

Schöne Häfen und eine Ankerbucht in der es mit bis zu 33 Knoten Wind hat.

Mit ABBA im Ohr, 4 neuen AGM Batterien und dem 1 WO geht es nach Kopenhagen.

Solo geht´s eine Woche bei wechselnden Winden durch die „Südsee“ über Laboe nach Neustadt.

Mit Anna (eine sehr langjährige Segelfreundin) und Bert geht es auf einen Tagestörn.

Bei wechselhaftem Wetter und teilweise viel Wind geht es im mehreren Stationen nach Schleswig

Nachdem Annett und Gilbert von Bord gegangen sind, genieße ich noch den sonnig warmen Abend im Hafen von Gedser. Am Morgen fahre ich recht früh raus, um nach Kühlungsborn zu segeln.
Es ist ein Am-Wind Kurs und die Welle ist erstaunlich hoch. So geht es auf und ab in Richtung des SW. Ich beobachte den Verkehr der Berufsschifffahrt, die aus dem Trennungsgebiet nach Westen bzw. ins Trennungsgebiet nach Osten einfahren. Es ist – wie immer – viel Verkehr. Ich erwische eine gute Lücke, funkte die MS Olivia an, um zu fragen, ob sie hinter mir durchgehen kann – kein Problem ist die Antwort und damit bin ich dann auch „durch“. Der Wind dreht etwas zu meinen Gunsten (man glaubt es kaum) und dreht erst kurz vor der Küste wieder, so dass ich die letzten 40 Minuten motore. Das Wetter ist sommerlich heiß. Der Hafen ist nicht so voll, wie erwartet und ich suche mir einen Schwimmsteg, so dass ich an BB einen kleinen schwarzen Streifen (vermutlich von einem Fender, bei dem die Socke nicht ganz nach unten geht) wegpolieren kann. Im Seaside esse ich Tapas, dann muss ich – genauso wie alle anderen – noch einem Techno-Konzert lauschen. Um 22 Uhr ist dann zum Glück Ruhe.
Morgen früh soll der Sommer erstmal vorbei sein. Es ist Regen angesagt und dieser stellt sich pünktlich zum Ablegen mit entsprechendem Wind ein. Also setze ich mich in den Salon und überlasse der Genua und dem Autopiloten die Arbeit. Kurz vor Warnemünde ist der Regen vorbei und ich kann bei gutem Wetter anlegen.
Dann beginnt das Klar-Schiff machen. Ich wasche die Bettwäsche und Handtücher und mache das Schiff sauber. Das Bimini falte ich zusammen, Instrumente, Winschen, Steuersäule werden abgedeckt. Festmacher kontrolliert, Segel gesichert. Dann heißt es am nächsten Morgen „Abschied nehmen“. Rund 1.700 Seemeilen sind es wieder bis jetzt geworden
Es war eine abwechslungsreiche Reise quer durch deutsche und dänische Gewässer. Die neuen Batterien und die Tatsache, dass das Ankergeschirr auf Sand bis zu 33 Knoten Wind sicher abkann, waren wichtige, technische Eckpunkte der Reise. Kopenhagen und Aarhus, die beiden großen Städte in Dänemark waren wieder eine Reise wert und man kann dort erleben, wie entspannt und unkompliziert das (Zusammen) Leben sein kann.
Hoffentlich habe ich im September noch Zeit für einen kleinen Törn, ansonsten geht es Anfang Oktober ins Winterlage nach Neustadt.

Am Montag ist zunächst Büroarbeit angesagt. Am Nachmittag kommen Annett und Gilbert an Bord. Sachen werden verstaut und nach einer ersten Sicherheitseinweisung gibt es Kaffee/Tee und Teilchen. Wir erzählen bis es Zeit für das Abendessen ist. Mit Gilbert war ich 2023 zwei Wochen von Danzig unterwegs nach Riga. Ich kenne Gilbert seit der Schulzeit und wir haben schon viele tolle gemeinsame Reisen unternommen und viel erlebt.
