Nachdem Annett und Gilbert von Bord gegangen sind, genieße ich noch den sonnig warmen Abend im Hafen von Gedser. Am Morgen fahre ich recht früh raus, um nach Kühlungsborn zu segeln.
Es ist ein Am-Wind Kurs und die Welle ist erstaunlich hoch. So geht es auf und ab in Richtung des SW. Ich beobachte den Verkehr der Berufsschifffahrt, die aus dem Trennungsgebiet nach Westen bzw. ins Trennungsgebiet nach Osten einfahren. Es ist – wie immer – viel Verkehr. Ich erwische eine gute Lücke, funkte die MS Olivia an, um zu fragen, ob sie hinter mir durchgehen kann – kein Problem ist die Antwort und damit bin ich dann auch „durch“. Der Wind dreht etwas zu meinen Gunsten (man glaubt es kaum) und dreht erst kurz vor der Küste wieder, so dass ich die letzten 40 Minuten motore. Das Wetter ist sommerlich heiß. Der Hafen ist nicht so voll, wie erwartet und ich suche mir einen Schwimmsteg, so dass ich an BB einen kleinen schwarzen Streifen (vermutlich von einem Fender, bei dem die Socke nicht ganz nach unten geht) wegpolieren kann. Im Seaside esse ich Tapas, dann muss ich – genauso wie alle anderen – noch einem Techno-Konzert lauschen. Um 22 Uhr ist dann zum Glück Ruhe.
Morgen früh soll der Sommer erstmal vorbei sein. Es ist Regen angesagt und dieser stellt sich pünktlich zum Ablegen mit entsprechendem Wind ein. Also setze ich mich in den Salon und überlasse der Genua und dem Autopiloten die Arbeit. Kurz vor Warnemünde ist der Regen vorbei und ich kann bei gutem Wetter anlegen.
Dann beginnt das Klar-Schiff machen. Ich wasche die Bettwäsche und Handtücher und mache das Schiff sauber. Das Bimini falte ich zusammen, Instrumente, Winschen, Steuersäule werden abgedeckt. Festmacher kontrolliert, Segel gesichert. Dann heißt es am nächsten Morgen „Abschied nehmen“. Rund 1.700 Seemeilen sind es wieder bis jetzt geworden
Es war eine abwechslungsreiche Reise quer durch deutsche und dänische Gewässer. Die neuen Batterien und die Tatsache, dass das Ankergeschirr auf Sand bis zu 33 Knoten Wind sicher abkann, waren wichtige, technische Eckpunkte der Reise. Kopenhagen und Aarhus, die beiden großen Städte in Dänemark waren wieder eine Reise wert und man kann dort erleben, wie entspannt und unkompliziert das (Zusammen) Leben sein kann.
Hoffentlich habe ich im September noch Zeit für einen kleinen Törn, ansonsten geht es Anfang Oktober ins Winterlage nach Neustadt.