Die neuesten Entwicklungen

Die neuesten Entwicklungen

Saisonende

Am 4. Oktober endete die diesjährige Saison nach rund 2.320 Seemeilen wieder in Neustadt. Hier werden Winterarbeiten und der Winterschlaf durchgeführt.

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Nach Warnemünde

Noch zweimal Segelsetzen. Noch zwei Hafenmanöver, noch einmal bis zu 20 Knoten Wind, noch eimal 8 Knoten Speed mit Vollzeug. Dann ist es (bis auf den Trip nach Neustadt) für dieses Jahr schon wieder vorbei.

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Echtes Hafenkino

Nach rund 6.000 Seemeilen, war es mal wieder Zeit für das Hafen-Kino. Voher ging es aber vom Arkösund nach Kalmar. Hier passierte es.

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Von Ulvon Hamn weiter nach Süden

Das Wetter ist weiter sommerlich, der Wind allerdings schwach und so muss die Maschine ran. Die Stopps muss ich nun nach der Möglichkeit planen, Diesel zu bunkern. Am Samstag muss ich in Stockholm sein.

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Dänische Südsee

Südsee? Naja, das Wetter ist eher Ostsee.

Kurs Marstal liegt an, um erstmal der großen Hitze des Festlandes zu entgehen. Die ca. 25 Seemeilen kann ich zu 70% segeln, das passt also ganz gut. Ein Schweinswalpäärchen an Steuerbord ist auf Nahrungssuche. In Marstal finde ich ganz am Ende einen Liegeplatz. Ein anderer Einhandsegler nimmt freundlicher Weise die Leinen an. Den kleinen Landbummel verbinde ich mit einem Gang zum Supermarkt. Bereits um 16 Uhr geht der angekündigte Starkwind los. Ich koche an Bord Hähnchen mit Limettenbrause, passend dazu braust draußen der Sturm. Um 22.30 Uhr gesellen sich Blitz und Donner dazu. So geht das quasi stundenlang. Der Mond geht blutrot auf. Ich habe vorsichtshalber eine zusätzliche Spring ausgebracht. Meine Nachbarin mit einer sehr schönen alten Halberg Rassi hatten am späten Nachmittag schon wieder abgelegt, wer weiß wohin? 

Ich laufe erst gegen Mittag aus, da ich nur zu einer Ankerbucht ein paar Meilen entfernt möchte. Sie liegt nördlich von Ärosköping. Dort fällt der Anker um 17 Uhr und wir brav mit 2.000 Umdrehungen eingefahren. Dann kann ich das erstmal dieses Jahr in der Ostsee baden. Das Wasser ist kühl, klar und erfrischend. Abends gibt es Reste vom Vortag. Leider fällt in der Nacht die Batteriespannung der Servicebatterie erneut. Keine Ahnung warum, der Verbrauch ist nicht ungewöhnlich. Vielleicht hat eine Batterie eine Macke. Ich werde versuchen, dass mit der Werft zu klären.

Der Wind frischt nachts unangenehm auf und so verlasse ich um halb elf nach einem erneuten Bad die Ankerbucht in Richtung Faaborg. Der Westwind passt und es wird eine schöner Segeltag. Als ich um Avernako komme frischt der Wind kräftig auf. Ich wechsel auf die Fock und brause mit guten sieben Knoten nach Osten, um hier in den Tonnenstrich einzudrehen. Beim Segelbergen habe ich ca. 22 Knoten und im Hafen werden es rund 18 Knoten sein – also alles, so wie immer. Ich suche ein passende Box und mache fest. Dann gibt es erstmal in der Rogerie am Hafen eine Stück Markrele mit Kartoffelsalat und ein kaltes Bier. Ich wechsel auf Grund des Windes nochmal meine Platz und bringe zunächst meinen Teller an den neuen Tisch und hole dann mein Bier. In diesen ca. 15 Sekunden hat eine Möve mit die ganze Markele vom Teller geklaut und verputzt sie mit einer Kollegin innerhalb der gleichen Zeit! Also kaufe ich eine zweite Markrele auf die ich besser aufpasse.

Beim, mit bekannten Herrenausstatter, erwerbe ich ein weiteres helles Leinenhemd und hoffe, dass ich es noch viel anziehen kann.

Ich bleibe den Dienstag in Faaborg, da ich u.a. Büro- und Steuerarbeiten zu erledigen habe. Das Wetter ist sommerlich und somit alles gut.