Das Cafe Esperen mit den beiden steinernen Mehrjungfrauen am Eingang ist nicht mehr ganz so voll, wie am Samstag und so finden wir schnell einen schönen Platz. Das Essen ist wie immer lecker und der Service freundlich und aufmerksam. Den Sundowner nehmen wir dann an Bord und rauchen noch eine von Gilbert mitgebrachten Zigarren. Am nächsten Tag wollen wir in Richtung Rodvig segeln.
Das Wetter am Morgen sieht eigentlich gut aus, allerdings ist es Richtung Süden schon diesig. Unser Nachbar meint, dass ein Gewitter und Regenfront von Süden hochzieht. Ich lade eine weitere Wetter-App (YR.nk) runter, die angeblich genauere Daten u.a. bzgl. Gewitter und Regen liefern soll. Hier zeigt sich die Front deutlich und auch auf Windy wird diese nun angezeigt. So beschließen wir, erst einmal abzuwarten. Gegen 12 Uhr gibt es dann Entwarnung und wir laufen aus. Der Wind kommt aus westlichen Richtungen mit gut 14-18 Knoten und so geht es erst unter Vollzeug dann mit einem Reff im Groß zügig voran. Zwei Yachten werden mit Annett am Steuer überholt. So muss es sein und die Freude ist groß. Diese wird aber im Verlauf getrübt. Die seitlichen Wellen nehmen zu. Morgens hatte ich noch überlegt, Annett ein Scopoderm-Pflaster gegen Seekrankheit zu kleben, verwerfe aber den Gedanken leider wieder. Nun kommt zwar das Plaster hinter das Ohr aber leider zu spät. Die Seekrankheit lässt sich nicht mehr aufhalten und so gibt es leider Futter für die Fische. Es tun mir leid und ich ärgere mich, weil ich den richtigen Gedanken hatte. So kämpft Annett weiter mit ihrem Magen und wir segeln die Moyenne in Richtung Rodvig. Gegen 16.30 Uhr nehmen wir die Segel weg und machen um 17 Uhr im Hafen längsseits bei einem Dänen fest, später kommt eine weitere kleine Yacht bei uns längsseits.
Annett atmet auf und wir essen abends sehr fein im kleinen Restaurant am Hafen. Ein Mann fängt an Tische abzuräumen und ich nehme an, dass er zum Restaurant gehört. Dieses verneint er aber, er wolle nur etwas helfen, da er sah, dass die Mädchen im Stress waren. Wie nett! Wir plauschen noch ein bisschen, dann geht es zurück an Bord. Der Innenlieger will um 8 Uhr ablegen und so stelle ich mir den Wecker auf 07.30 Uhr. Als ich aufwache, regnet es in Strömen. Ich stehe trotzdem auf und schalte den Plotter an. Auf dem Display steht „Simulated Data“??? Die normalen Anzeigen sind nicht zu sehen. Was ist den das für ein Mist? Ich schalte alles aus und wieder an, aber die Anzeige bleibt unverändert. Nun legen wir erst einmal ab und wieder an. Eigentlich wollten wir früh gleich weiter in Richtung Klintholm segeln. Nun muss ich erst das Plotter-Thema klären. Ich rufe Herrn Lenz vom Yachtkontor an. Er gibt den Tipp den Plotter einmal vom Strom zu trennen. Also Hauptschalter an/aus aber das Problem bleibt. Der Raymarine Service ist erst von 10-12 erreichbar. Klasse. Dann gibt Herr Lenz den Hinweis, dass wir den Masterplotter von Netzwerk aber nicht vom Strom trennen sollten. Also schrauben wir das Plottergehäuse auseinander, um an die Kabel zu kommen. Auch das bleibt erfolglos. Um 10 Uhr telefoniere ich mit Raymarine und bekomme den einfachen Hinweis, auf das Symbol „Simulated Data“ zu klicken, dann würde man in das Untermenü kommen und tatsächlich kann ich hier das „Skipper-Profil“ mit meinen Daten wieder auswählen. Nun ist Alles wieder da und ich bin erleichtert, dass nun alles wieder läuft. Warum der Plotter in das Demoprogramm gewechselt hat, bleibt sein eigenes Geheimnis.
