Erfolgreicher Saisonstart 2026

Am 30. März fuhr ich mit dem Zug in Richtung Neustadt. Michael war schon an Bord, die Heizung lief und als erstes schlugen wir die Genuaschot an. Diese hatte ich letztes Mal vergessen mitzunhemen.

Michael hatte bereits Wasser aufgefüllt. Wir wuschen vom Deck den Winterdreck ab, und versorgten die Rollen und Blöcke mit Gleitmittel. Karsten kam an Bord und ich übergab ich, die Hafenhandbücher von den Aalandinseln und der Westküste von Finnland. Er geht nun, nach vielen Jahren bei Sirius in den Ruhestand und will dieses traumhafte Gebiet dieses Jahr befahren. Ich füllte noch die Bordapotheke auf, dann ging es zum Abendessen ins Aborea. Nach einigen Runden Backgammon ging es in die Koje.

Am nächsten Morgen brachten wir noch die Ankerkettenbeschriftung am Ankerkasten an und machten uns bereit zu Auslaufen. Da es zwar sonnig aber noch sehr kalt war, dauerte das Anziehen etwas. Wir tankten noch voll, dann ging es in Richtung der Insel Poel. Kurz nach der Hafenausfahrt erwartete uns eine dicke Nebelfront. Auf dem AIS hatte ich einen Entgegenkommer gesehen, der sich kurze Zeit später auf dem Dicken Nebel schälte und uns passierte. Ich schaltete vorsichtshalber noch das Radar an. Wir setzten Segel und es ging in Richtung Osten. Nach einer Weile klarte es auf und wir setzten den Genacker. Das ging noch nicht reibungslos, aber als er stand, konnte wir damit für ca. 1,5 Stunden den Kurs halten.

Langsam wurde es wärmer und als wir in die Wismarer Bucht einfuhren kam ein bisschen „Karibik-Feeling“ auf. Das Wasser unter dem Kiel war glasklar und man konnte deutlich den Boden sehen. Der Hafen war fast leer, dafür war der Strand mit Sonnenanbetern gut gefüllt. Michael fuhr die Moyenne in eine Box. Am Steg waren Personen mit der Begutachtung desselben beschäftigt. Beim Heranfahren sahen wir, dass der eine Dalben nur noch aus 50% seiner Ursprungsmasse bestand. Also nochmal raus und in eine andere Box einfahren. Dort half uns der Skipper der „Johnatan“ einer schicken dunkelblauen Comfortina 42 beim Anlegen. Später erfuhren wir, dass er 2023 die Midsummersail als 5. Beendet hatte. Unser Respekt war im damit sicher!

Es wurde eine Flasche Rose geöffnet und dann auch im Verlauf geleert und wir saßen bei schönstem Wetter im Cockpit. Abends gab es Michaels berühmten „Spitzkohl mit Hähnchen“. Die Sonne ging unter und der Mond auf. Alles traumhaft. Genauso traumhaft der nächste Morgen. Es gab frische Brötchen vom Bäcker und gegen 11 Uhr legten wir ab.

Mit dem Genacker ging es gute 2,5 Stunden in Richtung Kühlungsborn. Dann schlief er ein und die Maschine brachte uns gegen 18 Uhr vor die Hafeneinfahrt von Warnemünde.

Das Eindrehen in die Box klappte nicht zu meiner Zufriedenheit. Sie ist sehr schmal, so dass man sie genau treffen muss, da sonst das Schiff an den Dalben „hängenbleibt“ und nicht gerade in die Box läuft. Das wird sich ändern, wenn ich zwei Dalbenfender angebracht habe. Beim dritten Anlauf nahm ich kurz das Bugstrahlruder hinzu, damit der Arme auf dem Steg nicht länger warten musste. Es wurde nämlich, wie angekündigt, langsam kühl und ungemütlich.

Leinen einstellen und Springs legen, dann waren die ersten 54 Seemeilen für dieses Jahr auch „geschafft“.

Am nächsten Tag reiste Michael mittags zurück nach Berlin, ich nutzte den Tag zum Arbeiten und „Klar-Schiff“ machen und fuhr erst am Samstagmittag zurück nach Berlin. Das nächste Mal fahre ich mit dem Auto, um restliche Dinge für die Saison mit an Bord zu nehmen.

Leider habe ich bis jetzt noch keine geeignete Crew für die Regatta „Fünen Rund“ gefunden.

Hier findet Ihr den Link zur momentanen Sirius Törnplanung Ostsee 2026

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