Da es ab Mittwochabend schon wieder Starkwind geben soll, laufe ich am Mittwoch früh nach Ärösköping aus, das geht zugig und ich habe endlich mal nur wenig Wind im Hafen. Abends sind es dann in Böen bis zu 35 Knoten Wind. Ich hatte vorsichtshalber das Bimini zusammengefaltet und auch ansonsten alles sturmsicher vertäut. Das Städchen ist herzallerliebst und ich esse sehr fein bei Bang`s Mad & Vin Bar. Am nächsten Abend ist es das Mumm Restaurant. Ich lasse mich ein bisschen durch das Städtchen und die kleinen Gassen treiben und laufe zum Badestrand mit den vielen kleinen bunten Badehäuschen. 

Da der Wind weiterhin stürmisch bleibt, bleibe ich ebenfalls noch einen Tag im Hafen. Jeder Segeltag ist ja bekanntlich ein „verlorener“ Hafentag.  Entspanntes Inselhopping fällt dieses Jahr wohl aus.

Am Samstag lege ich erst um halb zwölf ab und habe drei schöne Segelstunden bei westlichen Winden um 4 Bft. Als ich an dem Naturschutzgebiet nördlich von Marstal vorbeisegel, sehe ich einige Robben, die sich im flachen Wasser oder auf Steinen sonnen.

Um 14.30 Uhr bin ich dann zum zweiten Mal dieses Jahr in Marstal. Aus irgendwelchen Gründen springt die Sicherung am Steg immer wieder raus und so kommt meine Landstromkabel-Verlängerung erstmalig zum Einsatz. Ca. 35 Meter kann ich nun damit überbrücken und so komme ich bequem zum nächsten Stromkasten. Hier passt dann alles. 

Am Sonntag steht Jogging auf dem Morgenprogramm. Mittags besuche ich das Schifffahrtsmuseum, welches immer wieder einen Besuch wert ist und ich trotzdem fast alleine bin. Nachmittags muss ich mich mit dem Monatsabschluss und anderen Büroarbeiten beschäftigen. Draußen bläst der Wind wieder mit 25-28 Knoten durch den Hafen.

Der Wecker klingelt um 0600, da ich heute früh in Richtung Laboe segeln will. Nachmittags soll es schon wieder Starkwind geben. Ich habe mir einen Platz im Hafen reserviert, was gut warm denn der Hafen ist pickepacke voll als ich um 14 Uhr ankomme. Die Überfahrt war anstrengend. Eine Stunde Segeln am Anfang, dann 3 Stunden Maschine gegen an. Die Wellen sind kurz und hoch und so taucht das Schiff mit 3,5-4 Knoten (2.000 Umdrehungen) immer wieder mit dem Bug ein. Wie heisst es doch in dem sehr, sehr netten Hörbuch von Karl Forster (Kleine Philosophie der Passion Segeln)  immer wieder so schön: „Segeln ist scheiße“. Mit Wind, Welle und Regen gegen an, bleibe ich schön im Salon sitzen und warte auf Besserung. Ein Frachtschiff kommt mit entgegen. Ich halte zunächst den Kurs – er auch, ich ändere meinen Kurs erst nach Steuerbord, er kurze Zeit später nach Backbord, so dass wir wieder auf Kollisionskurs sind. Auf dem AIS sehe ich ihn nicht. Ein neue Regenfront verhindert die Sicht so stark, dass ich ihn nicht mehr sehe. Ich schalte das Radar ein und nun kann ich ihn und den Schiffsnamen erkennne. Meine dreimaligen Anrufen auf Kanal 16 bleiben unbeantwortet. Die Tatsache, dass er keine Fahrt macht, erklärt nun seine Drehungen, er scheint dort zu Baggern oder andere Arbeiten auszuführen. Trotzdem kein Grund auf Kanal 16 nicht zu reagieren. Die Sicht wird wieder besser und der Wind dreht etwas, so dass ich wieder Segel (Groß im 1. Reff und die Fock) setzen kann. Auf dem AIS sehe ich die „Hamburg Express“ von der Yachtschule Eichler, die immer sehr interessante Videos Online stellen. Ich funke sie an und bedanke mich bei Svenja, für die immer sehr interessanten Videos. Sie sind ausnahmsweise mal nicht Richtung Helgoland unterwegs, sonder befahren die Ostsee.