Gegen 11.30 Uhr legen wir in Richtung Klintholm ab. Der Wind bleibt schwach und deshalb muss die Maschine ran. Wir fahren durch Felder mit gelben Algen oder was auch immer dort flockig im Wasser treibt. Aber es ist sonnig und warm. Später als die Klippen in Sicht kommen, können wir sogar nochmal die Segel setzen. Um Möns Klint dreht der Wind und wir fahren die restliche Stunden zum Hafen erneut mit der Maschine. Möns Klint ist einfach nicht für das Segeln gemacht. Ich bin dort noch nie ohne Probleme herumkomme, egal von welcher Richtung ich kam.
Der Hafen ist lange nicht mehr so voll, wie vor ca. 6 Wochen. Wir suchen uns eine Box, so dass wir im Cockpit den Sonnenuntergang genießen können. Es ist T-Shirt und kurz Hose Wetter und entsprechend heiß. Gilbert und Annett gehen am Strand Baden, ich springe mal zu Abkühlung vom Boot aus ins Wasser. Der Rest des Tages vergeht mit Müßiggang. Abends suchen wir den hiesigen Italiener auf, der aber voll bis Geschäftsschluss ist. Das unser Glück, so gehen wir in die Bar, wo uns ein kleines kalt-warmes Buffet erwartet. Annett sucht nach einer passenden Tasche, Gilbert nach einer Kappe und abends gibt es zum Rum eine gute Zigarre. Morgen werden wir hierbleiben, da Starkwind aus SW angesagt ist. Und der kommt auch und es baut sich draußen eine kräfitge Welle auf, die über die Hafenmauer spritzt. Es gibt Wellenbaden ansonsten vertiefen wir uns in Bücher oder spielen Rommé. Das Wetter wird am nächsten Morgen zwar vom Wind her besser aber die Wellen sind immer noch erheblich, so dass ich uns das nicht zumuten möchte. Außerdem ist es ziemlich frisch. Ich nutze die Zeit zum Joggen und für Büroarbeiten.
Am Samstag laufen wir schon um halb acht in Richtung Gedser aus. Der Wind hat nachgelassen und die Wellen haben sich beruhigt. So können wir stressfrei die ca. 30 Meilen nach Gedser segeln. Aus diesen werden durch verschiedenen Kreuzschläge zwar 40, aber durch das schöne Wetter passt alles.
Gegen 17.30 Uhr erreichen wir Gedser. Auch hier ist der Hafen recht leer. Die Sonne scheint und es ist warm. Gilbert und Annett packen ihre Sachen zusammen, während ich Pasta mit scharfer Tomatensauce aus unseren Resten koche. Dazu noch den restlichen Rosé von gestern und eine letzte kleine Zigarre. Dann ist Abschied angesagt. Schön war es, so wie immer, wenn wir gemeinsam auf Reisen sind. Beide nehmen nun die Fähre nach Rostock.
Ich segle über Kühlungsborn nach Warnemünde.
Lieber gb, schön von ihnen zu hören. Hier auch alles ok. Wir geniessen den sommer. Lg von uns zwei
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Der Sommer legt eine Pause ein und ich nutze die Zeit zum Arbeiten, Putzen, Joggen, Rum-Räumen und Faulenzen. Außerdem muss ich die Moyenne noch zweimal verholen.
Eine wichtige Aufgabe besteht darin die Rosé Vorräte aufzufüllen. Nach der dritten Probeflasche vom Supermarkt habe ich etwas Trinkbares gefunden (Why Not – heißt der Wein). Das Wasser im Kanal ist so sauber, dass man gut ein morgentliches Bad nehmen kann.
Am Mittwoch (22.7.) hole ich Leonie vom Flughafen ab und wir gönnen uns ein Fine-Dining Abendessen im Kanalen Restaurant. Es gibt verschiedene „Kleinigkeiten“ die dann Summa Summarum ein feines Abendessen ergeben. Allerdings ist die Luft im Restaurant recht stickig, so dass wir den Nachtisch ausfallen lassen.
