

Das Wetter ist sommerlich und so fahre ich solo in Richtung Süden. Mal mit Wind mal ohne Wind aber immer schön.

Nach gut 17 Tagen geht es nun wieder in Richtung Süden. Der Sommer ist nun da und wir genießen zwei unbeschwerte Segeltage.
Am 8. Juli um 17 Uhr haben wir endlich unser Ziel erreicht. Den nördlichsten Teil der Ostsee.

Karin ist in Kristinstad ausgestien, so geht es nun zu dritt weiter. Das Ziel Töre weiter vor Augen. Auch wenn das Wetter weiter gegen uns ist.

Auch das dritte Sturmtief zwingt uns zu einer erneuten Pause und somit zur Aufgabe.

Die Regattaleitung erkundigt sich nach unserem Wohlbefinden und fragt, ob wir noch im Rennen sind. JA sind wir.

Um 13.15 ist Start für unserer Gruppe und wir sind unterwegs. Zum Zeitpunkt dieser Zeilen bereits im Arkösund in Schweden.

Die Vorbereitungen sind abgeschlossen. Jetzt noch Lebensmittel und die restliche Crew an Bord nehmen und dann kann es losgehen.

Vorbereitungen sind abgeschlossen – bis auf das Heizungsproblem.

Es geht los. Überführungstörn von Neustadt nach Warnemünde bei strahlend blauem Himmel und viel Wind beim Anlegen in Warnemünde.

Zumindest ist unser letzter Plan aufgegangen. Um 11 Uhr verließen wir die Ankerbucht in Richtung Sandhamn Hafen und füllten dort unsere Wasservorräte auf.
Dann ging es bei schönem Wind (14 Knoten) mit einem Kurs von 30 Grad durch die Schären. Da wir ab und zu Wenden mussten, ließen wir die Genua eingerollt und setzten die Selbstwendefock. Der Wind kam aus Norden, also für uns zunächst mal günstig. Die Sonne schien, die Wellen hielten sich zurück und so liefen wir permanent gute 5 Knoten. Wir passierten die Insel Aggekob an Backbord und liefen auf den Leuchtturm Nassenschärgard zu. Karin zauberte feine Pausenbrote an Deck und so war zumindest vorerst alles „in Butter“
Um 19.00 Uhr fuhren wir zwischen den Inseln Rödlagen und Svartlagen hindurch. Die erste Gasflasche meldete kurz vor dem Abendessen (Grünkerntaler mit Gurkensalat und Bratkartoffeln von Karin – sehr lecker), dass sie leer sei. Um nicht die Komplikationen aus dem Jahr 2023 zu wiederholen, habe ich nun immer 4 volle Flaschen für die Saison an Bord. In Schweden und Finnland sind zwar Gasflaschen zu haben, aber diese haben andere Anschlusssysteme. Um 22 Uhr ließen wir die Maschine für eine halbe Stunde im Leerlauf mitlaufen, um die Batterien zu laden.
Kurz vor Mitternacht passierten wir Kappellskär. Seit Saisonbeginn hatte die Moyenne nun schon 600 Seemeilen im Kielwasser. Auf der Race-App sahen wir immer mehr Schiffe, die Ziellinie passieren. Die Moana Blue war mit uns das einzige Schiff, was noch in großem Abstand auf Kurs Töre lief. Unsere Hoffnung, es ggf. doch noch im Zeitlimit zu schaffen waren minimal, vor allem da ein neues Starkwindgebiet am Donnerstagabend bis Freitagnachmittag wieder Windgeschwindigkeiten mit bis zu 40 Knoten (Ende 8 Baufort) vorhergesagt wurde.
Kurz nach Mitternacht sagen wir für Michael ein Geburtstagsständchen und kurz darauf schlief er bereits in der Koje und Karin und ich übernahmen die Hundewache.
Um 01.30 Uhr fahren wir zwischen den Inseln Österjo und Grani durch. Der Wind hat abgeflaut und so geht es lediglich mit 2-3 Knoten Fahrt weiter. Normalerweise würde man nun die Maschine starten oder wäre im Hafen. Aber nun sind wir ja weiter im Regatta-Modus, also nach zwischenzeitlich 6 Knoten Fahrt nun in der Superflaute. Richtig dunkel wird es hier nachts nicht mehr. Wir identifizieren die Leuchttürme und Tonnen anhand ihrer Kennung , dann kommt ein schwaches Windfeld und bringt uns etwas weiter in Richtung Ausgang der Schärenwelt, den wir gegen 05.00 Uhr erreichen. Da liege ich aber schon seit einer Stunde wieder in der Koje. Unsere Hundewache endete um 0400 und so bleiben knapp 4 Stunden Schlaf, bevor wir unsere nächste Wache von 0800 bis 1400 antreten. Die scheidende Wache kocht für die aufziehende Wache immer Tee oder bereitet einen kleinen Snack vor. Noch 360 Seemeilen bis Töre.