Regen und etwas Sonne wechseln sich ab und ich nehme erst kurz vor Laboe die Segel weg und laufe unter Maschine in die Förde ein. Am Schwimmsteg mache ich dann fest und trinke auf die anstrengende Überfahrt erstmal ein Tuborg Classic. 

Dann sind erstmal wieder zwei Hafentage angesagt, a) weil ich erst am Freitag in Neustadt sein will und b) weil bis  einschließlich Mittwoch noch Starkwind angesagt ist. Außerdem hat sich draußen bestimmt noch eine kräftige Welle aufgebaut.

Ein Besuch in Kiel am Dienstag zeigt, dass sich ein Innenstadtbesuch aus meiner Sicht kaum lohnt. Das zweite Mal dieses Jahr klaut mir eine Möve mein Brötchen. Kommt von hinten im Sturzflug an und entreisst mir das halbe Brötchen. Immerhin die andere Hälfte hatte ich schon vorher gegessen. Abends besuche ich den Italiener Casa Tribaldi am Hafen, der überraschend gut ist.

Das am nächsten Morgen eigentlich vorgesehene Joggingprogram verschlafe ich gepflegt. Nach dem Frühstück wasche ich nochmal, da es hier schnelle Miele Waschmaschinen und Trockner gibt. Insgesamt ist der Hafen sehr gut ausgestattet. Sichere Schwimmstege mit ordentlichen Klampen, schnelles W-Lan, Brötchen am Morgen. Also alles da. 

Nach der Büroarbeit besuche ich das Marine-Denkmal und das ausgestellt U-Boot. Eine kleine Sonderausstellung beschäftigt sich mit der Frage: „Was ist Frieden?“ Sehr empfehlenswert.

Mit vollem Wassertank und noch ca. 100 Litern Diesel geht es dann zunächst mit Vollzeug aus der Kieler Förde und dann in Richtung Osten. Leider schläft der Wind um 1115 ein und so muss die Eisen-Genua rann. Mit der Welle von schräg hinten laufe ich bis 1600 Uhr unter Maschine und kann erst kurz hinter Fehmarn wieder Segel setzen. Das Wetter ist nun traumhaft und ich genieße die Fahrt entlang der Küste mit halben Wind. Als ich Grömitz passiere ist schlagartig der Wind wieder weg. Um 2130 mache ich am V Steg in Neustadt fest.

Am nächsten Morgen telefoniere ich mit der Werft, um das Batterie-Problem zu besprechen. Joshi kommt und 13 Uhr an Bord, um den genauen Batterietyp und die Einbausituation zu prüfen. Nach Rücksprache mit der Werft passen die neuesten AMG Batterieb 4×110 aA rein, die auch im Lager sind. Da jemand aus Plön sowieso in die Richtung muss, trifft sich Joschi mit ihm auf halben Weg und ist eine Stunde später mit den neuen Batterienn vor Ort. 4 Batterien werden aus und 4 neue eingebaut, wobei das Hin- und Herschleppen die größte Arbeit darstellt.  Zwei Stunden später ist alles erledigt und ein großer Dank geht an Joshi und Christian von Sirius. Woran lag es, dass die Batterien Spannung verloren haben? Nichts genaues weiß man nicht aber a) bin ich mit dem Schiff von ca. 7.500 Seemeilen in der nun 4. Saison gefahren und entsprechend viele Ladezyklen sind erfolgt, b) könnte es sein, dass der sehr kalte Winter den Batterien auch nicht so gut getan haben, auch wenn es im Schiff wahrscheinlich im Batteriefach nicht unter Null war. Egal, nun ist alles gut und ich kann wieder beruhigt vor Anker gehen.

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Schleswig – Kappeln

Unbeständiges Wetter in Richtung Schleswig

Als ich am Dienstagabend wieder in Schleswig ankomme liegt die Moyenne gut vertäut längsseits am Steg. 

Am Mittwoch schaue ich mir nach einer Jogging-Runde Schleswig an. Insbesondere der Dom ist sehenswert aber auch der „Holm“. Im Supermarkt kaufe ich ein bisschen Nachschub. Abends treffe ich Anna und Bert und nach einem Abendimbiss am Hafen geht es noch auf einen Absacker auf die Moyenne. Es ist heiß geworden, und ich hatte morgens schon das Sonnensegel aufgebaut. Am Donnerstagabend geht es auf die andere Seite der Schlei zum feinen Abendessen im Biergarten. 

