Mit Leonie geht´s bis nach Gilleleje und dann wieder zurück Richtung Kopenhagen.

Der Sommer legt eine Pause ein und ich nutze die Zeit zum Arbeiten, Putzen, Joggen, Rum-Räumen und Faulenzen. Außerdem muss ich die Moyenne noch zweimal verholen.

Eine wichtige Aufgabe besteht darin die Rosé Vorräte aufzufüllen. Nach der dritten Probeflasche vom Supermarkt habe ich etwas Trinkbares gefunden (Why Not – heißt der Wein). Das Wasser im Kanal ist so sauber, dass man gut ein morgentliches Bad nehmen kann.

Am Mittwoch (22.7.) hole ich Leonie vom Flughafen ab und wir gönnen uns ein Fine-Dining Abendessen im Kanalen Restaurant. Es gibt verschiedene „Kleinigkeiten“ die dann Summa Summarum ein feines Abendessen ergeben. Allerdings ist die Luft im Restaurant recht stickig, so dass wir den Nachtisch ausfallen lassen.

Am nächsten Tag steht ein ausgiebiger Spaziergang durch Kopenhagen auf dem Programm. 

Auch am kommenden Tag erkunden wir noch weiter Kopenhagen u.a. mit einer Schiffstour.

Samstag legen wir nach einem Frühstück im fußläufigen Kaffee ab und fahren um 11 Uhr durch die Klappbrücke und nördlich aus dem Hafen hinaus in Richtung Humlebeck. Der Wind ist passend und kommt aus Westen mit rund 4-5 Bft. Das erste Reff im Großsegel und die Genua bringen uns zügig voran. Ich hatte uns beim Hafenmeister angekündigt und so können wir sicher sein, einen Platz zu bekommen. In der jetzigen Hochsaison sind die Häfen doch deutlich voller als sonst.

Um 15.30 Uhr laufen wir ein und der Hafenmeister lotst uns nach ganz hinten zur Rampe. Passt für uns, da ich auch unseren Tiefgang mit 1.40 Metern angegeben habe. Kurze Zeit später sind wir bereits auf dem Weg zum Lousiana Museum. Die derzeit ausgestellten Werke der Künstler von Henry Moor, Alberto Giacometti, Sophie Calle und  haben uns gut gefallen, die Werke von Lucian Freud und anderen eher weniger, aber das ist natürlich Geschmackssache. Ein Besuch ist aber definitiv immer lohnend. Am nächsten Morgen besorgt Leonie frisches Gemüse von einem Bio-Bauernhof-Laden und die dort gekauften Tomaten sind wirklich super. Gegen halb zwölf verlassen wir Humlebeck in Richtung Norden.

Der Wind passt nur leidlich und der Strom im Sund ist gegen uns. Kurz vor Helsingör muss die Maschine ran. Mit ihr gehts dann in Richtung Gilleleje. Um 16 Uhr laufen wir in den Hafen, der schon sehr gut gefüllt ist. Wir haben die Möglichkeit längsseits einer neuen Hanse zu gehen, erforschen aber vorher noch die Boxengasse davor. Eine zunächst freie Box wird angelaufen aber leider stellt sich das Zeichen doch als „rot“ also „belegt“ heraus. Also wieder raus aus der Box und längsseits zum Dänen. Der hat die Yacht erst sein einigen Tagen gebraucht erworben, ist sehr entspannt und wird hier – genauso wie wir – den nächsten Tag abwettern. Wir schlendern durch den geschäftigen Hafen, essen Tintenfischringe mit Majo und lassen das geplante große Abendessen deswegen ausfallen. Nachts frischt es erwartungsgemäß stark auf. Unser umsichtige Nachbar bringt einen Ruckfender aus. Wir hatten das Bimimi vorsorglich zusammengeklappt. Der Wind heult in den Wanten. Alle Fender sind ausgebracht und verrichten Schwerstarbeit. Hinzukommt der neu erworbene Kugelfender. Somit ist alles gut und sicher.

Wir wandern am nächsten Tag zum alten Leuchtturm, essen dort fein und schlendern zum Schiff zurück. Es stürmt immer noch. Morgen wir es hoffentlich besser. Und so kommt es. Der Wind lässt nach und gegen 14 Uhr laufen wir aus. Der Strom im Sund ist diesmal mit uns und nur mit der Genua kommen wir zügig nach Rungstedt. Hier füllen wir Diesel und Wasser aus. Gekocht wird an Bord, obwohl es zahlreiche nette Restaurants an der Hafenpromenade gibt. Nach einer weiteren, schon standardmäßigen Partie Streit-Passiance und Baggammon geht es in die Koje. Wir schlafen immer im Vorschiff, weil es Leonie dort bequemer und luftige findet. 