Der Morgen bringt endlich tolles Segelwetter. Der Wind kommt aus SO mit ca. 12-14 Knoten und so laufen wir mit dem Groß und dem Genacker auch um die 6 Knoten und der Kompass zeigt nach Norden. Die Außenlautsprecher laufen und bringen uns eine Playlist von Jaqueline ans Ohr. Den Genacker tauschen wir gegen die Genua, um ihn später erneut zu setzen. Der LT Marketstollen bleibt an Backbord. Raumschot-Kurse wechseln sich mit Butterfly ab und so geht es in die nächste Nacht. Der Wind dreht erwartungsgemäß von S über SSW auf W und dann auf NW mit konstanter Stärke um die 4 Bft. Die Batterie steht bei 85% und der Wasserstand beträgt 56%. Nach meiner Wache, die um 00 Uhr endet freue ich mich auf die Koje, wache aber um ca. zwei Uhr wieder durch kräftige Schiffsbewegungen auf. Moyenne steigt und fällt die Wellenberge hoch und runter, der Wind hat deutlich zugenommen. Ich krieche aus der Koje und wir nehmen das erste Reff rein und wechseln von der Genua auf die Fock. Nun läuft das Schiff zwar etwas langsamer aber deutlich ruhiger. Im Gegensatz zu vielen Charterschiffen (Bavaria, Hanse, Delphia) taucht die Sirius zu 90% sanft in die Wellen ein, ohne das sonst übliche „Schlagen“. Dies liegt an dem tiefen Vorfuß, der bei anderen Schiffen eher flach gehalten wird, um mehr Platz im Vorschiff zu erhalten. Wir laufen nun mit einem Kurs von ca. 35 Grad in Richtung finnische Westküste und wollen unterhalb von Vaasa den Hafen von Kirstenstad anlaufen, da am Donnerstagabend bis Freitagmittag wieder Sturm mit bis zu 40 Knoten Wind in Böen angesagt sind. Damit würden wir auch unser Ziel Töre ggf. doch noch im Zeitlimit zu erreichen streichen können. Traurig, aber wahr.
Nach dem einsetzenden Nieselregen reffen wir um 12 Uhr aus und laufen mit dem Groß und Genua mit 5,5 später mit 6,5 Knoten mit Kreuzschlägen in Richtung Kristinstad. Wenden heißt bei uns, bedingt durch das Kutterstag folgendes: Zunächst wird die Fock rausgelassen, die schirmt die Genua ab. Dann holen wir die Genua rein. Wenden, holen die Genua wieder raus und die Fock danach wieder herein. Da ich keine automatischen Furler habe, ist das mit etwas Muskelkraft zu erledigen. Insbesondere in der Fockschot ist auf Grund der Selbstwendefunktion ziemlich viel Reibung und erfordert deshalb viel Kraft. Bei der Genua ist es die Fläche von ca. 43 m², die die Sache etwas erschwert. Aber es geht auch wenn ich alleine segle. Bei der Fock muss man die Schot immer manuell aus dem Block führen, bei der Genau kommt es auf den richtigen Ruck (teilweise mit der Schiffsbewegung) an. Am Ende der Segelsaison hinterlässt diese Aktion ihre Spuren in Form von Hornhaut an den Fingern, da ich keine Handschuhe trage.
Wir kreuzen die Küste hoch und der Wind bringt uns auf dem letzten Schlag direkt vor die Ansteuerungstonne. Ich habe blöderweise keine Hafenhandbücher für diesen nördlichen Abschnitt der finnischen Küste. Die App von „Navily“ brachte auch keine entsprechenden Infos, dafür aber die App von „Mooringo“.
Karin knackt kurz bevor wir die Ansteuerungstonne erreichen noch die heutige Bestmarke von 7 Knoten Speed. Bei der grünen Tonne fallen wir ab und suchen uns den Weg zum Tonnenstrich, der uns in den Hafen führen soll. Wir wechseln vorsichtshalber auf die Fock, um bessere Sicht nach vorn zu haben. Dann heißt es Tonnen finden und auf der Seekarte abhaken. Wir folgen dem Tonnenstrich und bergen erst kurz vor dem Hafen die Segel. Karin fährt uns bis kurz vor den Steg mit Heckbojen. Ich krame den Bojenhaken aus der Backskiste, der hier seit den schwedischen Ostschären ein tristes Dasein gefristet hat. Mit dem Hafenmeister, der gleichzeitig wohl der Inhaber von Hotel Kristian ist hatte ich vorher telefoniert, um sicher zu sein, einen Platz zu bekommen. Das wäre nicht nötig gewesen, der Gästesteg ist quasi verweist. Das angegliederte Hotel scheint ein Gebäude aus den Anfängen der 70ziger Jahren zu sein. Nur eine kleine Yacht liegt vor Heckanker. Wir gehen neben sie. Christian angelt mit dem Haken die Boje und wir tasten uns an den Steg heran. Das dauert, da von achtern die Entfernung zum Steg sehr schwer abzuschätzen ist. Wenn ich alleine segle, fahre ich immer mit dem Heck zum Steg, da ich einfach viel besser die Entfernung abschätzen kann. Die Heckboje wird dann zur Bugboje. Auch das Ablegen ist dann einfacher.
Um 21 Uhr haben wir 106 Meilen auf der Logge und ich rufe Robert von der Regattaleitung an, um uns abzumelden. Die Abendsonne scheint noch ist Cockpit und ich entkorke eine Flasche Champagner, die ich eigentlich für den Zieleinlauf gekauft hatte, aber nun haben wir auch ein Ziel erreicht: Wir sind das nördlichste Schiff was sich nun abgemeldet hat und wir versuchen unseren Frieden mit der Situation zu machen. Aber erst einmal lassen wir uns den Champus schmecken und resümieren, dass wir fast alles gegeben haben, um das Ziel im Zeitlimit zu erreichen. Im Nachhinein haben wir in Ystad wertvolle Zeit verloren. Wir hätten noch nach Simrisham durchfahren können, um vor die nächste Front zu kommen. Gleiches gilt ggf. für den Stopp im Askösund. Hier brauchte ich allerdings eine ordentliche Schlafpause. Wir hatten bis dato alles in Allem eine tolle Tour. Das Regattafeeling hat uns schneller als gedacht gepackt, geschürt durch die App. Mittels dieser ließ sich das Rennen ja sehr gut verfolgen. Entscheiden war, dass wir alle viele Spaß hatten, uns supergut verstanden haben und bestimmt das eine oder andere dazugelernt haben. In zwei Jahren werde ich -vorausgesetzt ich finden wieder eine willige Crew – es erneut versuchen. Während ich dies schreibe (um 23.38 Uhr am 3.7.) wehen Böen mit über 28 Knoten durch den Hafen.