Pünktlich um 11 Uhr laufen wir am Freitag aus. Der Wind passt und wir können zunächst einmal die Segel setzen. Anna hatte mir übrigens diese nette Karte mitgebracht (Klar zur Wende …). Wir folgen dem Tonnenstrich und nehmen erst dort, wo es kanalartig wird, die Segel runter. Die Brückenoffnung bei Laudanis verpassen wir knapp. So bleibt etwas Zeit zum Baden. Der Ankerplatz ist schnell gefunden und wir genießen die Abkühlung im Wasser. Dann heißt es schon wieder Anker auf und ab durch die Brücke in Richtung Kappeln.

Um 1700 Uhr machen wir in Kappeln fest. Der Strom in dem engen Hafen ist heftig und ich habe so meine liebe Not das Schiff in die Box zu bekommen. Hier zahlt sich das starke Bugstrahlruder dann mal wirklich aus.

Abends warten wir auf einen Platz im Hafenrestaurant und schlendern anschließend durch den kleinen Museumshafen. Mit dem Bus geht es für Anna und Bert zurück nach Schleswig. Es war eine schöne Zeit mit den Dreien!

Ich werde morgen in Richtung Marstal aufbrechen und damit in die Dänische Südsee kommen. Hier sollen auch die Temperaturen erträglicher sein.

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Nach Schleswig

Unbeständiges Wetter in Richtung Schleswig

Crew-Wechsel in Kerteminde. Manfred und Jens treten die Heimreise an. Und während Karin und Michael im Zug nach Kerteminde und später im Bus sitzen, mache ich klar Schiff.

Michael hat sich eine Erkältung zugezogen und verbraucht Taschentücker, Vitamin C und Ingwertee. Ingwer hatte ich reichlich an Bord.

Am nächsten Tag laufen wir in Richtung Samsö aus. Das Wetter ist kalt aber der Wind passt. Wir finden ein freies Plätzchen, und abends wird gekocht. Die Windvorhersage sagt Starkwind für die kommenden Tage voraus. Dennoch entschließen wir uns am nächsten Tag doch in Richtung Aarhus auszulaufen. Der Wetterbericht behält Recht. Bis zu 27 Knoten True Wind messen wir in Böen zu denen sich noch Regen gesellt. Das Ganze ist aber nur von kurzer Dauer. Wir hatten das zweite Reff drin, allerdings auch noch die Genua draußen. Das war doch ein bisschen viel, so dass wir auf die Fock wechseln. Die beiden High-Speed-Fähren werden wir im Tagesverlauf viermal treffen. Nach mehreren Kreuzschlägen nehmen wir kurz vor Aarhus die Segel weg und laufen unter Maschine ein. Der Hafen ist erstaunlich voll, dennoch finden wir ein feines Plätzchen in das wir mit dem Bug voran einfahren. Es gibt sogar eine feine Treppe, so dass wir bequem an und von Bord kommen.

Wir waren schon zweimal in Aarhus. Es ist eine tolle Stadt mit reichlich neuer Architektur am Hafen und einer schönen alten Innenstadt mit hunderten von nettel Läden, Restaurants, Kneipen, Bars und Cafes. 

Karin und ich nutzen die Zeit und gehen morgens joggen, da wir einen Tag hier verbringen werden. Wir besuchen den Dom, Essen und Trinken fein und genießen die Stadt.