Am nächsten Tag steht ein ausgiebiger Spaziergang durch Kopenhagen auf dem Programm.
Auch am kommenden Tag erkunden wir noch weiter Kopenhagen u.a. mit einer Schiffstour.
Samstag legen wir nach einem Frühstück im fußläufigen Kaffee ab und fahren um 11 Uhr durch die Klappbrücke und nördlich aus dem Hafen hinaus in Richtung Humlebeck. Der Wind ist passend und kommt aus Westen mit rund 4-5 Bft. Das erste Reff im Großsegel und die Genua bringen uns zügig voran. Ich hatte uns beim Hafenmeister angekündigt und so können wir sicher sein, einen Platz zu bekommen. In der jetzigen Hochsaison sind die Häfen doch deutlich voller als sonst.
Um 15.30 Uhr laufen wir ein und der Hafenmeister lotst uns nach ganz hinten zur Rampe. Passt für uns, da ich auch unseren Tiefgang mit 1.40 Metern angegeben habe. Kurze Zeit später sind wir bereits auf dem Weg zum Lousiana Museum. Die derzeit ausgestellten Werke der Künstler von Henry Moor, Alberto Giacometti, Sophie Calle und haben uns gut gefallen, die Werke von Lucian Freud und anderen eher weniger, aber das ist natürlich Geschmackssache. Ein Besuch ist aber definitiv immer lohnend. Am nächsten Morgen besorgt Leonie frisches Gemüse von einem Bio-Bauernhof-Laden und die dort gekauften Tomaten sind wirklich super. Gegen halb zwölf verlassen wir Humlebeck in Richtung Norden.
Der Wind passt nur leidlich und der Strom im Sund ist gegen uns. Kurz vor Helsingör muss die Maschine ran. Mit ihr gehts dann in Richtung Gilleleje. Um 16 Uhr laufen wir in den Hafen, der schon sehr gut gefüllt ist. Wir haben die Möglichkeit längsseits einer neuen Hanse zu gehen, erforschen aber vorher noch die Boxengasse davor. Eine zunächst freie Box wird angelaufen aber leider stellt sich das Zeichen doch als „rot“ also „belegt“ heraus. Also wieder raus aus der Box und längsseits zum Dänen. Der hat die Yacht erst sein einigen Tagen gebraucht erworben, ist sehr entspannt und wird hier – genauso wie wir – den nächsten Tag abwettern. Wir schlendern durch den geschäftigen Hafen, essen Tintenfischringe mit Majo und lassen das geplante große Abendessen deswegen ausfallen. Nachts frischt es erwartungsgemäß stark auf. Unser umsichtige Nachbar bringt einen Ruckfender aus. Wir hatten das Bimimi vorsorglich zusammengeklappt. Der Wind heult in den Wanten. Alle Fender sind ausgebracht und verrichten Schwerstarbeit. Hinzukommt der neu erworbene Kugelfender. Somit ist alles gut und sicher.
Wir wandern am nächsten Tag zum alten Leuchtturm, essen dort fein und schlendern zum Schiff zurück. Es stürmt immer noch. Morgen wir es hoffentlich besser. Und so kommt es. Der Wind lässt nach und gegen 14 Uhr laufen wir aus. Der Strom im Sund ist diesmal mit uns und nur mit der Genua kommen wir zügig nach Rungstedt. Hier füllen wir Diesel und Wasser aus. Gekocht wird an Bord, obwohl es zahlreiche nette Restaurants an der Hafenpromenade gibt. Nach einer weiteren, schon standardmäßigen Partie Streit-Passiance und Baggammon geht es in die Koje. Wir schlafen immer im Vorschiff, weil es Leonie dort bequemer und luftige findet.