Ein Wehrmutstropfen bleibt. Gerne hätte ich das Gefühl über die Ziellinie zu fahren genossen. Nun werden wir nicht über eine Ziellinie fahren aber dennoch unsere Ziel Töre erreichen, nun etwas später.
Unter dem folgenden Link kann man sich eine App herunterladen, um das Rennen (Midsummersail 2025) live zu verfolgen. Die App bleibt wohl bis Ende Juli aktiv, somit ist unserer weitere Reiseverlauf auch noch zu verfolgen. Ansonsten kann man uns auf marinetraffic verfolgen.
https://www.midsummersail.com/gps/ de
PS: Ich bitte die Rechtschreibfehler zu entschuldigen, da ich auf der Reise wenig Zeit und Ruhe zum Schreiben habe …
Weitere Bilder folgen, wenn wir ein besseres Internet haben. Dann folgt im nächsten Beitrag auch das Problem mit der Heizung, die bei 30 Knoten von hinten ihren Dienst vorläufig aufgab.

Nach unserem Sturm-Stopp in Ystad, liegen wir heute morgen (Montag, den 30.06.) noch in einer Bucht bei Sandhamn.
Aus Ystad sind wir am Mittwoch um 0400 Uhr rausgefahren. Der Sturm war durchgezogen und wir richteten unseren Bug nach NO. Der Wind kam aus Westen und so ging es raumschots in Richtung Hanöer Bucht. Zu diesem Zeitpunkt waren wir auf Platz 53. In Ystad hatten weitere Boote aufgegeben. Der Logik folgend müssten wir nur lange genug in einem Hafen liegen, um Plätze gutzumachen. Gegen 12 Uhr erreichten uns Regen und kräftige Schauerböen. Der maximum Speed lag bei 8.4. Knoten. Wir tauschten die Genua gegen die Fock und weiter ging es. Um 14 Uhr hatten zwei weitere Boote aufgegeben. Durch die Hanöer Bucht ging es mit viel Geschaukel und einer guten Geschwindigkeit. Die Welle runter surfend wies das Raymarine Gerät einen neuen Rekord von 10.3. Knoten aus.
Wir erreichen den Eingang zum Kalmarsund, den wir nachts durchqueren. Die Welle nimmt spürbar ab und es ist ein schönes Segeln duch die Nacht. Die Leuchttürme, Seezeichen und andere Schiffe müssen an Hand ihrer Lichterkennung identifiziert werden. In Kalmar überholen wir die Moana Blue, die in Kalmar einen Crewwechsel hat. Sie wird uns später wieder einholen.
Es gibt Best Breakfast von Christian und später gebratene Ochsenfetzen. Dazwische immer wieder wechsel der Segelstellung und der Segelgarderobe. Dann geht es in die zweite Nacht auf See in Richtung Arkösund. Hinter uns fallen noch weitere Boote aus, so dass wir auf Platz 47 rutschen. Es ist eine weiter Sturmfront angesagt, so dass wir beschließen, in den Arkösund zu laufen, um dort die Front abzuwettern. Wir hätten es ggf. auch noch in Richtung Nyköping geschafft, aber eben nur mit dem Risiko es wieder mit 30 Knoten Wind zu tun zu bekommen. Also laufen wir um 0800 Uhr in dem Hafen ein. Später merke ich, dass ich hier schon 2023 einmal war. Der Hafen leert sich und ich bin nicht sicher, ob wir hier doch Zeit verschenken. Aber die anderen Schiffe laufen nur wenige Meilen überwiegend nach Süden. In der Nacht hatte ich auf Grund des vielen Seeganges, eines Batteriealarms und überhaupt fast gar nicht geschlafen, obwohl wir keine Hundewache (00-04 Uhr) hatten. So war ich in etwas abgekämpfter Stimmung. Als es um die Diskussion des nächsten Auslauftermins ging, einigten wir uns deshalb auf 0400 Uhr und nicht auf einen früheren Zeitpunkt. Ich brauchte noch ein bisschen Schlaf.