Von Kerteminde aus, segeln wir in Richtung Süden. Der Wind kommt schwach aus SO, so dass wir gegen Mittag die Maschine anstatt der Segel zur Fortbewegung nutzen müssen. Da auch die Sonne sich hinter den Wolken verkrochen hat, sinken zudem noch die Temperaturen. Wir laufen um 17 Uhr nach 41 Seemeilen in Bogensee ein und hoffen auf bessere Bedingungen am Freitag. Und, tatsächlich der Wind dreht zwar auf Süd kommt aber nun mit 4-5 Bft. Anfangs noch mit Vollzeug, später mit der Fock und dem ersten Reff geht es mit 6,6 Knoten zügig in Richtung Ärosund. So kreuzen wir nach Süden, ab und zu ziehen Schauer durch. Michael steuert fleißig durch die immer kabbliger werdende See. Eine kleine Regatta läuft gegen die „Ffftein“. Ausgang ungewiss, da sie letztendlich einen anderen Kurs nehmen. Gegen 1745 nehmen wir die Segel weg und finden einen Platz längsseits. Karin eruiert die Rückreisemöglichkeiten, die eher bescheiden ausfallen, aber es soll morgen einen Bus geben. „Soll“ ist das richtige Wort, denn der Bus fiel aus, bzw, fuhr am Wochenende gar nicht. So kam Michael mit Karin im Schlepptau wieder an Bord. So segelten wir weiter zu dritt bei kräftigen Winden (5-6) aus WNW mit dem zweiten Reff und der Genua (mal eine neue Kombi) mit 6,5 bis 7,3 Knoten nach Sonderborg. Als wir in den Sund einlaufen zeigt der True Wind 23 Knoten und wir wechseln auf die Fock und Reffen ein Reff aus. Ohne Welle geht es weiter flott durch den Sund. Kurz vor der Brücke schüttet es nochmal aus Kübeln und die Böen erreichen 26,5 Knoten. Wir finden eine Platz längsseits und Karin sputet sich, um nun doch den Bus zu erreichen.

Michael und ich bleiben bis Dienstag. Ich muss ein bisschen Büroarbeit erledigen und zum Friseur. Abends gehen wir zweimal in das gleiche, sehr gute Restaurant.

Gestärkt, frisiert und erholt geht es am Dienstag weiter in Richtung Kappeln. Um 1020 geht der Genacker hoch und bleibt gute zwei Stunden zusammen mit dem Großsegel unser Zugpferd. Dann kommt – auf Grund der besseren Manövrierbarkeit die Fock zum Einsatz und fahren die Schlei hinuter. Hinter der Brücke machen wir in Kappeln fest. Das Anlegen wird auf Grund des im Hafen setzenden Stroms nicht einfach und ich erlöse den leidenden Michael schließlich und fahre das Schiff in die Box. Ein paar Tage später werde ich die gleichen Probleme haben …

Bei aufklarendem Himmel können wir am Mittwoch sogar einen Teil der Schlei segeln. Es ist eine wirklich traumhafte Landschaft und ich bin froh, das erleben zu können. 

Ich fahre am späten Nachmittag zurück nach Berlin. Michael bleibt noch einen Tag länger an Bord und hat das „Vergnügen“ das Schiff in die Nachbarbox verlegen zu müssen. Mit der Nachricht weckt mich Michael am kommenden Morgen, als ich noch schlaftrunken im Berliner Bett liege. Wir besprechen alles und mit Hilfe zweier Stegnachbarn geht alles glatt. 

Ich verbringe ein paar Tage über Leonies Geburtstag in Berlin und fahre am Dienstag wieder mit der Bahn nach Schleswig. 

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Regatta Rund Fünen

Rund Fünen

Rund 86 Boote nehmen an der Regatta teil. Wir legen um 0945 ab. Unsere Startzeit ist um 1045 in der Gruppe 2. Es wird ein Kängurustart, das heißt die langsamen Boote starten zuerst. Dadurch zieht sich das Feld zunächst zusammen. Der Start ist unkompliziert und wir laufen um die Ablauftonne und gehen auf raumschotskurs. Henner setzt sich schnell unter Genacker ab. Wir umrunden die Ecke östlich von Kerteminde und können dann einen Halbwind-Kurs anlegen. Der Wind kommt aus Westen mit 14 Knoten und wir laufen unter Vollzeug mit bis zu 8.3. Knoten deutlich schneller als die Rumpfgeschwindigkeit. Der Strom hilft dabei. Mit vielen anderen Booten können wir einigermaßen mithalten, aber sie laufen oft einen halben oder sogar einen Knoten schneller. Bei 5 Stunden bedeutet das schon bis zu 5 Seemeilen Vorsprung. Spaß haben wir bei den Bedingungen in jedem Fall. Manfred lässt es krachen und wechselt sich mit Jens am Steuer ab. Wir runden eine rote Tonne und dann geht die „Kreuzerei“ los. Das Feld zieht sich auseinander. Wir wechseln auf die Fock, um schneller wenden zu können. Der Wind hat nun komplett auf West gedreht, kommt also aus der Richtung, in die wir fahren müssen. Immer wieder treffen wir u.a. auf eine „Maxi“, die immer dicht unter Land bleibt. Wir werden sie irgendwo im Sund morgens überholen, bevor sie dann wieder unbemerkt an uns vorbeizieht.