Dann geht es rüber nach Schweden. In Malmö will Leonie ein Museum besuchen, um u.a. dort Poster von Aft Klint zu kaufen. Da ich auch noch nicht in Malmö war passt das Ziel für uns beide. Ich reserviere einen Platz über Dockspot in der Stadtmaria. Dort angekommen machen wir uns landfein und besuchen das Museum und finden nach einigem Hin- und Her auch die Altstadt. Insgesamt gefällt uns aber Kopenhaben wesentlich besser. Abend essen wir im Astra einem sehr netten und nur von Schweden besuchten Restaurant im ehemaligen Hafengelände.
Am nächsten Morgen klingelt früh der Wecker, da wir bis nach Rodvig wollen. Das sind so 40 Seemeilen, also müssen wir zeitig los und frühstücken auf See. Das Wetter ist schön und der Wind passend. Wir passieren Kopenhagen und laufen weiter südlich in die Faxebucht und in die Bucht vor Rodvig. Hier ist das Wasser leider nicht so klar, wie zum Zeitpunkt als ich mit Michael hier war. Der Wind steht in die Bucht. Wir kochen Pasta mit scharfer Tomatensauce. Der Wind frischt auf und nimmt weiter zu. Dichte Wolken und Regen ziehen auf, dazu der eine oder andere Blitz und Donner. Ich lasse noch Kette raus, so dass wir auf 5 Meter Wassertiefe (Sand) und 40 Meter Kette liegen. Der Wind nimmt weiter zu und dreht um 45 Grad hin und her. Es ist alles andere als gemütlich. Ich hatte mir einen beschaulichen Abend vor Anker vorgestellt und von Starkwind war im Wetterbericht keine Rede. Beim Baggammon müssen wir uns am Tisch festhalten und Leonie wird leicht seekrank. Ich behalte die Ankerwache von Raymarine im Auge. Immer wieder kommt ein Drift-Alarm, wenn sich die Moyenne dem vordefinierten Außenradius nähert. Bis zu 33 Knoten Wind sehe ich auf dem Display. Der Anker hält trotzdem! Ich lege mich in die Mittelkoje, ein Ohr am Alarm, der nachts nochmal kommt. Ich erweitere den Radius, da ich keine Ankerdrift feststelle. Gegen 0200 Uhr lässt der Wind Gott sein Dank nach und wir können noch etwas beruhigt schlafen.
Morgens ist alles vorbei. Wir frühstücken und baden und verlassen dann die Ankerbucht wieder in nördlicher Richtung, um nach Dragör zu kommen. Wind ist nicht so richtig anwesend, wahrscheinlich muss er sich nach der gestrigen Anstrengung ebenfalls erholen. Somit ist die Maschine gefragt. Erst kurz vor Dragör setzen wir noch für eine Stunde die Segel. Der Hafen ist erwartungsgemäß voll. Gleich bei der Einfahrt sehen wir einen freien Platz zum Längsseitsgehen. Da mehrere Yachten bereits hinter uns einlaufen, überlegen wir nicht lange und nehmen das Erstbeste. Kurze Zeit später liegen hinter uns weitere Segler im Päckchen und auch wir bekommen schnell zwei Nachbarn. Nachdem alles klariert ist, geht es zum Restaurant auf der gegenüberliegenden Seite. Mit einem Aperol Spritz stoßen wir auf die sehr schöne gemeinsame Zeit an Bord an. Leonie wird morgen Nachmittag leider wieder nach Hause fliegen.
Im Hafen tobt das Leben. Es ist das letzte Ferienwochenende in Dänemark und das Wetter ist prima. Also sind alle Cafes und Restaurants voll und auch in der kleinen Fußgängerzone herrscht rege Betriebsamkeit.
Nachdem ich Leonie zum Flughafen gebracht habe, kümmere ich mich um die Wäsche und fange an, das Boot zu putzen. Am Montag kommen Annett und Gilbert an Bord, da soll alles wieder schön sein. Beim Herrenausstatter kaufe ich mir eine schöne Hose und ein feines weißes Sommerhemd und genieße das Hafenleben. Am Dienstag geht es dann wieder in Richtung Deutschland. Natürlich dreht der Wind auf Süd!
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Endlich eine Woche durchgehend sommerlich warm mit insgesamt guten Winden.