Um 0400 Uhr liefen wir bei schönem Wetter aus und motorten zu der Stelle, an der wir gestern die Maschine gestartet hatten. Hier setzten wir Segel und nahmen Kurs auf Nyneshamn und grob in Richtung Stockholm. Zuerst ging es wieder über die offene See, dann hinein in die Schärenwelt. Die Welle nahm ab und der Wind kam weiter von achtern, so dass wir immer im Butterflymodus segelten, was für den Speed nicht wirklich gut ist und viel Konzentration erfordert. Der Speed lag immer um die 5 Knoten. Böen waren nun wieder mit bis zum 25 Knoten angesagt und so hatten wir das erste Reff im Großsegel eingezogen. Und tatsächlich erreichten uns Böen mit 24 Knoten Wind. Karin kochte das Abendessen. Wir wollten nach Sandhamn kommen, um dort die nächste Front (wohl mit über 30 Knoten) abzuwarten. Die ETA (Estimated Time of Arrival) hatten wir vor dem Auslaufen mit 2100 Uhr berechnet. Ich hatte entsprechend große Wegpunkte im Plotter gesetzt, allerdings auch etwas über Sandham hinaus. Als ich gegen 2030 Uhr auf den Plotter schaute, hatte ich das allerdings vergessen und dachte, dass wir erst um 23 Uhr angekommen würden. Ich kontrollierte den Standort und die Karte und stellte fest, dass wir ruckartig nach Steuerbord eindrehen mussten, da Sandhamn quasi querab lag. Gesagt getan. In Sandhamn findet an diesem Wochenende die Regatta „Gotland Rund“ statt. Der Hafen war voll mit Regattaschiffen. Die Crew der Romanca teilte mit, dass sie eine einem nahegelegenem Hafen liegen und ein Platz frei war. Eine halbe Stunde später machten wir längsseits fest und hatten einen netten gemeisamen Abend bei uns an Bord.
Nachts frischte es dermaßen auf, dass die Moyenne hart an den Steg gedrückt wurde und die Fender viel zu tun bekamen. Morgens waren es dann permanente 24 Knoten und teilweise mehr. Das Wasser spritzt aus den Zwischenräumen der Boote und dem Steg und wir mussten hier unbedingt weg. Der Hafen war auch hier voll mit Regattaschiffen. Start sollte um 14 Uhr sein. Ich hatte mir einen Mooringplatz ausgesucht, der machbar wäre. Dann bekamen wir den Tipp doch nach Sandhamn zu fahren, da der Wind über Nacht weiter zunehmen und auf NW drehen würde. Also machten wir einen Ablegeplan. Ich wollte versuchen, etwas in die Achterspring einzudampfen, um den Bug etwas vom Steg wegzubekommen. Das Schiff hatten wir zum Stegende verholt. Von da aus würde ich mit etwas Speed schnell vom Steg freikommen. Das ganze Manöver war auf Grund des auflandigen Windes etwas brenzlig. Alternativ wäre ich in die Vorspring eingedampft, das klappt auch bei Starkwind, daber zunächst versuchte ich es anderes. Kurzfristig ließ der Wind etwas nach (21 Knoten) und der Bug kam etwas vom Steg frei. Also Leinen los und weg waren wir.
Mit Maschine ging es nach Sandhamn. Allerdings wurde der Regattastart verschoben und alle Boote liegen zurück in die Häfen, so dass es aussichtslos war, einen Platz zu bekommen. Wir beschlossen in einen sehr geschützte Ankerbucht zu fahren. Hier lagen bereits drei Schiffe und der Anker fiel im 3 Versuch auf ca. 4 Meter und wurde mit 2.000 Umdrehungen ordenlich einfahren.
Die Bucht anzulaufen war die richtige Entscheidung und wir verbrachten einen schönen entspannten Abend und eine ruhige Nacht.
Morgens bekam ich einen SMS von der Regattaleitung. Robert fragte: „Hallo Gustav, alles gut bei Euch? Seid Ihr noch im Rennen?“
Wir sind im Feld ja wirklich weit abgeschlagen aber geben noch nicht auf. Also schrieb ich zurück: „Ja, auch wenn es nicht so aussieht. Er könne aber – wenn der letzte aus dem Hauptfeld im Ziel ist – gerne die Zelte abbrechen und uns einfach unsere Medallien an die gelbe Tonne hängen :)“. Ich haben noch keine Antwort bekommen. Unsere Plan, ist nun die Bucht um 11 Uhr zu verlassen, in Sandhamn Wasser zu nehmen und Müll dazulassen und uns dann weiter in Richtung Norden zu kämpfen.
Die Windprognose ist weiterhin für uns relativ ungünstig: NW 4-6.
Unter dem folgenden Link kann man sich eine App herunterladen, um das Rennen (Midsummersail 2025) live zu verfolgen:
https://www.midsummersail.com/gps/ de
PS: Ich bitte die Rechtschreibfehler zu entschuldigen, da ich auf der Reise wenig Zeit und Ruhe zum Schreiben habe …
Am Samstag, als die Sonne am höchsten stand, gingen 86 Schiffe an den Start. Ursprünglich waren einmal 100 Boote gemeldet.
Die Wetterprognose, vorgetragen vom Metreologen Dr. XY war alles ander als vielversprechend. Am Starttag sollte der Wind schwach wehen und ab Montag Abend würde das erste Sturmtief über die westliche Ostsee ziehen. Wir aßen im Fischrestaurant und lauschten anschließend noch ein wenig der Live-Band und bestaunten um 22.30 Uhr das Feuerwerk. Mit einer gewissen Anspannung ging es in die Kojen.
Um 0730 hieß es: Reise, Reise aufstehen! Nach einem ordentlichen Frühstück legten wir bei strahlendem Sonnenschein und guten Winden in Richtung Startline. Die 8 Seemeilen vergingen schnell und vorbei ging es an der Pier kurz vor den Schwedenköpfen. Dort wartete Frau Reinke und Ralph mit einem großen Transparent auf uns (voll nett). Wir starteten in der zweiten Startgruppe um 13.15 Uhr reihten uns aber ungewollt „defensiv“ ein, der nachlassende Wind brachte und nach 10 Minuten über die Startlinie. Mit Kreuzkurs ging es auf Kurs nach Nordwesten zum Ausgang der Bucht. Es war schon ein beeindruckendes Feld, das sich überwiegend vor uns befand. Am nördilchen Ausgang ging es dann in östlicher Richtung und wir hatten tatsächlich einige Schiffe hinter uns gelassen. Der Wind schläft ein. Wir entscheiden uns etwas gegen den laufenden Kurs zurück zu kreuzen, um in ein Windfeld zu kommen, was uns tatsächlich auch gelingt. Andere „verhungern“ dicht unter Land, so dass wir einige Plätze gutmachen können. Das Regattafieber hat uns gepackt. Kurzfristig setzen wir den Genacker, den wir 20 Minuten später wieder gegen die Genua tauschen.