Dann geht es rüber nach Schweden. In Malmö will Leonie ein Museum besuchen, um u.a. dort Poster von Aft Klint zu kaufen. Da ich auch noch nicht in Malmö war passt das Ziel für uns beide. Ich reserviere einen Platz über Dockspot in der Stadtmaria. Dort angekommen machen wir uns landfein und besuchen das Museum und finden nach einigem Hin- und Her auch die Altstadt. Insgesamt gefällt uns aber Kopenhaben wesentlich besser. Abend essen wir im Astra einem sehr netten und nur von Schweden besuchten Restaurant im ehemaligen Hafengelände. 

Am nächsten Morgen klingelt früh der Wecker, da wir bis nach Rodvig wollen. Das sind so 40 Seemeilen, also müssen wir zeitig los und frühstücken auf See. Das Wetter ist schön und der Wind passend. Wir passieren Kopenhagen und laufen weiter südlich in die Faxebucht und in die Bucht vor Rodvig. Hier ist das Wasser leider nicht so klar, wie zum Zeitpunkt als ich mit Michael hier war. Der Wind steht in die Bucht. Wir kochen Pasta mit scharfer Tomatensauce. Der Wind frischt auf und nimmt weiter zu. Dichte Wolken und Regen ziehen auf, dazu der eine oder andere Blitz und Donner. Ich lasse noch Kette raus, so dass wir auf 5 Meter Wassertiefe (Sand) und 40 Meter Kette liegen. Der Wind nimmt weiter zu und dreht um 45 Grad hin und her. Es ist alles andere als gemütlich. Ich hatte mir einen beschaulichen Abend vor Anker vorgestellt und von Starkwind war im Wetterbericht keine Rede. Beim Baggammon müssen wir uns am Tisch festhalten und Leonie wird leicht seekrank. Ich behalte die Ankerwache von Raymarine im Auge. Immer wieder kommt ein Drift-Alarm, wenn sich die Moyenne dem vordefinierten Außenradius nähert. Bis zu 33 Knoten Wind sehe ich auf dem Display. Der Anker hält trotzdem! Ich lege mich in die Mittelkoje, ein Ohr am Alarm, der nachts nochmal kommt. Ich erweitere den Radius, da ich keine Ankerdrift feststelle. Gegen 0200 Uhr lässt der Wind Gott sein Dank nach und wir können noch etwas beruhigt schlafen. 

Morgens ist alles vorbei. Wir frühstücken und baden und verlassen dann die Ankerbucht wieder in nördlicher Richtung, um nach Dragör zu kommen. Wind ist nicht so richtig anwesend, wahrscheinlich muss er sich nach der gestrigen Anstrengung ebenfalls erholen. Somit ist die Maschine gefragt. Erst kurz vor Dragör setzen wir noch für eine Stunde die Segel. Der Hafen ist erwartungsgemäß voll. Gleich bei der Einfahrt sehen wir einen freien Platz zum Längsseitsgehen. Da mehrere Yachten bereits hinter uns einlaufen, überlegen wir nicht lange und nehmen das Erstbeste. Kurze Zeit später liegen hinter uns weitere Segler im Päckchen und auch wir bekommen schnell zwei Nachbarn. Nachdem alles klariert ist, geht es zum Restaurant auf der gegenüberliegenden Seite. Mit einem Aperol Spritz stoßen wir auf die sehr schöne gemeinsame Zeit an Bord an. Leonie wird morgen Nachmittag leider wieder nach Hause fliegen. 

Im Hafen tobt das Leben. Es ist das letzte Ferienwochenende in Dänemark und das Wetter ist prima. Also sind alle Cafes und Restaurants voll und auch in der kleinen Fußgängerzone herrscht rege Betriebsamkeit. 

Nachdem ich Leonie zum Flughafen gebracht habe, kümmere ich mich um die Wäsche und fange an, das Boot zu putzen. Am Montag kommen Annett und Gilbert an Bord, da soll alles wieder schön sein. Beim Herrenausstatter kaufe ich mir eine schöne Hose und ein feines weißes Sommerhemd und genieße das Hafenleben.  Am Dienstag geht es dann wieder in Richtung Deutschland. Natürlich dreht der Wind auf Süd!

 

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