentermin fliege ich am Dienstagabend von München wieder zurück nach Göteborg. Michael, mein „Eins WO“ ist bereits seit Freitagabend an Bord. Seitdem ist das Wetter schlecht. Nur am Montag kam der Sommer kurzzeitig zurück. Die Lebensmittelvorräte sind aufgefüllt, gleiches gilt für den Wassertank. So können wir am Mittwoch schon gegen halb zehn den Gästehafen von Göteborg in Richtung Westen verlassen. Das Wetter meint es gut mit uns und als wir an dem „Abzweig“ in Richtung Marstrand angekommen sind, setzen wir die Segel. Es geht mit einem Kurs von Rund 350 Grad nach Norden. Wir fahren durch den Lila Kalvensund und passieren die Insel Barh an Steuerbord. Seehund sonnten sich auf einer Schäre und wir kamen mit bis zum 6.8 Knoten zügig voran. Kurz vor Marstrand kommen wir an eine große „Kreuzung“. Aus allen Richtungen kommen uns gelbe Autofähren entgegen oder kreuzen unser Fahrwasser. Diese stellen die Landverbindungen zwischen den zahlreichen Schären her, durch die wir uns durchnavigieren. Kurz vor Marstrand geht es durch eine sehr schmale Durchfahrt. Zu beiden Seiten beträgt der Abstand ca. 10 Meter. Gott sei Dank kommt uns keiner entgegen. Dann öffnet sich die Enge und Marstrand liegt vor uns, unschwer erkennbar durch die hohen Festungsanlagen auf der Kuppe der Insel. Vor rund 30 Jahren war ich schon zweimal hier. Einmal an Bord der SS Amphitrite und ein paar Jahre später auf dem ersten eigenen Ostseetrip mit Annette, Stella und Hannes. Nun also das Wiedersehen mit dem schönen Hafen. Wir machen an einem Schwimmsteg fest. Der Hafenführer hatte uns vorgewarnt. Bei SW Winden steht ein ordentlicher Schwell im Hafen. Moyenne ruckt immer wieder spürbar in die Festmacherleinen und so kommt der mitgeführte Ruckfender an der Steuerbord-Bugleine zum Einsatz. Dieser hilft ein wenig, trotzdem sollte es eine unruhige Nacht werden. Vorher erkundeten wir Marstrand. Viel los war hier noch nicht. Zum einen war das Wetter bescheiden, zum anderen steht die Gegend erst vor Beginn der Saison. Gestern hatte ich eine offene Naht an einem oberen Mastrutscher am Großsegel entdeckt. Diese wollte ich nun nähen. Voller Erwartung holt ich die teure Liros Takeltasche hervor und stellte fest, dass kein Segelmacherhandschuh vorhanden war. Also machte ich mich auf die Suche nach einem passenden Geschäft. Dabei kam ich mit zwei deutschen Seglern ins Gespräch. Sie wollten morgen eine Soloregatta mitsegeln. Ich dachte an die Wettervorhersage, die Böen mit bis zu 7 Bft angab und wünschte viel Erfolg. Mit der Fähre setzte ich über und fand einen Yachtausstatter, der aber das gewünschte Teil nicht hatte. Auch bei einem weiteren Geschäft war ich erfolglos. Auf dem Rückweg zum Schiff traf ich den Eigner einer großen seegängigen Yacht und fragt, ob er das gewünschte Hilfsmittel an Bord hätte. Die Anwort war positiv, er musste den Handschuh nur suchen. Nach einem fünfzehnmenütigem Smalltalk mit seiner Frau, erschien er mit dem Hilfsmittel und freute sich, dass er nun wenigste wusste, wo dieser sei. Michael und ich zogen uns wetterfest an und begannen das Segel zu nähen. Das stellte sich als schwierig heraus, da wir auf den Maststufen stehen und noch ordentlich strecken mussten, um an die entsprechenden Stellen zu kommen. Dadurch war der Druck auf die Nadel, bedingt durch den schlechten Anstellwinkel nicht besonders groß. Die Naht hätte keinen Segelmacher begeistert, sie würde aber halten. Für ein besseres Ergebnis hätte ich das ganze Großsegel abschlagen müssen und dazu hatte ich bei dem kalten, und sehr frischen Wind keine Lust, zumal auch noch Regen aufkam.
Da der Wetterbericht auch für den nächsten Vormittag keine Besserung versprach, beschlossen wir erst am späten Nachmittag weiterzufahren.