Unser Wachsystem ist nun in Kraft getreten, d.h. in den ersten Tagen gehen wir jeweils 4 Stunden Wache.
Die Nacht kommt und der Wind schläft nahezu komplett ein. Die glatte See, die Lichter der anderen Schiffe, sowie die der Leuchtfeuer versprühen eine tolle Atmosphäre. Wir treiben anfangs in einem kleinen Feld von ca. 5 Boten durch die Nacht, bevor der Morgen anbricht. Drei Boote haben sich im Schutze der Dunkelheit unerlaubter Weise von uns entfernt und wir versuchen, das bisschen Wind mit den Segeln einzufangen. Gegen 0900 kommt Wind auf und wir laufen mit 4, später mit 6 Knoten in Richtung Warnemünde.
Wir lassen für 30 Minuten die Maschine mitlaufen, um unsere Batterien zu füllen und hangeln uns an der Kadettrinne weiter in Richung 060 Grad. Zwischendurch stetzen wir wieder den Genacker.
Der Wind nimmt, wie angesagt weiter zu und plötzlich hören wir einen Ruf von Bremen Rescue. Sie haben einen nicht weiter bezeichneten Notruf von der Avanza erhalten, bekomme aber keinen Funkkontakt. Über ein anderes Berufsschiff wird versucht Kontakt aufzunehmen aber erfolglos. Es erfolgt die Koordination der Rettungsaktion. Schließlich gibt es gute Nachrichten. Der Einhandsegler wir auf dem gekenterten Katamaran gesichtet und später abgeborgen und mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht. In der internen Signalgruppe gibt es erleichternde Kommentare.
Fortsetzung folgt.
Um 17 Uhr erreicht der Wind dann bis zu 22 Knoten und rauschen mit viel Speed die Wellen hinuter. Plötzlich sind da 28 Knoten Wind und wir rollen die Genua weg, Bergen das Groß und setzen danach die Fock und das Groß. Ein Blick auf den Maximunspeed zeigt uns: 10,3!! Die Rumpfgeschwindigkeit liegt bei ca. 7,6 Knoten, der Rest ist also dem Surfen auf der Welle geschuldet und stellt einen neuen Rekord dar.
Es geht in die zweite Nacht auf See und wir arbeiten uns auf den 61. Platz vor. Aber die Schaukelei läßt uns in der Freiwache kaum zur Ruhe kommen. Dafür haben wir ein Etmal von 96 Seemeilen (also 96 Seemeilen von Mitternacht bis Mitternacht). Kurz vor Ystad funke ich einen Tanker an, der unsere Linie ausweichpflichtig kreuzt. Er sagt, dass wir Kurs und Speed beibehalten sollten und er uns an Backbord passieren würde. Einige Fragezeichen tauchten in meinem Kopf auf, aber gut. Kurze Zeit meldet er sich wieder über Kanal 16 und ich biete an, ihm Raum zum Passieren zu geben, was er dankend annimmt. Es zeigt sich wieder, wie wichtig ein UKW Gerät an Bord und der Umgang damit ist.
Dann arbeiten wir uns bei abnehmenden Wind bis nach Ystad vor. Hier machen wir um 09.00 Uhr fest.
Am nächsten Tag, gehen Michael und ich Joggen, dann reparieren Christian und ich noch die Stopper von der Fockschine. Der Rest des Tages vergeht. Wir füllen Wasser auf, kochen und gehen früh in die Koje.
Um 0400 Uhr laufen wir aus Ystad mit Kurs 050 Grad und ca, 6 Knoten aus. Die Genua und das Groß im 1. Reff bringen uns gut voran. Um 0800 liegen wir auf Platz 55 um später auf Platz 53 zu klettern. Der Grund dafür war, dass neben uns noch 7 weiter Regattateilnehmer Zuflucht gesucht haben und zwei weitere Schiffe aufgegeben haben. Weitere werden noch folgen.
Unter dem folgenden Link kann man sich eine App herunterladen, um das Rennen (Midsummersail 2025) live zu verfolgen:
https://www.midsummersail.com/gps/
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.

Am Samstag, als die Sonne am höchsten stand, gingen 86 Schiffe an den Start. Ursprünglich waren einmal 100 Boote gemeldet.
Die Wetterprognose, vorgetragen vom Metreologen Dr. XY war alles ander als vielversprechend. Am Starttag sollte der Wind schwach wehen und ab Montag Abend würde das erste Sturmtief über die westliche Ostsee ziehen. Wir aßen im Fischrestaurant und lauschten anschließend noch ein wenig der Live-Band und bestaunten um 22.30 Uhr das Feuerwerk. Mit einer gewissen Anspannung ging es in die Kojen.
