Leonie kommt abends mit dem Bus bzw. mit der Straßenbahn. Da ich ihr eine falsche Bushaltestelle genannt habe und ich eine später (2 Fußminuten) auf sie warte, laufen wir zunächst eine bisschen aneinander vorbei, aber dafür ist die Wiedersehensfreude um so größer. Wir verstauen ein paar Sachen auf dem Schiff. Als kleinen Willkommensgruß ist die Moyenne natürlich ordentlich beflaggt. Im Restaurant am Hafen essen wir lecke Seebrasse.
Am nächsten Tag folgte ein ausführlicher Stadtbummel/Sightseeing. Wir werden, wie viele andere auch Zeuge des Wachwechsels etc.
Auch am nächsten Tag steht wieder Kultur und Sightseeing auf dem Programm. Wir besuchen wir das Waasa Museum, das Stadthaus mit Aussichtsturm, das Nobelpreismuseum, die Kathedrale, Einkaufen. Erneut im Restaurant.
Am nächsten Tag geht Leonie Joggen und bringt Brötchen mit. Das dauert länger als geplant, da sie auch noch einen Briefkasten sucht, um meine Postkarten einzustecken.
Ablegen erst gegen 11.30 Uhr ein Seehund schaut aus dem viel befahrenen Fahrwasser und fahren durch den Sund so wie damals mit Lili. Leonie schläft und schläft. Es ist guter Segelwind für rund 1,5 Stunden, kurzer Zwischenstopp in der Harsöbucht zum Baden, dann weiter in Richtung Utö. Der Anker klemmte wieder, so dass wir kurz an die Tankstelle fahren, um ihn zu klarieren. Dann zweiter Anlauf an den Steg. Die Sauna hat leider schon zu, wir vertagen das auf morgen. Abends gibt es Scampi mit Pasta.
Am nächsten Morgen beschließen wir hier zu bleiben. Wir schoppen sehr ausführlich in der schönen Boutique. Ich erstehe eine Shorts und eine neue Badehose, für Leonie gibt’s ein schönes Kleid und ein Hemd. Dann leihen wir uns Fahrräder aus. Auf dem Weg durch die Insel macht uns eine Frau auf einen Elch aufmerksam, der am Straßenrand stehen soll. Tatsächlich finden wir ihn. Es ist eine junge Elchkuh. Die Mutter soll sich nicht weit entfernt befinden, so die Aussage eines vorbeifahrenden Schweden, der uns zur Vorsicht rät. Die Mutter können wir nicht entdecken und so radeln wir weiter. Schafe genießen, das Fell gekrault zu bekommen, die Landschaft ist abwechslungsreich, die Sonne scheint, ein warmer Wind weht. Es geht erstaunlich bergauf und bergab. Wir finden einen schönen Badeplatz und legen uns in die „Felsen-Badewanne“ mit Blick auf das weite Meer. Anschließend lassen wir uns auf den warmen Steinen trocknen. Herrlich. Etwas wehmütig, aber glücklich, diesen schönen Platz gefunden zu haben, radeln wir zurück zum Hafen.
Nach einer Pause mit frischem Räucherfisch gings in die entgegengesetzte Richtung. Abends holen wir den Saunabesuch nach und nach einem Bier nahm der Abend seinen Lauf und endetet im Restaurant bei Livemusik und Pizza.
Am Freitag legen wir gegen halb zwei ab. Vorher kaufen wir in der Baggerie leckeres Brot und Teilchen. Wasser haben wir auch gebunkert und im Dieseltank sind noch rund 120 Liter. Regen stellt sich ein und der Wind hat sich heute auch noch nicht gezeigt. Also Motoren wir in Richtung Sandviken. Dort fällt der Anker in 4 Meter Tiefe und obwohl wir ausreichend Kette stecken, wird er am frühen Morgen anfangen zu rutschen. Der Abend vorher ist noch sehr schön und ruhig aber in der Nacht nimmt der Wind zu und dies führt voraussichtlich zum Rutschen des Ankers. Dreimal werden wir vom Ankeralarm wach und um fünf Uhr kommen wir dem hinter uns liegenden Felsen doch zu nahe. Wir gehen Anker auf und verholen uns eine Bucht weiter, die besser geschützt ist und holen noch etwas Schlaf nach. Nachts haben uns die Mücken ganz schön zerstochen. Von den fiesen Stichen hat man noch ein lange Zeit etwas davon.
Schließlich lichten wir den Anker, der wieder schön voll lehmigem Schlamm ist und können kurze Zeit Segel setzen. Es wird eine prima Segel Tag mit gutem Wind und wir kommen mit 5-7 Knoten zügig zu unserem letzten gemeinsamen Hafen nach Arkösund. Hier war ich mit Michael, Karin und Christian bereits auf dem Hinweg, um wieder einmal Schutz vor Starkwind zu suchen und auch auf meiner Tour 2023 war ich hier. Es ist ein schöner Hafen mit einem feinen Hotel und ebenso feinem Restaurant. Nachdem wir gerade längsseits festgemacht haben, kommen zwei Mädchen mit dem Hafenschlauchboot und sagen, dass wir hier nur mit Mooring liegen können. Da mir das zu fummelig ist, verholen wir uns auf die gegenüberliegende Seite.
Zuerst gibt es ein Eis, dann geht’s zum Hafenmeister und ins Hotel. Wir erkundigen uns nach der Sauna und nach etwas Hin und Her können wir um 18 Uhr kommen. Die Sauna ist zwar zu diesem Zeitpunkt noch nicht heiß aber wir nutzen die Zeit und plantschen etwas im kleinen „Onsen-ähnlichem“ Pool“. Die Saunaanlage wurde erst kürzlich renoviert und ist elegant und schön gemacht. Nach zwei Gängen geht’s zum Abendessen auf die Terrasse. Hier entscheiden wir uns für einen Shrimps-Teller mit zwei Gläsern Cava, sowie Aiolicreme und verschiedenen Knäckebroten. Also wir das Essen und die Sauna bezahlen wollen, gibt’s die erfreuliche Nachricht, dass die Sauna „aufs Haus“ geht. Dann heißt es für Leonie ihre restlichen Sachen zusammen zu packen, da sie morgen früh um 9 Uhr den Bus nach Stockholm nehmen wird. Sehr schade.
Ich werde wohl erst am Donnerstag weiterkommen, da schon wieder Wind mit Böen um die 28 Knoten angesagt sind. Das ist dieses Jahr echt etwas frustrierend. Das Katie Melua Konzert am 16.8. in Odensee habe ich jetzt gedanklich schon mal abgehakt, da ich es nicht mehr rechtzeitig dorthin schaffen würde. Also muss ich meinen Frieden damit machen, nun „direkt“ nach Warnemünde zu fahren und dafür etwas mehr Zeit für unfreiwillige, windbedingte Stopps einzulegen. So kann ich jetzt noch nicht wirklich abschätzen, wann ich wo sein werde.
Nächstes Jahr wird es dann eine entspanntere Planung geben, dieses Jahr war doch immer der Zeitfaktor in Verbindung mit der Windprognose ausschlaggebend für die Weiterfahrt. Es blieb zu wenig Zeit für das Verweilen oder für kurze Schläge in die nächste Bucht oder in den nächsten Hafen. Gerade pfeifen hier wieder die Böen mit 18 Knoten durch den Hafen, und das, obwohl dieser eigentlich nun etwas im Windschatten liegt.
PS: Ich bitte die Rechtschreibfehler zu entschuldigen, da ich auf der Reise wenig Zeit und Ruhe zum Schreiben habe …