Am Nachmittag werfen wir die Leinen los. Es herrscht frischer Wind von querab, wir besprechen das Ablegemanöver, lösen unsere diversen Leinen und dann geht es recht flott vom Schwimmsteg nach achtern. Der Wind drückt den Bug in die gewünschte Richtung und wir klarieren noch im Hafen Leinen und Fender. Draußen wird uns reichlich Welle erwarten, die sich aus Westen in den letzten Tagen aufgebaut hat. Und so ist es auch. Mit uns fahren mehrere Nimbus Motorboote und Yachten aus dem Hafen in Richtung Westen. Als wir das schützende Land verlassen, kommt eine ordentliche Welle von vorne auf uns zugelaufen. Der Bug der Moyenne steigt im gefühlten 45 Grad Winkel auf und wieder ab. Aber – im Gegensatz zu vielen Charteryachten, die ich gesegelt bin, bleiben die Bewegungen harmonisch. Die 50 PS von Volvo Penta bringen uns mit 4 Knoten über Grund gegen an. Kurze Zeit danach fallen wir nach Steuerbord ab und setzen nur die Fock. Es geht mit halbem Wind ca. 15 Minuten nach Norden, ehe wir wieder nach Osten eindrehen. Vorbei an Felsen, an denen sich die hohen einlaufenden Wellen beeindruckend brechen, rauschen wir in den Almund-Sund hinein. Beim Rudergehen ist Obacht geboten, damit keine Welle von achtern das Boot quer zur Welle bringt. Aber Moyenne lässt sich gut steuern und nach ca. weiteren 15 Minuten beruhigt sich das Ganze. Wir belassen es bei der Fock, da der Wind von achtern kommt. Die Sonne kommt heraus und linker Hand zeigt sich die Landschaft abwechslungsreich mit vielen sehr schönen Sommerhäusern. Vogelgezwitscher dringt zu uns herüber und wir passieren um 19 Uhr die Almund Sund Brücke, nehmen die Fock weg und finden nach knapp 15 Seemeilen einen sehr schönen kleinen Hafen und legen uns an einen Schwimmsteg. Die Temperaturen sind angenehm. Es gibt Schweinefilet mit Ananas, Krabben und Basmatireis. Vor uns liegt eine ruhige Nacht, ohne Geruckel und Regen. Eine Wohltat. Wir schlafen aus und decken uns im nicht weit entfernten Supermarkt mit der benötigten Milch und einigen weiteren Dingen ein. Der Supermarkt ist wirklich ein super Markt und hätten wir nicht noch Vorräte für die nächsten zwei Tage hätten wir uns hier mit allerlei Köstlichkeiten eindecken können. Der Hafenmeister kommt auch noch vorbei und wir bezahlen stolze 320 SEK für den Liegeplatz inkl. Strom. Da war es in Marstrand preiswerter. Egal, weiter gehts durch den Sund. Wir fahren von Marstrand kommend einen großen U-Turn. Das Wetter ist gut und wir segeln unter Vollzeug durch den Skäpesund schließlich wieder in Richtung Westen durch den Schärengarten. Wir passieren drei große Muschelzuchtfelder. Hinter uns tauchen zwei Verfolger auf. Ich beginne hektisch die Segel zum Trimmen und Michael steuer hochkonzentriert, doch die Verfolger kommen schnell näher – kein Wunder. Beide haben die Maschine mitlaufen. Wir entspannen uns wieder und konzentrieren uns auf die Kartenarbeit, um die Abzweigung zum heutigen Hafen zu finden. In Brörnholmen machen wir längsseits fest. Im Hafen gibt es heute eine EM-Übertragung und wir erleben den ersten Sieg der deutschen Nationalmannschaft. Da am nächsten Tag wieder starker Wind angesagt ist, legen wir einen Hafentag ein. Ich gehe morgens Joggen und mittags geht es in die sehr schöne gelegene Sauna, die mit Holz gefeuert wird. Von hier aus hat man einen fantastischen Ausblick in den Fjord und kann nach dem Saunagang im Meer schwimmen gehen. Herrlich. Wir haben die Sauna eigentlich nur für 1 Stunde gemietet, da aber keiner kommt, bleiben wir ca. 1.5 Stunden und kehren zufrieden auf die Moyenne zurück.
