Mit Annett und Gilbert geht es nach Süden.

Am Montag ist zunächst Büroarbeit angesagt. Am Nachmittag kommen Annett und Gilbert an Bord. Sachen werden verstaut und nach einer ersten Sicherheitseinweisung gibt es Kaffee/Tee und Teilchen. Wir erzählen bis es Zeit für das Abendessen ist. Mit Gilbert war ich 2023 zwei Wochen von Danzig unterwegs nach Riga. Ich kenne Gilbert seit der Schulzeit und wir haben schon viele tolle gemeinsame Reisen unternommen und viel erlebt.

Das Cafe Esperen mit den beiden steinernen Mehrjungfrauen am Eingang ist nicht mehr ganz so voll, wie am Samstag und so finden wir schnell einen schönen Platz. Das Essen ist wie immer lecker und der Service freundlich und aufmerksam. Den Sundowner nehmen wir dann an Bord und rauchen noch eine von Gilbert mitgebrachten Zigarren. Am nächsten Tag wollen wir in Richtung Rodvig segeln.

Das Wetter am Morgen sieht eigentlich gut aus, allerdings ist es Richtung Süden schon diesig. Unser Nachbar meint, dass ein Gewitter und Regenfront von Süden hochzieht. Ich lade eine weitere Wetter-App (YR.nk) runter, die angeblich genauere Daten u.a. bzgl. Gewitter und Regen liefern soll. Hier zeigt sich die Front deutlich und auch auf Windy wird diese nun angezeigt. So beschließen wir, erst einmal abzuwarten. Gegen 12 Uhr gibt es dann Entwarnung und wir laufen aus. Der Wind kommt aus westlichen Richtungen mit gut 14-18 Knoten und so geht es erst unter Vollzeug dann mit einem Reff im Groß zügig voran. Zwei Yachten werden mit Annett am Steuer überholt. So muss es sein und die Freude ist groß. Diese wird aber im Verlauf getrübt. Die seitlichen Wellen nehmen zu. Morgens hatte ich noch überlegt, Annett ein Scopoderm-Pflaster gegen Seekrankheit zu kleben, verwerfe aber den Gedanken leider wieder. Nun kommt zwar das Plaster hinter das Ohr aber leider zu spät. Die Seekrankheit lässt sich nicht mehr aufhalten und so gibt es leider Futter für die Fische. Es tun mir leid und ich ärgere mich, weil ich den richtigen Gedanken hatte. So kämpft Annett weiter mit ihrem Magen und wir segeln die Moyenne in Richtung Rodvig. Gegen 16.30 Uhr nehmen wir die Segel weg und machen um 17 Uhr im Hafen längsseits bei einem Dänen fest, später kommt eine weitere kleine Yacht bei uns längsseits. 

Annett atmet auf und wir essen abends sehr fein im kleinen Restaurant am Hafen. Ein Mann fängt an Tische abzuräumen und ich nehme an, dass er zum Restaurant gehört. Dieses verneint er aber, er wolle nur etwas helfen, da er sah, dass die Mädchen im Stress waren. Wie nett! Wir plauschen noch ein bisschen, dann geht es zurück an Bord. Der Innenlieger will um 8 Uhr ablegen und so stelle ich mir den Wecker auf 07.30 Uhr. Als ich aufwache, regnet es in Strömen. Ich stehe trotzdem auf und schalte den Plotter an. Auf dem Display steht „Simulated Data“??? Die normalen Anzeigen sind nicht zu sehen. Was ist den das für ein Mist? Ich schalte alles aus und wieder an, aber die Anzeige bleibt unverändert. Nun legen wir erst einmal ab und wieder an. Eigentlich wollten wir früh gleich weiter in Richtung Klintholm segeln. Nun muss ich erst das Plotter-Thema klären. Ich rufe Herrn Lenz vom Yachtkontor an. Er gibt den Tipp den Plotter einmal vom Strom zu trennen. Also Hauptschalter an/aus aber das Problem bleibt. Der Raymarine Service ist erst von 10-12 erreichbar. Klasse. Dann gibt Herr Lenz den Hinweis, dass wir den Masterplotter von Netzwerk aber nicht vom Strom trennen sollten. Also schrauben wir das Plottergehäuse auseinander, um an die Kabel zu kommen. Auch das bleibt erfolglos. Um 10 Uhr telefoniere ich mit Raymarine und bekomme den einfachen Hinweis, auf das Symbol „Simulated Data“ zu klicken, dann würde man in das Untermenü kommen und tatsächlich kann ich hier das „Skipper-Profil“ mit meinen Daten wieder auswählen. Nun ist Alles wieder da und ich bin erleichtert, dass nun alles wieder läuft. Warum der Plotter in das Demoprogramm gewechselt hat, bleibt sein eigenes Geheimnis.