Am Samstag kommt Michael an Bord und wir gehen abends zum ABBA Revival Konzert, das hier in der Ausstellungshalle der Ancora Marina stattfindet. Die Band und vor allem die beiden Lead-Sägerin sind super und kopieren ABBA perfekt. Obwohl die Halle teilweise bestuhlt ist, kommt bereits beim ersten Lied Stimmung auf und die Band animiert alle sofort zum Tanzen. Michael bemerkt erstaunt, dass er ja alle Lieder kennt, obwohl er früher nicht „der“ ABBA Fan gewesen ist. Insgesamt werden es über zwei Stunden feinste „gute-Laune“ Musik mit professionellen Musikern und bester Stimmung! Wir waren beide – genauso wie alle anderen sehr begeistert.
Am Sonntag legen wir relativ früh ab. Am Vortag hatte ich noch 60 Liter getankt. Um 0845 sind bereits Groß und Genua gesetzt und wir setzen den Kurs nach Gedser ab. Mehrfach setzen wir den Genacker um ihn später wieder einzuholen. So geht es bei Winden aus NW in Richtung 040 Grad. Wir suchen uns eine Lücke im Ost-West-Verkehr vor dem Trennungsgebiet und laufen um 20.20 Uhr bei schöner Abendstimmung in Gedser ein. Der erste Versuch eine Box anzulaufen scheitert an den Nachbarn, die sich die Aussicht wahrscheinlich nicht verderben lassen wollen „Hier könnt ihr nicht anlegen, habt ihr nicht das Schild gelesen, ihr müsst weiter vorn anlegen, da zu groß“, dabei ist ihr Schiff wahrscheinlich nur 2 Fuß kürzer. Aber auf solche deutschen Nachbarn haben wir auch kein Bock und laufen in eine andere Box ein. Das Problem ist, dass im Hafen zum Land hin sehr viel Seegras im Hafen treibt. Egal. Wir kochen uns eine feine Fischsuppe und genießen den Abend.
Erneut legen wir früh, das heißt schon um acht Uhr ab. Der SO Wind ist noch nicht der Rede Wert, also folgen wir dem Tonnenstrich aus dem Hafen und wenden uns dann um die Südspitze von Gedser und dann in Richtung Klintholm. Es kommt etwas Wind auf und wir machen unter Vollzeug immerhin 3 Knoten Fahrt über Grund. So zieht sich die Fahrt nach Klintholm etwas. Ich will spätestens um 17 Uhr dort sein, da ich um 18 Uhr online an unserer Vorstandssitzung teilnehmen möchte.
Als wir um 16.30 Uhr in den Hafen einlaufen, liegt man teilweise schon im 4er-Päckchen. Wir entdecken eine Lücke zwischen zwei solcher Päckchen und der Plan ist mit der Steuerbordseite längsseits an eine große Motoryacht zu gehen. Auf Grund der Päckchensituation muss ich die Moyenne quasi quer in die Lücke bugsieren. Das geht dann so: etwas vorwärts und den Bug dabei mit Linksdrehung ein Stück in Richtung Motorboot bis der Bug ca. 20 Zentimeter vor dem Bug des Päckenliegers ist. Dann rückwärts einkuppeln. Der Radeffekt zieht nun das Heck etwas nach Steuerbord, also in die richtige Richtung. Backbord einschlagen, Minipusch, dann wieder rückwärts. Der Anker einer großen, roten Stahlyacht ist ca. 10 Zentimeter von unserem Heck entfernt. „Hallo Moyenne“ höre ich vom Eigner. Wir hatten uns in Tallin 2023 getroffen. Unsere abendliche Party mit Freunden war musikalisch etwas laut, so dass die Frau sich – berechtigter Weise – genötigt sah im Nachthemd von außen zu rufen und Zeichen zu geben, die Musik etwas leiser zu machen. Problem: Keiner hörte oder sah sie. Während wir diese Episode Revue passieren ließen, bugsierte ich die Moyenne, unter der Beobachtung vieler Eigner, weiter in die Lücke – Hafenkino vom Feinsten. Zum Schluss noch einmal ein kleiner Schub vom Bugstrahler, dann waren wir längsseits fest. Michael schrieb ins Logbuch: Anlegen mit Millimeter-Arbeit.