Um 0730 hieß es: Reise, Reise aufstehen! Nach einem ordentlichen Frühstück legten wir bei strahlendem Sonnenschein und guten Winden in Richtung Startline. Die 8 Seemeilen vergingen schnell und vorbei ging es an der Pier kurz vor den Schwedenköpfen. Dort wartete Frau Reinke und Ralph mit einem großen Transparent auf uns (voll nett). Wir starteten in der zweiten Startgruppe um 13.15 Uhr reihten uns aber ungewollt „defensiv“ ein, der nachlassende Wind brachte und nach 10 Minuten über die Startlinie. Mit Kreuzkurs ging es auf Kurs nach Nordwesten zum Ausgang der Bucht. Es war schon ein beeindruckendes Feld, das sich überwiegend vor uns befand. Am nördilchen Ausgang ging es dann in östlicher Richtung und wir hatten tatsächlich einige Schiffe hinter uns gelassen. Der Wind schläft ein. Wir entscheiden uns etwas gegen den laufenden Kurs zurück zu kreuzen, um in ein Windfeld zu kommen, was uns tatsächlich auch gelingt. Andere „verhungern“ dicht unter Land, so dass wir einige Plätze gutmachen können. Das Regattafieber hat uns gepackt. Kurzfristig setzen wir den Genacker, den wir 20 Minuten später wieder gegen die Genua tauschen.
Unser Wachsystem ist nun in Kraft getreten, d.h. in den ersten Tagen gehen wir jeweils 4 Stunden Wache.
Die Nacht kommt und der Wind schläft nahezu komplett ein. Die glatte See, die Lichter der anderen Schiffe, sowie die der Leuchtfeuer versprühen eine tolle Atmosphäre. Wir treiben anfangs in einem kleinen Feld von ca. 5 Boten durch die Nacht, bevor der Morgen anbricht. Drei Boote haben sich im Schutze der Dunkelheit unerlaubter Weise von uns entfernt und wir versuchen, das bisschen Wind mit den Segeln einzufangen. Gegen 0900 kommt Wind auf und wir laufen mit 4, später mit 6 Knoten in Richtung Warnemünde.
Wir lassen für 30 Minuten die Maschine mitlaufen, um unsere Batterien zu füllen und hangeln uns an der Kadettrinne weiter in Richung 060 Grad. Zwischendurch stetzen wir wieder den Genacker.
Der Wind nimmt, wie angesagt weiter zu und plötzlich hören wir einen Ruf von Bremen Rescue. Sie haben einen nicht weiter bezeichneten Notruf von der Avanza erhalten, bekomme aber keinen Funkkontakt. Über ein anderes Berufsschiff wird versucht Kontakt aufzunehmen aber erfolglos. Es erfolgt die Koordination der Rettungsaktion. Schließlich gibt es gute Nachrichten. Der Einhandsegler wir auf dem gekenterten Katamaran gesichtet und später abgeborgen und mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht. In der internen Signalgruppe gibt es erleichternde Kommentare.
Fortsetzung folgt.
Um 17 Uhr erreicht der Wind dann bis zu 22 Knoten und rauschen mit viel Speed die Wellen hinuter. Plötzlich sind da 28 Knoten Wind und wir rollen die Genua weg, Bergen das Groß und setzen danach die Fock und das Groß. Ein Blick auf den Maximunspeed zeigt uns: 10,3!! Die Rumpfgeschwindigkeit liegt bei ca. 7,6 Knoten, der Rest ist also dem Surfen auf der Welle geschuldet und stellt einen neuen Rekord dar.
Es geht in die zweite Nacht auf See und wir arbeiten uns auf den 61. Platz vor. Aber die Schaukelei läßt uns in der Freiwache kaum zur Ruhe kommen. Dafür haben wir ein Etmal von 96 Seemeilen (also 96 Seemeilen von Mitternacht bis Mitternacht). Kurz vor Ystad funke ich einen Tanker an, der unsere Linie ausweichpflichtig kreuzt. Er sagt, dass wir Kurs und Speed beibehalten sollten und er uns an Backbord passieren würde. Einige Fragezeichen tauchten in meinem Kopf auf, aber gut. Kurze Zeit meldet er sich wieder über Kanal 16 und ich biete an, ihm Raum zum Passieren zu geben, was er dankend annimmt. Es zeigt sich wieder, wie wichtig ein UKW Gerät an Bord und der Umgang damit ist.
Dann arbeiten wir uns bei abnehmenden Wind bis nach Ystad vor. Hier machen wir um 09.00 Uhr fest.
Am nächsten Tag, gehen Michael und ich Joggen, dann reparieren Christian und ich noch die Stopper von der Fockschine. Der Rest des Tages vergeht. Wir füllen Wasser auf, kochen und gehen früh in die Koje.
Um 0400 Uhr laufen wir aus Ystad mit Kurs 050 Grad und ca, 6 Knoten aus. Die Genua und das Groß im 1. Reff bringen uns gut voran. Um 0800 liegen wir auf Platz 55 um später auf Platz 53 zu klettern. Der Grund dafür war, dass neben uns noch 7 weiter Regattateilnehmer Zuflucht gesucht haben und zwei weitere Schiffe aufgegeben haben. Weitere werden noch folgen.
Wieder läuft das Schiff in Böen ca. 8,4 Knoten. Die Welle kommt wieder von achtern, was für uns nicht so angenehm ist. Scopoderm Plaster helfen und der Aufwand lohnt sich, wir arbeiten uns auf Platz 52 vor.
Um Mitternacht kommen wir in den Kalmarsund. Es wird ein traumhafte Nacht, wenig Welle mehr Wind als angesagt. Kurz vor Kalmar überholen wir die Moana Blue, die allerdings einen Crewwechsel in Kalmar hat. Sie wird uns später wieder einholen.