Am Sonntag (16.6.) brechen wir um halb eins auf und segeln ersteinmal zwei Stunden den gleichen Weg von gestern zurück, bis wir weiter nach Norden abdrehen können. Eine erneute Regatta mit einer Hanse 37 mit Foliensegeln verlieren wir, da wir erst zu spät die Fock gegen die Genua tauschen. Um 15 frischt der Wind auf und wir nehmen das erst Reff ins Groß und bergen das Vorsegel. Der Wind von achtern frischt auf und erreicht in Spitzen 28 Knoten True Wind. Moyenne stellt mit 8,3 Knoten Speed den diesjährigen Rekord auf und konzentrietes Steuern ist erforderlich. Eine unser Fahrwasser kreuzende Fähre rufen wir ordungsgemäß über Funk auf Kanal 6 an und erbitten Freigabe Passieren zu dürfen. Zahlreiche Fischzuchtgebiete werden ebenfalls passiert bevor wir die Brücke von Hägholmen im Hjaltosundet passieren. Dann fahren wir unter Maschine in den Kalvenfjord ein und finden eine schöne Ankerbucht. Nach einigen Kringeln zum Ausloten der Wassertiefe fällt der Anker auf 4 Meter. Wir lassen 20 Meter Kette raus, man kann ja nie wissen und fahren den Anker mit 2.000 Umdrehungen sicher ein. Abends gibt es das Highlight einer jeden Reise mit Michael: Hühnchen mit Spitzkohl und Joghurtsauce. Ein Fest. Die Nacht wird ruhig und kein Ankeralarm stört die Nachruhe. Morgens gehen wir zur Morgenwäsche natürlich „Baden“ und setzen nach einem ausgiebigen Frühstück Kurs auf Fiskebacksil gegenüber der Stadt Lysekil. Wir kreuzen erst durch den Koljöfjord dann durch den engen Björnsund. Aus diesem heraus setzen wir wieder die Segel. Das Wetter ist sehr schön. Von achtern holt eine Hallberg Rassy 69 (!) schnell auf. Sie ziehen an uns vorbei, haben aber dann Probleme den Code Zero zu setzen. Wir überholen unsererseits und ich verkneife mit der Bemerkung „Big Boats big Problems, small Boats small Problems“, den ich weiß, dass wir mit unserem Genacker bestimmt ebenfalls beim Setzen Probleme bekommen dürften. Um halbs sechs machen wir „römisch-katholisch“ im Hafen fest. Der Hafen bietet wenig und so beschließen wir am nächsten Tag, wenn der Wind etwas nachlassen sollte weiter zu segeln. Gesagt getan. Allerdings ist der Wind frisch und kommt mit bis zu 22 Knoten aus SW. Ich hatte vorsorglich bereits im Hafen das zweite Reff ins Groß gebunden und mit der Fock wird es eine rauchende Fahrt nach Norden. Die Wellen sind wieder recht ordentlich. Wir machen trotzdem rund 7 Knoten Fahrt und erreichen nach nur 1 SM Smögen. Eigentlich wollte ich in den Hafen Östlich von Smögen, da dieser ggf. mehr Schutz ergeben hätte aber da wir mit Segelbergen zu tun hatten und einer anderen Yacht folgten waren wir plötzlich in Smögen. Dort ergab sich weiteres Ungemach. Der Wind setzte quer zur Mole mit Moorings. Wir besprachen das Anlegemanöver wissen, dass wir der helfenden Hand am Steg die vordere Bugleine übergeben würden, um dann sofort die Luv-Mooring nach achtern zu bringen, damit das Heck nicht abtreibt. Aber das klappte alles nicht, da die Mooring von dem Nachbarlieger in Luv belegt war. Als das klar war, drehte sich das Heck schon nach Lee und kurze Zeit später lagen wir „sicher“ und von helfenden Händen und Federn behütet längsseits an der Mole. Ich ärgerte mich etwas über mich selbst, da ich meiner urspünglichen Idee, mich zwischen zwei Boote und mit dem Heck zur Pier zu legen nicht gefolgt war. Nun war es auch egal. Mit unserem sehr hilfsbereiten Nachbarn klärten wir ab, eine Leine von seiner Wisch und unserer Winsch auszubringen und „kurbelten uns so in die Richtige Position. Die Mooring wurde belegt und die Anspannung wicht. Später stellten wir noch einen etwas sicheren Abstand zu Mole her und beglückten die netten Nachbarlieger mit zwei Bieren. Der Spaziergang durch die Gemeinde brachte und 10 leckere Langostinos, die wir abends mit Genuss verspreisten. Ansonsten ist Smögen nicht unbedingt ein Stopp wert. Den Fischladen besuchten wir am nächsten Morgen erneut und erstanden