Nach der „Arbeit“ gab es ein spätes Abendessen. Es war sommerlich warm, die Stimmung im Hafen mit dem Masten-Meer bestens und wir beschlossen einen Tag hier zu verbringen.
Morgens um 0700 war die Nacht zu Ende, da die Motoryacht um halb acht auslaufen wollte. Auch das Päckchen vor uns löste sich um diese Zeit auf, so dass sich das Ablegemanöver entspannt gestaltete. Wir suchten eine freie Box, in die wir vorwärts einfuhren, um die Nachmittags- und Abendsonne im Cockpit zu haben. So war es auch. Der Badestrand überraschte mit weißem Sand, der sich im Wasser fortsetzte. Karibikfeeling. Mit dem Bus fuhren wird nach Stege, kauften Fisch und dicke Krabbenscheren, besuchten den (Kunst)Markt und ließen den Tag auf der Moyenne ausklingen. Abends gab es Dorsch.
Mittwoch, der 15. Juli und es geht weiter in Richtung Kopenhagen, mit Zwischenstop bei Rödvig. Ich habe einen Platz im Christiania-Hafen reserviert, allerdings nur bis Montag, danach muss man sehen. Der Hafenmeister, der die rechte Seite befehligt ist nicht gerade einfach.
Es wird – wie immer – nicht einfach um Möns Klint herumzukommen. Der Wind ist schwach und unbeständig. Gefühlt setzen und bergen wir den Genacker alle halbe Stunde. Um 16.30 Uhr ankern wir vor Rödvig auf 5,5 Meter mit 25 Kette. Das Wasser ist glasklar, ohne Quallen und super erfrischend. Wir baden uns faulenzen etwas bevor es ans Kochen geht. Es wird die Krabbenscheren mit Baguette und Knoblauchsauce geben, anschließend noch den legendären Spitzkohl. Die Krabbenscheren sind so groß und die Schale so hart, dass die Wasserpumpenzange als Werkzeug herhalten muss. Inhaltlich hatte ich mehr vorgestellt. Der Spitzkohl ist mengenmäßig dann wie erwartet und lecker. Dazu Rosewein und Abendsonne, Zigarre, Musik, was will man mehr?
Um halb neun verlassen wir die Ankerbucht. Die Batterien zeigen nun solide 83%, das Thema ist also geklärt, dafür zeigt der Außenplotter ab Zoom unter einer Seemeile die Karte nicht mehr richtig an, unten geht alles. Der Außenplotter hat ja von Anfang an, mit den zwei Slots, Probleme bereitet.
Östliche Winde um 3 Bft. bringen uns mit dem Genacker und um die 5 Knoten nach Kopenhagen. Hier wird immer noch viel Landaufbau betrieben. Die Abkürzung an der Müllverbrennungsanlage ist gesperrt. Die Angaben in der aktuellen Seekarte sind durch viele „Einfahrt verboten“ und Einzelgefahrentonnen undurchsichtig. Offizielller Hinweis: Man muss die große Einfahrt von Norden her nehmen, die sonst den Kreuzfahrern vorbehalten ist. Also gibt es einen kleinen Umweg. Das Wetter ist weiter sommerlich warm. Das ganze Ufer ist voller junger Menschen, die Baden, an Getränke und Foodbars stehen und es sich gut gehen lassen. Wir machen kurz vor der Brücke fest, um halb sechs in den Christianshaven einzufahren. Michael ist vorgelaufen, und der Platz 77 ist frei. Um kurz nach halb sechs sind wir in der Box.
Es ist dies super tolle Stimmung hier in diesem Kanal, der mich immer wieder genau hierhin zieht. Wir gehen Essen und nach einem kleinen Spaziergang gibts noch einen Absachker im Naerva und dann noch einen Absacker an Bord, oder waren es zwei? Egal, wir sind im Sommer in Kopenhagen.
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