Zum Frühstück gibt es perfekte Rühreier von Christian und später Ochsenfetzen mit Gemüse. Wir segeln nun überwiegend Butterfly und setzen einen Bullenstander um das Herüberkommen des Großbaums zu verhindern. Später bergen wir bei zunehmendem Wind die Genua und segeln nun noch mit dem Groß im ersten Reff. Die Seekrankheit muss bekämpft werden. Es wird eine unruhige Nacht, ich finde kaum Schlaf. Der Low-Batterie Alarm weckt mich eine Stunde vor Wachwechsel also gegen 03.00 Uhr. Wir nehmen wieder die Genua dazu. Regen setzt ein und gegen 0800 nehmen wir die Segel weg und fahren unter Maschine in den Hafen im Arkösund. Später merke ich, dass ich hier schon im Jahr 2023 gewesen bin.
Morgen wollen wir ein Wetterfenster vor dem nächsten Sturmtief nutzen, um nach Sandhamn zu segeln. Daher ist um 0400 wieder Auslaufen angesagt.
Unter dem folgenden Link kann man sich eine App herunterladen, um das Rennen (Midsummersail 2025) live zu verfolgen:
https://www.midsummersail.com/gps/ de
PS: Ich bitte die Rechtschreibfehler zu entschuldigen, da ich auf der Reise wenig Zeit und Ruhe zum Schreiben habe …
Am Samstag, als die Sonne am höchsten stand, gingen 86 Schiffe an den Start. Ursprünglich waren einmal 100 Boote gemeldet.
Die Wetterprognose, vorgetragen vom Metreologen Dr. XY war alles ander als vielversprechend. Am Starttag sollte der Wind schwach wehen und ab Montag Abend würde das erste Sturmtief über die westliche Ostsee ziehen. Wir aßen im Fischrestaurant und lauschten anschließend noch ein wenig der Live-Band und bestaunten um 22.30 Uhr das Feuerwerk. Mit einer gewissen Anspannung ging es in die Kojen.
Um 0730 hieß es: Reise, Reise aufstehen! Nach einem ordentlichen Frühstück legten wir bei strahlendem Sonnenschein und guten Winden in Richtung Startline. Die 8 Seemeilen vergingen schnell und vorbei ging es an der Pier kurz vor den Schwedenköpfen. Dort wartete Frau Reinke und Ralph mit einem großen Transparent auf uns (voll nett). Wir starteten in der zweiten Startgruppe um 13.15 Uhr reihten uns aber ungewollt „defensiv“ ein, der nachlassende Wind brachte und nach 10 Minuten über die Startlinie. Mit Kreuzkurs ging es auf Kurs nach Nordwesten zum Ausgang der Bucht. Es war schon ein beeindruckendes Feld, das sich überwiegend vor uns befand. Am nördilchen Ausgang ging es dann in östlicher Richtung und wir hatten tatsächlich einige Schiffe hinter uns gelassen. Der Wind schläft ein. Wir entscheiden uns etwas gegen den laufenden Kurs zurück zu kreuzen, um in ein Windfeld zu kommen, was uns tatsächlich auch gelingt. Andere „verhungern“ dicht unter Land, so dass wir einige Plätze gutmachen können. Das Regattafieber hat uns gepackt. Kurzfristig setzen wir den Genacker, den wir 20 Minuten später wieder gegen die Genua tauschen.
Unser Wachsystem ist nun in Kraft getreten, d.h. in den ersten Tagen gehen wir jeweils 4 Stunden Wache.
Die Nacht kommt und der Wind schläft nahezu komplett ein. Die glatte See, die Lichter der anderen Schiffe, sowie die der Leuchtfeuer versprühen eine tolle Atmosphäre. Wir treiben anfangs in einem kleinen Feld von ca. 5 Boten durch die Nacht, bevor der Morgen anbricht. Drei Boote haben sich im Schutze der Dunkelheit unerlaubter Weise von uns entfernt und wir versuchen, das bisschen Wind mit den Segeln einzufangen. Gegen 0900 kommt Wind auf und wir laufen mit 4, später mit 6 Knoten in Richtung Warnemünde.
Wir lassen für 30 Minuten die Maschine mitlaufen, um unsere Batterien zu füllen und hangeln uns an der Kadettrinne weiter in Richung 060 Grad. Zwischendurch stetzen wir wieder den Genacker.
Der Wind nimmt, wie angesagt weiter zu und plötzlich hören wir einen Ruf von Bremen Rescue. Sie haben einen nicht weiter bezeichneten Notruf von der Avanza erhalten, bekomme aber keinen Funkkontakt. Über ein anderes Berufsschiff wird versucht Kontakt aufzunehmen aber erfolglos. Es erfolgt die Koordination der Rettungsaktion. Schließlich gibt es gute Nachrichten. Der Einhandsegler wir auf dem gekenterten Katamaran gesichtet und später abgeborgen und mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht. In der internen Signalgruppe gibt es erleichternde Kommentare.
Fortsetzung folgt.
Um 17 Uhr erreicht der Wind dann bis zu 22 Knoten und rauschen mit viel Speed die Wellen hinuter. Plötzlich sind da 28 Knoten Wind und wir rollen die Genua weg, Bergen das Groß und setzen danach die Fock und das Groß. Ein Blick auf den Maximunspeed zeigt uns: 10,3!! Die Rumpfgeschwindigkeit liegt bei ca. 7,6 Knoten, der Rest ist also dem Surfen auf der Welle geschuldet und stellt einen neuen Rekord dar.