Zunächst mühen wir uns auf der Kreuz. Mit der Genua hart am Wind, d.h. Einfallwinkel ca. 35 Grad. Dann Fock raus. Genua einrollen, was bei viel Wind viel Kraft kostet. Dann Wenden, Genua raus, Fock rein. So geht das mehrere Stunden in Richtung Westen. Abends freuen wir uns über das vorbereitete Chili. Jens geht gegen 2230 in die Koje. Die Navigationsbeleuchtung wird eingeschaltet und Manfred und ich mühen uns in Richtung Middelfahrt. Ein Fischer überholt uns. Die Dachwinsch zieht nicht mehr voll und wir bekommen einen Spannungsabfall-Alarm in der Servicebatterie, obwohl diese noch bei 87% steht. In der Vergangenheit war sie auch schon mal auf 65% runter, ohne dass es einen Alarm geben könnte. Die aus der Batterie rausgehenden Amperestunden zeigen nichts Auffälliges. Wir lassen die Maschine mitlaufen und laden die Batterien auf 97% auf. Das Spiel sollte sich wiederholen. Die Gründe dafür sind noch unbekannt. Wir passieren die beiden Brücken gegen 0200. Der Mond geht an Backbord auf und der Strom hilft nun ein bisschen mit. Um halb viel überholen wir die Salema. Sie wird sich revanchieren.

Jens wechselt sich mit Manfred ab. Es ist immer wieder ein schönes Erlebnis durch die Nacht, die hier ja nur ca. 3 Stunden andauert, zu fahren. Gegen 0500 Uhr gehe ich in die Koje. Wir verlieren aus unerklärlichen Gründen zwei Plätze und haben nur noch die Aquarius hinter uns. Der Wind ist eingeschlafen und wird erst gegen 11 Uhr mit 4 Bft. zurückkommen. Natürlich aus SO, also in die Richtung, in die wir müssen. Mit 4,5 Knoten kreuzen wir nach Süden. Über Land wird es zappenduster. Wir passieren den LT von Healnes und können etwas abfallen und in den Sund einlaufen. Ein kleiner Kreuzer läuft mit uns. Der Wind hat zwischenzeitlich zugenommen, um kurz vor Lyö wieder abzunehmen. Die dunkle Wand kommt mit einer grauen Walze auf uns zu gerollt. Es blitzt und der Luftdruck fällt rasch. Das sieht nicht gut aus. Meinen Gedanken mit Maschine weiter in den Sund zu einer Stelle zu fahren, die uns Manöverfreiheit verspricht lassen wir fallen und fahren in den Hafen von Avernako ein. Dort gehen wir rasch längsseits. Unser Verfolger, die Aquarius läuft hinter uns ein. Später erklärt der Däne, das er so eine Walze noch nicht gesehen hat. Es fängt an stark zu regnen aber der große Wind bleibt aus. Die Front zieht weiter in den Sund und wir sehen die Blitze. Da wollten wir nicht hinterherfahren. Schweren Herzens melde ich uns von der Regatta ab, da das Zeitfenster nicht zu schaffen ist. Wir entspannen uns, ich koche und wir haben einen schönen Abend an Bord. Morgen früh um 0500 soll es weiter gehen.

Gesagt getan, um 0500 legen wir ab und fahren den Sund hinauf in Richtung Svendborg. Ein bis 1,5 Knoten Gegenstrom gestaltet die Sache länger als gedacht. Schließlich drehen wir bei Turö Rev nach Norden. Ich schlafe zwei Stunden und dann setzen wir den Genacker. Dieser bringt und vor die Westdurchfahrt der Belt-Brücke mit einer Durchfahrtshöhe von 18 Meter (wir haben 16.1). Danach setzen wir nochmal Vollzeug und düsen in Richtung Kerterminde. Um 15 Uhr tanken wir voll und verholen uns in eine passende Box. Henner und Kai sind uns noch entgegengekommen und wollen noch nach Marstal kommen. Ich bin froh, dass insgesamt alles sehr gut geklappt hat und Crew und Schiff sicher im Hafen sind.

Auf eine wirklich „erfolgreiche“ Regatta muss ich eben noch warten …

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