drei schöne Makrelen, die wir im Hafen im Hamburgsund mit Kartoffeln und einem Gemüse aus grünem Spargel und Zucchini verspeisten. Dorthin waren wir am Vormittag aufgebrochen. Es stand eine hohe restliche See querab, aber auf Grund des guten Windes kamen wir zügig mit 5-6 Knoten in Richtung Norden. Es ging vorbei an zahlreichen Schären, Felsen, Tonnen und Leuchttürmen. Die Untiefen „Skagen“ ließen wir ab Steuerbord und nahmen um kurz nach 13 Uhr die Genua weg. Ich wollte bessere Sicht auf die noch schwer auszumachende Einfahrt in den Sund haben. Wir drehten ein und durchfuhren ein oranges gefärbtes Meer von Algen und Quallen. Anfangs hatten wir auf aufgewühlten Sand getippt aber bei 35 Meter Wassertiefe wurde schnell klar, dass es andere Gründe für die Färbung haben musste. Der Wellengang beruhigt sich und wir fuhren durch recht enge „Schluchten“, dahinter kreuzten sich die Fahrwasser. Von allen Seiten kamen Segler und Motorboote. Das Wetter war sonnig und die Temperaturen angenehm. Nur mit dem Großsegel fuhren wir in den Hamburgsund in nördlicher Richtung. An beiden Seiten die typischen schwedischen Holzhäuser, entweder mit weißem Holz und roten Dächern oder umgekehrt. Alles machte, wie immer hier in Schweden einen sehr gepflegten und „bulllerbü-mäßigen“ Eindruck. Wir nahmen das Großsegel weg und fuhren das letzte Stück unter Maschine. Kurz vor der Kabelfähre legten wir uns vor einen Schweden an den Steg. Maschine aus, aufklaren, Landstrom legen, Hafengebühr online bezahlen und die Sonne genießen. Gegen 17 Uhr fuhr ich mit der Fähre auf die andere Seite und fragte im Hafenrestaurant nach, ob sie das Fußballspiel Deutschland gegen Ungarn zeigen würden. Die Inhaberin und Ihr Mann, der Küchenchef, versprachen, die Fernseher für uns vorzubereiten. Michael kam mit der nächsten Fähre herüber, Wir bestellten Rose und etwas zu Essen und schauten uns den zweiten Sieg der Nationalmannschaft ab. Ich quatschte noch längere Zeit mit dem Küchenchef über die üblichen Themen wir Personal, Wareneinsatzkosten, Deckungsbeiträge etc. Dann ging es zurück auf die Moyenne. Auf Grund der Windvorhersage und des schönen Liegeplatzes wollten wir einen weiteren Tag hierbleiben.
Morgens gingen wir nach der Gymnastik gemeinsam Joggen, trafen einen Schweden, der uns auf einen kleinen Abstecher mitnahm und so wurden es dann rund 8 Kilometer. Sehr schön. Den Tag verbrachten wir mit Lesen, Putz- und Aufräumarbeiten und Kochen. Wir hatten ja noch leckere Makrelen auf dem „Zettel“.
Am Freitag legten wir gegen halb elf ab und fuhren aus dem Sund in Richtung Norden. Den gestern vorbereiteten Genacker zu setzen war der Plan, der leider schief ging. Irgendwie waren die Leinen noch nicht richtig, der Wind schraalete und wurde stärker und eine notwendige Kursänderung ließ uns das Unternehmen abbrechen. Wir hatten uns eine Ankerbucht ausgesucht. Beim Einfahren hatte der kühle Wind ordentlich zugelegt. Die Umrundung eines Felsens rechtsherum mussten wir auf Grund des „Flachwasser-Alarms“, ausgelöst durch Algen abrechen und fuhren auf der anderen Seite in die Bucht. Die SXK Bojen waren auch hier nur für 8 Tonnen ausgelegt. Das ergab jedenfalls die Aussage der einzigen und deutschen Yacht, die mit uns in der Bucht lag. Wir suchten einen Ankerplatz, der allerdings zu sehr an der 2 Meterlinie war, so dass es immer wieder Alarm gab. Also wieder Anker-Auf und etwas weiter vom Land weg, das ganze erneut. Nun war alles gut, aber die Luft durch den Wind kalt. Das änderte sich erst gegen 17 Uhr und Michael wagte sogar den Gang ins Wasser. Ich hatte das restliche Gemüse zu den Minestronen verarbeitet und abends gab es als zweiten Gang noch Lammkotletts mit Bratkartoffeln, dazu Rotwein. Rose-Wetter lässt noch auf sich warten. Morgen fahren wir nach Grebbestadt, hier kommt Karin an Bord und dann geht es gemeinsam nach Oslo.
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