Gegen 11.30 Uhr legen wir in Richtung Klintholm ab. Der Wind bleibt schwach und deshalb muss die Maschine ran. Wir fahren durch Felder mit gelben Algen oder was auch immer dort flockig im Wasser treibt. Aber es ist sonnig und warm. Später als die Klippen in Sicht kommen, können wir sogar nochmal die Segel setzen. Um Möns Klint dreht der Wind und wir fahren die restliche Stunden zum Hafen erneut mit der Maschine. Möns Klint ist einfach nicht für das Segeln gemacht. Ich bin dort noch nie ohne Probleme herumkomme, egal von welcher Richtung ich kam.

Der Hafen ist lange nicht mehr so voll, wie vor ca. 6 Wochen. Wir suchen uns eine Box, so dass wir im Cockpit den Sonnenuntergang genießen können. Es ist T-Shirt und kurz Hose Wetter und entsprechend heiß. Gilbert und Annett gehen am Strand Baden, ich springe mal zu Abkühlung vom Boot aus ins Wasser. Der Rest des Tages vergeht mit Müßiggang. Abends suchen wir den hiesigen Italiener auf, der aber voll bis Geschäftsschluss ist. Das unser Glück, so gehen wir in die Bar, wo uns ein kleines kalt-warmes Buffet erwartet. Annett sucht nach einer passenden Tasche, Gilbert nach einer Kappe und abends gibt es zum Rum eine gute Zigarre. Morgen werden wir hierbleiben, da Starkwind aus SW angesagt ist. Und der kommt auch und es baut sich draußen eine kräfitge Welle auf, die über die Hafenmauer spritzt. Es gibt Wellenbaden ansonsten vertiefen wir uns in Bücher oder spielen Rommé. Das Wetter wird am nächsten Morgen zwar vom Wind her besser aber die Wellen sind immer noch erheblich, so dass ich uns das nicht zumuten möchte. Außerdem ist es ziemlich frisch. Ich nutze die Zeit zum Joggen und für Büroarbeiten.

Am Samstag laufen wir schon um halb acht in Richtung Gedser aus. Der Wind hat nachgelassen und die Wellen haben sich beruhigt. So können wir stressfrei die ca. 30 Meilen nach Gedser segeln. Aus diesen werden durch verschiedenen Kreuzschläge zwar 40, aber durch das schöne Wetter passt alles. 

Gegen 17.30 Uhr erreichen wir Gedser. Auch hier ist der Hafen recht leer. Die Sonne scheint und es ist warm. Gilbert und Annett packen ihre Sachen zusammen, während ich Pasta mit scharfer Tomatensauce aus unseren Resten koche. Dazu noch den restlichen Rosé von gestern und eine letzte kleine Zigarre. Dann ist Abschied angesagt. Schön war es, so wie immer, wenn wir gemeinsam auf Reisen sind. Beide nehmen nun die Fähre nach Rostock.

Ich segle über Kühlungsborn nach Warnemünde.

Comments

  1. kr says:

    Lieber gb, schön von ihnen zu hören. Hier auch alles ok. Wir geniessen den sommer. Lg von uns zwei

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