Es geht in die zweite Nacht auf See und wir arbeiten uns auf den 61. Platz vor. Aber die Schaukelei läßt uns in der Freiwache kaum zur Ruhe kommen. Dafür haben wir ein Etmal von 96 Seemeilen (also 96 Seemeilen von Mitternacht bis Mitternacht). Kurz vor Ystad funke ich einen Tanker an, der unsere Linie ausweichpflichtig kreuzt. Er sagt, dass wir Kurs und Speed beibehalten sollten und er uns an Backbord passieren würde. Einige Fragezeichen tauchten in meinem Kopf auf, aber gut. Kurze Zeit meldet er sich wieder über Kanal 16 und ich biete an, ihm Raum zum Passieren zu geben, was er dankend annimmt. Es zeigt sich wieder, wie wichtig ein UKW Gerät an Bord und der Umgang damit ist.
Dann arbeiten wir uns bei abnehmenden Wind bis nach Ystad vor. Hier machen wir um 09.00 Uhr fest.
Am nächsten Tag, gehen Michael und ich Joggen, dann reparieren Christian und ich noch die Stopper von der Fockschine. Der Rest des Tages vergeht. Wir füllen Wasser auf, kochen und gehen früh in die Koje.
Um 0400 Uhr laufen wir aus Ystad mit Kurs 050 Grad und ca, 6 Knoten aus. Die Genua und das Groß im 1. Reff bringen uns gut voran. Um 0800 liegen wir auf Platz 55 um später auf Platz 53 zu klettern. Der Grund dafür war, dass neben uns noch 7 weiter Regattateilnehmer Zuflucht gesucht haben und zwei weitere Schiffe aufgegeben haben. Weitere werden noch folgen.
Unter dem folgenden Link kann man sich eine App herunterladen, um das Rennen (Midsummersail 2025) live zu verfolgen:
https://www.midsummersail.com/gps/
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.

Am Montag habe ich mich mit Michael abends auf der Moyenne in Warnemünde getroffen. Herr Klepsch konnte zwar die Heizungspumpe erfolgreich tauschen, aber Sirius hatte einen falschen Dichtring im Dieseltank verbaut (Wasser- aber nicht Dieselgeeignet), so dass ein neuer Dichtring hermusste. Das ging dann mit vielen Umständen, die den Rahmen hier sprengen würden. In jedem Fall hat Herr Klepsch den Ring am Dienstagmittag eingebaut und wir konnten um 14 Uhr die Leinen losmachen. Bei leichten Winden ging es in Richtung Kühlungsborn. Kurz vor der Ankunft ließ sich die Genua nicht mehr komplett einrollen, da wir Überläufer in der Trommel hatten. Also schlugen wir sie ab und banden sie an der Reling fest. In Kühlungsborn bauten wir den Furler auseinander (man braucht eine dünne Verlängerung, um mit dem Tork an die beiden seitlichen Schrauben zu kommen), entfernten die Einholleinen komplett und rollten alles fein säuberlich wieder auf, aber mit ein paar Umdrehungen weniger auf der Rolle.
Am Abend gab es auf Grund der fortgeschrittenen Zeit Brot und Aufschnitt an Bord.
Mittwoch ging es dann bei anfangs sehr gutem Wind auf der Kreuz in Richtung der Insel Pöl. Nach zwei Stunden drehte der Wind und wurde schwächer, so dass wir die Genua gegen die Fock tauschten und gut vorankamen. Die Sonne wärmte die Luft und schwächte den Wind, so dass wir noch den Genacker hochzogen. Gut so, denn hier hatten sich die Schoten vertörnt. Als das klariert war ging es mit Maschine nach Boltenhagen. Ich hatte uns einen Platz am Schwimmsteg reserviert, um nicht im Päckchen liegen zu müssen. Wir holten die Startunterlagen ab und aßen im Bistro zu Abend. Im Hafen lagen schon ein paar Schiffe, die an der Regatta teilnehmen würden. Alles große und schnelle Yachten …
Die nächsten zwei Hafentage nutzen wir, um klar Schiff zu machen, Seekarten und Leuchtfeuer zu studieren. Donnerstag gingen wir morgens 10 Kilometer Joggen, um noch etwas Bewegung zu bekommen. Die eine oder andere Sache, die wir vergessen hatten wurde noch nach Berlin auf die „Bring-Liste“ geschrieben. Der Hafen füllte sich. Wir brachten den Tracker und die Regattaflagge an und ich räumte ein paar Sachen von A nach B.
Heute, am Freitag kommen dann Karin und Christian mit einem voll beladenen Auto in Boltenhagen an. Ca. 2 Stunden werden wir wohl für das Stauen der ganzen Sachen benötigen. Frau Reinke wird wohl noch kurz vorbeikomemn und um halb sechs habe ich einen Tisch im Restaurant bestellt, anschließend ist dann um 19 Uhr die Steuermannsbesprechung.
Die Wettervorhersage sagt am Samstag schwache Winde voraus, die im Verlauf am Sonntag besser werden. Ab Montagnachmittag bzw. Abend nimmt der Wind auf ca. 6 Bft. zu, kommt dann allerdings wenigstens von achtern. Böen sollen bis zu 30 Knoten betragen, da würde ich gerne schon im Schutz der schwedischen Süd-Ostküste sein, um nicht so viel Welle zu haben. Das ganz wird dann noch bis Dienstag gehen, bevor es wieder ruhiger werden soll.
Wir werden das Beste daraus machen. Jetzt freuen wir uns erst einmal, dass es nun morgen endlich losgeht.
Unter dem folgenden Link kann man sich eine App herunterladen, um das Rennen (Midsummersail 2025) live zu verfolgen:
https://www.midsummersail.com/gps/
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.